Es muss etwas geschehen – Gott sieht nicht länger einfach zu

«Wie kann Gott das viele Böse und die Kriege zulassen? Wie kann er einfach zuschauen?» Das fragen sich im Moment viele. Wo bleibt der Allerhöchste?
Envato / halfpoint
Gott schaut nicht länger zu.

«Es ist nicht zum Zusehen», sagen wir, wenn es um eine unerträgliche Situation geht. Und was uns diesen Winter in die Stube übertragen wird, ist oft wirklich nicht zum Zusehen. Wie lange schaut der Allerhöchste eigentlich noch zu, denken manche.

Das Böse ausrotten?

Wünschen wir uns nicht oft, dass Gott machtvoll und klar und ein für alle Mal das Böse anpackt, mächtig eingreift und es ausrottet? Ist er nicht allmächtig? Wie lange schaut er einfach zu? Könnte er nicht seine himmlischen Heerscharen senden? Wir sind nicht die erste Generation, die sich so etwas dringend wünscht.

Aber nein, was kommt? Weihnachten kommt. Ein Kind wird in Palästina geboren, und die himmlischen Heerscharen schlagen nicht drein, sondern singen. Ein paar einfache und ein paar gelehrte Menschen beten ein Baby an. Und dann passiert 30 Jahre wieder nichts.

Wenn wir uns einen Gott konstruiert hätten, der die Welt erlöst, wäre es sicher einer gewesen, der mit Macht eingreift, die Bösen vernichtet und ein für alle Mal klare Verhältnisse schafft, nicht wahr? Das Problem ist nur: Wahrscheinlich wäre die Erde dann leer (wie es bei der Sintflut schon einmal war…).

Gott sieht nicht länger zu

Wenn wir über allen Kitsch und Kommerz hinaus zur wahren Bedeutung von Weihnachten vorstossen, müssen wir verstehen: Mit diesem besonderen Baby hat Gott in Wirklichkeit einen alternativen Plan in die Wege geleitet, so genial, wie er nur von ihm kommen kann. Gott sieht nicht länger zu – er geht rein in das Chaos. Er fängt die Erlösung des Universums an, indem er einer von uns wird und dieses eine Baby zum Retter der Welt heranwachsen lässt. Die beiden Kernprobleme der Menschheit – Schuld und Tod – packt er am eigenen Leibe an. Und jeder, der diesem Jesus folgt, wird wiederum zu einem Werkzeug der Erneuerung der Welt. Freiwillig, ohne Zwang, ohne Macht und doch gewaltig überzeugend.

Es gibt immer noch Blut, Schweiss und Tränen. Aber Gottes Lösung basiert auf Erlösung, und die hat angefangen und geht weiter. Dieser Jesus wird es eines Tages «richten» und dann hören alle Tränen auf. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Und jeder, der Gerechtigkeit will, sollte sich auf die Seite des Kindes aus Nazareth stellen, nicht länger zusehen und sich da brauchen lassen, wo Gott gerade Neues schaffen will.

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