Vier Anregungen – Leben im Grundton der Freude

«Ein Leben ohne Freude ist wie eine weite Reise ohne Gasthaus.» Freude macht das Leben lebenswert. Immer gibt es eine schmerzliche und eine freudige Seite der Wirklichkeit, in der wir leben. Welcher Seite geben wir mehr Raum?
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Fröhliches Kind

«Ein Leben ohne Freude ist wie eine weite Reise ohne Gasthaus.» Freude macht das Leben lebenswert. Das Leben hat viele Seiten. Immer gibt es eine schmerzliche und eine freudige Seite der Wirklichkeit, in der wir leben. Welcher Seite geben wir mehr Raum? Vier Anregungen für den Alltag.

1. Ich will achtsam(er) durch den Tag gehen.
«Das grosse Glück ist ein Mosaik aus lauter kleinen Freuden.» Manchmal gibt es (viel) Freudiges in meinem Leben und ich nehme es gar nicht richtig wahr. Stress und Sorgen können blind dafür machen.

Was hat mich heute gefreut? Ich bin in den nächsten vier Wochen jeden Tag vor dem Zubettgehen drei Minuten still und suche wie eine Detektivin «Freuden-Spuren».

2. Ich will dankbar(er) leben.
Freude kann noch mehr zu Lebenskraft werden, wenn ich die freudigen Dinge nicht für selbstverständlich nehme, sondern sie bewusst geniesse und dankbar dafür bin. «Den Reichen musst du einschärfen, sich nichts auf ihren irdischen Besitz einzubilden und sich nicht auf etwas so Unsicheres wie den Reichtum zu verlassen. Sie sollen vielmehr auf Gott hoffen. Denn er ist es, der uns mit allem reich beschenkt, damit wir es geniessen können.» (1. Timotheus-Brief, Kapitel 6, Vers 17)

Nicht Askese und Verzicht sind Früchte des Geistes, sondern Selbstbeherrschung. Wir sollen also nicht Genuss und Verzicht gegeneinander ausspielen, sondern geniessen und verzichten können – beides zu seiner Zeit. Genuss der Gaben ohne den Dank an Gott führt zu «Gott-Vergessenheit», die zerstörerische Auswirkungen hat. Gott hat uns «Sinne» geschenkt, damit wir in unserer Geschöpflichkeit das Geschaffene erfassen und geniessen können. Gerade auch dann, wenn Schweres in unserem Leben ist. Es gibt nie nur Schwierigkeiten. Aber sie können uns den Blick verdecken. Keine Hilfe ist es, bagatellisierend zu sagen: «Es ist nicht so schlimm». Sondern «Ja, aber»: Ja, es ist schwierig und ja, es gibt Gutes, Schönes. Es geht darum, immer wieder ein Ja zu finden zu den Spannungen meines Lebens.

Ich drücke vermehrt Dankbarkeit konkret aus: Mitmenschen und Gott gegenüber.

3. Ich achte darauf, wem oder was ich Raum gebe in meinen Gedanken, und betreibe aktiv Gedankenhygiene.
In der Nacht beschäftigt sich unser Unterbewusstsein mit unseren geheimsten Wünschen. Es will Erlebtes und verdrängte Gedanken aufarbeiten. Da ist es zuerst ganz normal und in keiner Weise sündhaft, wenn beim Aufwachen nicht nur Positives, sondern auch noch Ängste, Enttäuschungen, sexuelle Gedanken usw. umgaukeln. Wir können nichts dagegen tun, dass diese Gedanken in uns hochsteigen. Aber wir sind verantwortlich dafür, wie wir mit ihnen umgehen, ob wir ihnen Raum geben.

Sollen wir nun gegen solche Gedanken ankämpfen? Dadurch wenden wir unsere ganze Aufmerksamkeit diesen ungeordneten Gedanken zu. Viel leichter, einfacher und schöner erreichen wir eine positive Wirkung, wenn wir unser Herz ganz bewusst Gott zuwenden, uns seine Liebe und seine versprochene Hilfe für den heutigen Tag vergegenwärtigen. Aus Sprüche, Kapitel 4, Vers 23 – «Mehr als auf alles andere achte auf deine Gedanken und Gefühle (Herz), denn sie bestimmen (beeinflussen) dein Leben.» – formuliert der Talmud: «Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlung. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheit. Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Charakter. Achte auf Deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.»

Wem oder was gebe ich Raum in meinen Gedanken – am Morgen und tagsüber? Ich entscheide mich und «gehe vom Guten aus». Ich will Menschen und Situationen mit «positivem Verdacht» begegnen und nicht präventiv misstrauisch vom Schlechten ausgehen.

4. Ich nehme die Gegenwart Gottes in meinem Leben bewusst wahr.
Ich bitte für «geöffnete innere Augen des Herzens, damit ich verstehe, zu welcher Hoffnung ich berufen bin...» (Epheser-Brief, Kapitel 1, Vers 18) und damit ich die manchmal verborgene Gegenwart Gottes wahrnehme und mich jeden Morgen neu in Jesus Christus verwurzle.

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