Stress ade – «Ich habe viel Arbeit, deshalb muss ich viel beten»

Gebet kann helfen, einen stressigen Tag besser zu orchestrieren und sich besser durch den Arbeitsberg zu wühlen. Luther sagte dies vor 500 Jahren – zeitgenössische Autoren beobachten nun das gleiche, wie jüngst der 36fache Buchautor David Jeremiah.
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Mann auf Berg bei Sonnenaufgang

Gebet kann helfen, einen stressigen Tag besser zu orchestrieren und sich besser durch den Arbeitsberg zu wühlen. Luther sagte dies vor 500 Jahren – zeitgenössische Autoren beobachten nun das gleiche, wie jüngst der 36fache Buchautor David Jeremiah.

Eigentlich sollten wir in der heutigen Zeit wesentlich weniger Stress haben als Martin Luther zwischen 1483 und 1546. Eine Strecke, die er mit Ross und Wagen mühselig über Stock und viel Stein zurücklegen musste, fahren wir heute mit dem Auto und der Bahn in wenigen Stunden. Und Wortmeldungen, die wir in Windeseile via WhatsApp oder E-Mail verfassen und senden, musste er mit Tinte und Feder bei Kerzenlicht möglichst leserlich und möglichst gerade aufs Papier bringen.

Verglichen mit der damaligen Zeit geht alles ungleich schneller und einfacher. Und so sollte uns alles ungleich leichter fallen und Worte wie «Stress» sollten wir nicht mehr kennen, sondern andächtig in alten Jahrbänden des Duden nachschlagen müssen. Doch dem ist nicht so.

Immer diese vorwitzigen Minuten

Wenn es um das tägliche Gebet oder die Andacht geht, sind wir oft sehr beschäftigt. Der Tag hat doch erst begonnen und schon laufen die Stunden ebenso unaufhaltsam wie ungefragt davon (immer diese frechen Minuten, die zerrinnen wie Sand!): Frühstück vorbereiten, die Kids aus dem Bett holen, zur Arbeit brausen – was auch immer. Oft stehen wir mitten im Alltag – oder haben diesen bereits wieder beendet und liegen beim Einschlafen, ohne dass ein Moment des Inhalten, des Gebets oder des Dankes für den Tag Raum gefunden hätte.

«Ich habe so viel zu tun, dass ich die ersten drei Stunden im Gebet verbringen sollte», wird Martin Luther gerne zitiert. Damit signalisierte er, dass ein Tag geschmeidiger verlaufen kann, wenn man ihn zunächst Gott in die Hände legt, auch wenn es einmal nur 2 Stunden und 59 Minuten sein sollten – man braucht nicht lutherlicher zu sein als Luther.

«Gott an erster Stelle»

«Diesem wundervollen Beispiel sollten wir folgen», schreibt nun auch Autor David Jeremiah auf der Online-Plattform «Crosswalk». «Gebet kommt an erster Stelle. Gott kommt an erster Stelle, vor allem anderen.» Zudem sei das Gebet die Wurzel von allem. «Alles Lohnenswerte, das wir tun, und alles, was Gott in unserem Leben tun will, hat eine Quelle: das Gebet.»

«Es ist unmöglich, etwas zu tun oder zu sein, das Gott will, ohne dass wir Zeit in der Gebetskammer verbracht hätten.» Und dann zitiert er den prominenten Baptistenpastor Oswald Chambers, der sagte: «Keiner hat Zeit zum Beten. Wir müssen sie uns von anderen Dingen nehmen, um zu verstehen, wie nötig das Gebet ist.»

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