Psychisch kranke Kinder – Kay Warrens Rat für Eltern

Wie geht man mit einem Kind um, das psychisch krank ist, vielleicht an Abhängigkeiten leidet und selbstmordgefährdet ist? Wie geht man mit der Ungewissheit um, ob oder wie lange das Kind noch leben wird? Eine sehr persönliche Antwort von Kay Warren.

Bereits fünf Jahre ist es her, dass sich der Sohn von Pastorenehepaar Rick und Kay Warren das Leben nahm. Seither, so die Pastorenfrau, hätten Hunderte Eltern sie gefragt, wie man mit einem Kind umgehen soll, das psychisch krank ist, vielleicht an Abhängigkeiten leidet und selbstmordgefährdet ist. Wie kann man mit der Ungewissheit umgehen, ob oder wie lange das Kind noch leben wird? Eine sehr persönliche Antwort darauf gibt Kay Warren.Kay Warren gibt in einem sehr emotionalen Facebookpost zu, dass sie selbst nach einigen Selbstmordversuchen wusste, dass ihr Sohn nicht mehr lange überleben würde. «Ich wollte diesen Gedanken sofort wieder löschen oder unterdrücken», schreibt sie. «Ich erinnere mich an die Tausend Mal, wenn Angst und Sorge und die Realität seiner Entschlossenheit, zu sterben, meine Gedanken mit kompletter Hilflosigkeit überfluteten. Manchmal konnte ich nicht mehr atmen, mich nicht wieder beruhigen. Ich konnte einfach kein positives Ende voraussagen…»

Weg der Verletzbarkeit und Nähe

Obwohl ihr von professioneller Seite her geraten wurde, sich emotional von dem, was da geschah, zu lösen, schaffte sie es als Mutter nicht. «Ich entschied mich für den Weg, der mein Herz völlig schutzlos machte gegenüber Verletzung, Schmerz und Leid. Ich entschied mich für einen Weg, der keinen Selbstschutz zuliess, um stattdessen weich und empfindlich, ungeschützt und verletzlich zu sein», erklärt Warren. «Ich entschied mich, Seite an Seite mit Matthew zu leiden, seinen Schmerz zu spüren, sein Leid, seine Verzweiflung und mit ihm gegen die Hoffnungslosigkeit zu kämpfen, die ihn umgab, statt an der Seite zu sitzen und mein Herz in einer eisernen Box einzuschliessen.»

Inständig weiterbeten

Die ganze Zeit über hörte sie aber nicht auf, für ein Wunder zu beten. Sie setzte ihren Glauben auf den Gott des Unmöglichen, obwohl sie wusste, dass ihr Sohn sterben könnte. «Ich war nicht dumm oder naiv überzeugt davon, dass Gott ihn befreien konnte. Ich wusste, er kann das machen und ich wollte ihn darum bitten, bis er entweder Matthew hier auf der Erde befreite, oder ihn – früher als wir dachten – im Himmel willkommen hiess.»

Deshalb rät sie auch den Eltern, dass sie zwar die Möglichkeit akzeptieren müssen, dass ihr Kind den Kampf verlieren könnte. Aber gleichzeitig sollten sie weiter inbrünstig zu Gott beten und ihre Herzen offenhalten, «damit Ihr Sohn oder Ihre Tochter sich nie fragen muss, wie Gott wirklich ist.» Ja, das könne schmerzvoller sein als der Weg der emotionalen Distanz. «Aber falls doch je etwas geschehen sollte, dann werden Sie sich ohne jeden Zweifel sicher sein können, dass Sie ihm oder ihr nie ihr Herz vorenthalten haben.»

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