Jerusalem war einst eine persische Stadt

Als das Persische Reich seine grösste Ausdehnung hatte, war Jerusalem Teil dieses mächtigen Imperiums. Ausserdem wurde ein Buch der Bibel im heutigen Iran geschrieben - und der Wiederaufbau des Tempels wurde von Persien aus initiiert.

Pixabay / mostafa_meraji
Ein Teil der Bibel wurde im heutigen Iran geschrieben.

Der Iran kommt in der Bibel verschiedentlich vor. Persien, so der historische Name des Landes, war in biblischer Zeit ein bedeutendes Reich im Nahen Osten. Die berühmteste Königin der Bibel ist Esther, die mit dem Herrscher von Persien verheiratet war. Das biblische Buch Esther spielt im heutigen Iran.

An Esther und ihren Onkel Mordechai erinnert heute noch eine Grabstätte im Iran: Das Grab befindet sich in der Stadt Hamadan, von der viele glauben, dass sie in der Antike die Hauptstadt des damals blühenden Persiens war. Iranische Juden besuchen manchmal diesen Ort, um der Königin zu gedenken, die damals ihre Vorfahren beschützt hat.

Auch in Esra erwähnt

Eine der bekanntesten Erwähnungen Persiens in der Bibel findet sich in einem anderen Buch des Alten Testaments, dem Buch des Propheten Esra. Esra war ein Priester und Schriftgelehrter, der von Babylon nach Jerusalem reiste, um den Wiederaufbau des Tempels zu organisieren.

Die Bibel berichtet in Esra Kapitel 1, Verse 1 und 2 , dass Gott den Perserkönig Kyrus dazu bewegte, den Juden die Rückkehr in ihre Heimat und den Wiederaufbau des Tempels zu erlauben.

Die Schrift an der Wand

Persien oder die Bewohner des Landes werden in verschiedenen anderen biblischen Büchern erwähnt. Im Buch Daniel spielen sich weitere Ereignisse in der Vorgängernation des heutigen Iran ab.

Daniel, der Prophet und Staatsbeamte, verbrachte einen Grossteil seines Lebens am Hof der persischen und babylonischen Könige. Im Buch Daniel, Kapitel 5 wird beispielsweise die Geschichte von König Belsazar und der Schrift Gottes an der Wand berichtet. Damit kündigte Gott die Eroberung Babylons durch die Perser an.

Jerusalem spielte bedeutende Rolle

Während des Persischen Reiches spielte Jerusalem eine bedeutende Rolle, insbesondere nach der Eroberung Babylons durch die Perser unter König Kyros dem Grossen im Jahr 539 vor Christus.

Unter der Herrschaft der persischen Könige genossen die Juden weitgehende religiöse und politische Freiheiten. Kyros erliess beispielsweise ein Dekret, das es den Juden erlaubte, in ihre Heimat zurückzukehren und – wie bereits erwähnt – den Tempel wieder aufzubauen, was im Buch Esra der Bibel dokumentiert ist.

Während der persischen Herrschaft hatte Jerusalem auch eine strategische Bedeutung als Knotenpunkt in einem grösseren Netz von Handelsrouten im Nahen Osten.

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