Zwingli, Pestalozzi & Co. – Influencer ohne Bildschirm und Tastatur

Heute erreichen vorwiegend junge Menschen mit kurzen Videos Hunderttausende bis Millionen von Konsumenten. Im Internet wird verzeichnet, wie viele Zuschauer sich den Beitrag angesehen haben. Dabei ist dies kein Phänomen des virtuellen Zeitalters.
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Statue von Johann Heinrich Pestalozzi in Zürich

Heute erreichen vorwiegend junge Menschen mit kurzen Videos Hunderttausende bis Millionen von Konsumenten. Im Internet wird verzeichnet, wie viele Zuschauer sich den Beitrag angesehen haben. Dabei ist dies kein Phänomen des virtuellen Zeitalters.

Haben Influencer wirklich Einfluss? Zwar kann oft eine Verhaltensänderung beobachtet werden, etwa bei Ernährung, Sport oder Modetrends. Diese dauern meist nur solange an, bis ein neuer Trend ansteht, der noch ein wenig cooler präsentiert wird. Ganz anders die «Trends», die von beherzten Menschen etabliert wurden.

Zwingli, die Täufer und die Reformation

Mit seinem Fokus auf die Heilige Schrift und deren Auslegung hat der (Zürcher) Reformator Huldrych Zwingli nicht bloss die Reformation in der Schweiz begründet. Er bereitete damit auch gleich den Boden für die Gründung der Freikirchen vor, wie wir sie heute kennen. Dank Zwinglis Einfluss können wir heute unseren Glauben in aller Freiheit leben. Es brauchte dazu zwar eine lange Reihe weiterer Pioniere, aber alle bauten jeweils mehr oder weniger auf dem auf, was sie zu ihrer Zeit angetroffen hatten. Paradox, dass Zwingli die Anfänge dieser Entwicklung (z.B. die Täuferbewegung) sogar bekämpft hat. Sein Einfluss hat die weiteren Reformschritte trotzdem begünstigt.

Das Rote Kreuz

Als Henry Dunant das Rote Kreuz gründete, dachte er nicht daran, berühmt zu werden und Millionen um sich zu scharen. Er war vielmehr bewegt von den Hunderten und Tausenden von Verwundeten auf den Schlachtfeldern des damaligen Europas. Bis heute hat das Rote Kreuz Millionen von Menschen geholfen, in Kriegen und auch bei Katastrophen. Die Dienste des Roten Kreuzes sind weiterhin gefragt und so zeichnet sich noch kein Ende dieser Segensspur ab.

«… ich bin doch nicht Pestalozzi!»

Diese Aussage bekommt man etwa zu hören, wenn Ansprüche an eine Einzelperson dieser zu hoch erscheinen. Da fühlt sich jemand oft sehr schnell ausgenutzt. Das Erbe dieses Pioniers der modernen Bildung ist jedoch ein viel grösseres. Trotz aus heutiger Sicht teils fragwürdigen Erziehungsmethoden wirken sich Postulate von Heinrich Pestalozzi, etwa Bildung für alle, unabhängig der sozialen Schicht, bis heute positiv aus.

Vielleicht ist Pestalozzis Erbe eines der deutlichsten Beispiele für den wichtigen Grundsatz: «Prüfet alles, das Gute behaltet!» (1. Thessalonicherbrief Kapitel 5, Vers 21). Pestalozzis Einfluss hat Menschen geprägt und die Gesellschaft positiv beeinflusst.

Nicht Macht und Einfluss, sondern Gottesfurcht

Diese «Influencer» der anderen Art haben ein gottesfürchtiges und einfaches Leben geführt. Sie hatten kaum die Mittel, ihre Ideen schnell weltweit zu verbreiten. Was ihnen gemeinsam ist: Es war ihnen nicht gleichgültig, was ihr Schöpfer und Herr von dem halten würde, was sie taten. Im Gegenteil war es ihnen zentral, eben «das Richtige» zu tun. Die Wirkung ihrer Ideen wurde teils erst nach ihrem Ableben richtig sichtbar.

Ichwünsche uns allen die Erkenntnis, was richtig und wichtig ist – in der Zeit, in der wir leben, und an dem Platz, an dem wir sind! Für den Rest wird Gott sorgen.

Dieser Artikel erschien zuerst im Magazin «EDU Standpunkte».

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