Leistungsdruck – Höher, schneller, weiter

«Ohne Fleiss, kein Preis», lernen wir heute früh vor dem Einmaleins. Wir lassen uns in dieses System einspannen und geben Gas, um möglichst viel zu erreichen. Irgendwann wird es ungesund. Die Wurzel des Übels ist eine uralte Sehnsucht.

«Ohne Fleiss, kein Preis», lernen wir heute früh vor dem Einmaleins. Und so lassen wir uns einspannen in dieses System, machen es zu unserem. Wir geben Gas, um möglichst viel zu erreichen. Irgendwann wird es ungesund. Die Wurzel des Übels ist eine uralte Sehnsucht.

Es lebte einmal ein Fischer, der döste in der Mittagssonne. Er hatte nicht viel gefangen, aber er war mit seinem Fang zufrieden. Da sprach ihn ein Mann an und zählte ihm auf, was er alles erreichen könnte, würde er nochmals aufs Meer hinausfahren, die Fische verkaufen und das Geld geschickt investieren. Er könnte Karriere machen, weitere Boote kaufen, andere Fischer einstellen und noch mehr Geld verdienen. Am Ende würde er so reich sein, dass er sich zur Ruhe setzen und im Hafen entspannen könnte. «Aber, das tue ich ja bereits», antwortete der Fischer und lächelte.

Auf dem Ego-Trip

Heinrich Bölls Parabel des genügsamen Fischers vor Augen, versetzen wir uns einmal zurück ins Paradies: Auch die ersten Menschen Adam und Eva hatten alles, was sie zum Leben und Glücklichsein brauchten. Aber es war ihnen nicht genug. Gott, ihr Schöpfer, umsorgte sie wie ein liebender Vater, doch sie glaubten, es würde ihnen etwas fehlen, Gott würde ihnen etwas vorenthalten. Sie wollten so mächtig sein wie er und ihre eigenen Wege gehen. Deshalb wandten sie sich von ihm ab und zerstörten so die Beziehung mit Gott. Bald merkten sie, dass ein Leben ohne ihren Schöpfer jeglichen Sinn verloren hatte. Egal, was sie erreichten und sich erarbeiteten – nichts konnte die Leere füllen, die das Getrenntsein von Gott zur Folge hatte.

Nie genug

Und wir? Auch wir haben unser Leben gerne im Griff, glauben zu wissen, was am besten für uns ist, zeigen, was wir draufhaben, streben nach Besitz, Wissen und Erfolg. Aber was wir auch leisten und erreichen, es scheint nie genug zu sein. Zutiefst in uns sehnen wir uns nach Liebe und Annahme – nach dieser innigen Freundschaft, die Gott zu Beginn mit seinen Geschöpfen verband. Die gute Nachricht ist: Gott liebt uns Menschen ohne Ende. Wir sind ihm so viel wert, dass er etwas Radikales tat.

Viele Menschen erfahren und lernen: Liebe bedingt Leistung. Um ihren Eltern, Vorgesetzten, um Freunden und Feinden zu gefallen, geben sie alles. Damit leben sie ein anstrengendes, oft freudloses und im Grunde genommen fremdbestimmtes Leben. Gott schenkt uns seine Liebe aus freien Stücken. Wir können sie uns nicht verdienen oder erarbeiten. Für unser Loslösen vom Schöpfer hätten wir den Tod verdient! Doch Gott trat an unsere Stelle – aus purer Liebe. In Jesus Christus kam er als Mensch auf die Erde und opferte sein Leben, brutal an ein Holzkreuz genagelt. Aber Jesus blieb nicht im Tod. Gott holte ihn nach drei Tagen zurück ins Leben.

Ruhen statt rennen

Mit Jesus haben auch wir Leben: Er hat uns befähigt und uns Gaben geschenkt, die wir ausleben dürfen, ohne auszubrennen. Er bringt Ruhe statt Rastlosigkeit in unser Leben. Jesus schenkt uns sogar ewiges Leben im Himmel bei Gott. Nach dem Tod geht die Party erst richtig los – frei von Streit, Neid und Wetteifern.

Möchten auch Sie leben? Möchten Sie Gottes bedingungslose Liebe und Annahme erfahren und aus dem Hamsterrad von Leistung und Erfolg befreit werden? Dann warten Sie nicht länger und ergreifen Sie Gottes ausgestreckte Hand. Ein simples, ehrliches Gebet genügt.

Teil von Gottes Familie

«All denen, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden.» (Johannes- Evangelium, Kapitel 1, Vers 12). Mit einer «Kind-Gottes-Identität» müssen Sie nicht mehr darum kämpfen, jemand zu sein. Sie sind beim Höchsten und beim Höchstmöglichen angelangt.

Der Artikel stammt aus dem Jesus.ch-Print Nr. 51 zum Thema «Leistung». Hier können Sie die neue Ausgabe bestellen und selbst in Ihrem Umfeld verteilen. 

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