Die neue Jesus.ch-Print ist da – «Loslassen schafft Raum für Neues»

Loslassen ist ein lebenslanges Lernen, sagt der Berater Rolf Lindenmann. Es kommt darauf an, wie wir Menschen und Dinge in unserem Leben gewichten und woraus wir unseren Wert beziehen. Darüber spricht Lindenmann in der Jesus.ch-Print Nr. 41.
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Frau lässt Ballone fliegen

Loslassen ist ein lebenslanges Lernen, sagt der Berater Rolf Lindenmann. Es kommt darauf an, wie wir Menschen und Dinge in unserem Leben gewichten und woraus wir unseren Wert beziehen. Darüber spricht Lindenmann in der Jesus.ch-Print Nr. 41 zum Thema «Loslassen - und leben!», die ab sofort zum Verteilen in den Dörfern und Städten der Schweiz verfügbar ist.


Rolf Lindenmann: Es ist ein natürliches Bedürfnis. Der Mensch ist, seit ihn Gott erschuf, auf Beziehung angelegt. Gott gab uns den Auftrag, die Erde zu verwalten. Dadurch sind wir verbunden mit allem, was diese Welt ausmacht: andere Menschen, Tiere, Natur und Materielles. Allerdings steht unser Bedürfnis nach Bindung in einer ständigen Spanne zwischen unserem Bedürfnis nach Freiheit und Ungebundensein.

Weshalb fällt es uns oft so schwer loszulassen?
Loslassen ist ein Vorgeschmack aufs Sterben. Die Angst vor Verlust macht vielen Menschen zu schaffen, sie verdrängen das Thema, bis es unausweichlich wird. Loslassen ist ein lebenslanges Lernen.Niemand sucht es bewusst, denn Loslassen verunsichert. Man weiss nicht, was kommen wird. Die Frage ist, was gibt uns Halt, woran machen wir unser Leben fest? Eine Mutter, deren Kinder ihr alles bedeuten, wird den Auszug der Jungmannschaft als Katastrophe empfinden.

Was haben wir davon, wenn wir loslassen?
Es ist vergleichbar mit Aufräumen und Ausmisten. Wenn ich mich von etwas trenne, dann entsteht Platz, Raum für Neues. Das gilt ebenso für Beziehungen. Bindungen können auch belastende Komponenten haben. Wer sich fanatisch an etwas festklammert,der kann es gar nicht geniessen, der ist nicht frei. Loslassen macht frei, auch innerlich. Es hat etwas Beglückendes. Man ist erleichtert,  kann aufatmen und vorwärtsschauen. Zentral ist, dass man bewusst loslässt, dass man sich dafür entscheidet und positiv eingestellt ist. Sonst bringt es nichts.

Wie schaffen wir es, loszulassen?
Es kommt darauf an, den Dingen und Menschen in unserem Leben das richtige Gewicht zu geben. Das gelingt uns aus der Beziehung zu unserem Schöpfer heraus. Wer im Partner, Job oder seinen Kindern den Sinn des Lebens sieht, der überfordert diese. Gott hat uns erdacht, er liebt uns bedingungslos. Er weiss, wie wir ticken und was wir brauchen – oder eben nicht. Uns an ihn zu binden, in ihm unsere Mitte, unseren Lebenssinn zu finden, das befähigt uns zum Loslassen.

Sie persönlich scheinen ganz entspannt in Bezug aufs Loslassen…
Wie gesagt, der Glaube hilft mir, meinen Lebenssinn und Wert nicht von Menschen oder Dingen abhängig zu machen. Ich weiss, ich bin in Gottes Augen wertvoll. Mein Leben erschöpft sich nicht in dieser  Welt. Ich muss nicht krampfhaft versuchen, möglichst viel in diese 80, 90 Jahre reinzupacken. Das wäre ein Riesenstress. Ich sehe das Zeitliche aus einer anderen Perspektive, weiss, dass mein Leben nach dem Tod weitergeht. Das macht mich nicht gleichgültig, aber gelöster.

Rolf Lindenmann

(76), Dr. phil., Biologe, ist als Coach und Berater tätig. Er lebt in Grüt im Zürcher Oberland.

Dieser Artikel stammt aus dem Jesus.ch-Print Nr. 41 zum Thema «Loslassen».Hier können Sie die neue Ausgabe von Jesus.ch-Print bestellen oder herunterladen.

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