Wenn es auch Gläubige trifft – Hoffnung in einer brutalen Welt

Sinnloses Blutvergiessen hält uns im Moment im Atem. Las Vegas, New York – und jetzt ein Killer, der in Texas 26 Männer, Frauen und Kinder beim Gottesdienst niedermäht. Christen geht es scheinbar nicht besser als anderen. Was können wir denn hoffen?

Sinnloses Blutvergiessen hält uns im Moment im Atem. Las Vegas, New York – und jetzt ein Killer, der in Texas 26 Männer, Frauen und Kinder beim Gottesdienst niedermäht (Livenet berichtete). Christen geht es scheinbar nicht besser als anderen. Was können wir denn hoffen?Das Leben ist gefährlich. Da befinden sich Waffen in den Händen von Menschen, die scheinbar nichts lieber tun, als andere auszulöschen. Gute Menschen und Menschen, die an Gott glauben, sind vom Übel nicht ausgenommen. Terroristen schonen nicht die Gläubigen (oft im Gegenteil). Macht es dann überhaupt Sinn, zu glauben, wenn das Böse doch so ohne Unterschied zuschlägt?

Brutaler Realismus

«Fürchtet euch nicht vor denen, die den Körper töten können, aber nicht die Seele» (Die Bibel, Matthäus-Evangelium, Kapitel 10, Vers 28), sagte Jesus seinen Nachfolgern. Er hatte ihnen Verrat, Hass, Tod und Verfolgung vorausgesagt. Sie hatten ihn deswegen nicht verlassen.

Die meist unterdrückte und gehasste Bevölkerungsgruppe heute auf der Welt sind die Christen. Warum entscheiden sich trotzdem jeden Tag Tausende, diesem Jesus nachzufolgen? In vielen Teilen der Welt kostet es etwas, Christ zu sein. Warum hat dieser Jesus dennoch eine solche Anziehungskraft?

Es muss etwas mit dieser Hoffnung zu tun haben. Die meisten Religionen und Gurus versprechen ein schönes Leben – bewahrt, reich, glücklich. Jesus ist Realist und verspricht nicht, dass seine Nachfolger vor dem Bösen bewahrt werden. Aber «sie können höchstens euren Körper töten».

«Schöner Leben» – Glaube?

Für die meisten Menschen ist der Körper alles, was wir haben. Wenn wir verletzt oder getötet werden, «geht's ans Lebendige». Wer nichts als den Körper hat, kann ihn schnell verlieren. Natürlich ist es brutal, zu sterben oder ein Kind im Kugelhagel eines Irren zu verlieren, keine Frage. Und wenn wir in einer solchen Situation nur einen «Schöner Leben»-Glauben haben, stirbt dieser Glaube mit.

Aber Jesus gibt etwas anderes. Er gibt Sinn, Tiefe – und vor allem eine Zukunft. «Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt», sagt er an anderer Stelle. Mit anderen Worten: «Euer wahres Leben sind nicht diese 70 oder 80 Jahre Leben hier. Euer Geheimnis ist eine neue Existenz, die das Sterben überdauert und ewig ist. Gottes Leben ist in euch, und das kann euch niemand rauben.»

Fürchtet euch nicht

Brutale Zeiten fordern heraus. «Wenn unsere Hoffnung sich nur auf das diesseitige Leben richtet, sind wir die elendesten unter den Menschen», sagte Paulus einmal. Natürlich ist jeder glücklich, wenn es ihm gut geht und er gesund und erfolgreich ist. Das ist nicht verboten. Aber der eigentliche Grund zu glauben ist die Errettung unseres ganzen Seins: Sinn, Vergebung, eine Beziehung zu Gott und eine Existenz, in der das Sterben nur ein Durchgangstor ist. Das Beste kommt erst noch.

Darum ist die Bibel voll von Ermutigung: 365 Mal steht «fürchtet euch nicht» drin, hat mal jemand gezählt. Christen müssen weder diese böse Welt meiden noch sich über harte Realitäten mit einem flotten Halleluja wegjubeln. «Auch wenn sich ein Heer gegen mich erhebt, wird sich mein Herz nicht fürchten; auch wenn sich Krieg gegen mich erhebt, bin ich zuversichtlich» (Psalm, Kapitel 27, Vers 3). Realismus, aber Furchtlosigkeit – das war schon immer das Vorrecht von glaubenden Menschen. Wenn es nicht mehr das Schlimmste ist, dass man mir das Leben nehmen kann, dann kann durch mein Leben Grosses geschehen.

Meine Augen haben die Herrlichkeit gesehen

Martin Luther King sagte weniger als 24 Stunden vor seiner Ermordung: «Vor uns liegen schwierige Tage. Aber das macht mir jetzt nichts. Denn ich war auf dem Berg oben. (…) Wie alle anderen, würde ich gern ein langes Leben leben. Und das hat ja auch seinen Platz. Aber das ist mir jetzt nicht wichtig. Ich möchte nur Gottes Willen tun. Und er hat mich auf den Berg gehen lassen, und ich habe rüberschauen dürfen. Ich habe das verheissene Land gesehen. Darum bin ich heute abend glücklich. Ich mache mir keine Sorgen und fürchte keinen Menschen. Denn meine Augen haben die Herrlichkeit des kommenden Herrn gesehen!»

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