Das Netz der Liebe – Gottes Faden hält alles zusammen

Eine Liebesbeziehung lebt davon, dass beide aufeinander schauen und sich einander schenken. Christen dürfen darauf vertrauen, dass Gott eine Beziehung stark macht.
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Ehepaar betet gemeinsam vor dem Essen

Eine Liebesbeziehung lebt davon, dass beide aufeinander schauen und sich einander schenken. Christen dürfen darauf vertrauen, dass Gott eine Beziehung stark macht.

Der christliche Psychologe Werner May (Würzburg) vermittelt diese Sicht in seinem kleinen Buch «Verliebte Liebe. Sieben Fäden für ein Liebesnetz, das hält». Es handelt sich nicht um einen typischen Ratgeber; das Buch vermittelt grundlegende Einsichten dazu, was eine Liebesbeziehung festigt und erhält. Zudem enthält es Gedichte, die das jeweilige Thema auf eigene Weise ansprechen. In einer vierteiligen Serie stellt Jesus.ch die Inhalte des Buches vor. Hier Teil 3.

Liebe am Brennen halten

Wichtig ist May, dass seine Hinweise und Ratschläge nicht als Hilfe oder gar letzter Rettungsanker für Menschen in einer Beziehungskrise gedacht sind. Vielmehr versuche er einen Weg aufzuzeigen, wie das Liebesfeuer am Brennen gehalten werden kann. Er wolle dazu anregen, «Fäden zu spinnen, damit die Liebe bleibt.»

Werner May ist seit über 40 Jahren mit Agnes verheiratet, sie haben sechs erwachsene Kinder. May war von 1986 an über 25 Jahre erster Vorsitzender der Ignis-Akademie für Christliche Psychologie in Kitzingen (bei Würzburg).

Gott knüpft sich selbst hinein

Werner May spricht von verschiedenen Fäden, die es brauche, damit ein Netz entsteht, das die Liebe eines Paares schützt. Zunächst beschreibt er die sechs Fäden der Liebe zum anderen (Agape und Eros). Dazu steuere Gott seinen Faden bei: «Der siebte, göttliche Faden, er nimmt die sechs anderen und knüpft sie zu einem starken Netz, egal wie dick und dünn die einzelnen Liebesfäden sein mögen. Und noch mehr: Er knüpft sich selbst hinein!»

Gnade und Reich Gottes

Der Faden Gottes in einer Beziehung sei «ein doppelter, zweifacher». «Der erste heisst Gnade, die Gnade Gottes auf und in unserer Liebe, so dass mehr geschieht als wir selbst tun können. Gnade heisst 'etwas umsonst bekommen', also ohne unser Zutun. Der zweite ist unsere Bereitschaft, zuerst nach dem Reich Gottes zu trachten, im Vertrauen, dass uns dann alles andere zufallen wird.»

Dieser Faden Gottes lasse sich nicht verdienen. «Richtig ist, wir können den Segen Gottes auf unserer Liebe wie auch sonst im Leben nicht erzwingen, einfordern, einleisten! Der Segen Gottes kann aber erbeten werden und wir können ihm durch unsere Hingabe indirekt den Weg bereiten.»

Werner May hebt hervor, dass die Liebe zu Gott erste Priorität habe. «Die Bedeutung der Liebe zwischen zwei Menschen oder das eigene Ich solle nicht an die Stelle Gottes treten und dadurch überwertig werden.»

Es geht um mehr als die Beziehung

Darüber hinaus brauche eine Liebesbeziehung auch einen Horizont, der über die Liebe der zwei Menschen hinausgehe. «Eine gemeinsame Liebe braucht Ziele über sich hinaus, kann sich nicht selbst genügen.» Zunächst sei eine Partnerschaft ein Ort, der Mangel und Sehnsüchte beantworten könne, doch dabei solle es nicht bleiben, zwei Menschen sollten nicht sich selbst genügen. «Die Liebe füllt unseren Mangel und unsere Sehnsüchte, führt uns in Ekstase und in Jubel, ergänzt unsere Begrenzungen, macht uns stark, damit, – damit sie dient, anderen, unserem Land, den Armen, dem Reich Gottes!»

Investment, Gott und Dienst an anderen

Und so entwickelt das Buch ein Dreieck: von der Bereitschaft zum Investment in die Beziehung und Vertrauen in die Hilfe Gottes hin zur Zuwendung an andere Menschen. «Spinnen wir unsere eigenen Liebesfäden, weil ich den anderen begehre und mich ihm schenken möchte, so gut es geht, mit Mangel, dünn, reissfest oder nicht, vertrauen wir dabei aber dem Segen Gottes und bitten um diesen. Gott gibt gerne. Knüpfen wir unser Liebesnetz, und dadurch bereichert und gehalten sind wir für andere da.»

Zum Teil 1: Worauf es in einer Beziehung ankommt: Verliebte Liebe: Wie ich den anderen sehe
Zum Teil 2: Worauf es in einer Beziehung ankommt: Geben und (sich) schenken

Zur Webseite:
Werner May

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