Für mich oder für dich? – Fünf Schritte zu einer guten Ehe

Immer wieder hört man gerade von jungen Paaren die Aussage: «Warum sollten wir heiraten, wenn es doch wahrscheinlich ist, dass wir uns irgendwann scheiden werden?» Und doch – oder gerade deshalb – ist es gut und wichtig, an der Beziehung zu arbeiten.
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Lächelndes Paar im Bett unter Decke

Immer wieder hört man gerade von jungen Paaren die Aussage: «Warum sollten wir heiraten, wenn es doch eh ziemlich wahrscheinlich ist, dass wir uns irgendwann scheiden werden?» Der Ausdruck «Lebensabschnittsgefährte» ist weit verbreitet. Und doch – oder gerade deshalb – ist es gut und wichtig, an der Beziehung zu arbeiten und die Ehe «scheidungsfest» zu machen oder sie vor einer Scheidung zu schützen. Fünf praktische Tipps gibt hierzu Chris Townsend im folgenden Artikel.

Wir haben keine perfekte Ehe. Die Grösse der Ehe und die Schwierigkeiten lassen uns oft ganz klein aussehen. Aber wir haben ein paar Dinge, die bei uns funktioniert haben und die möchte ich hier weitergeben. Alles begann, als wir zum fünften Hochzeitstag ausgingen und meine Frau mich fragte: «Wenn du einem Paar, das vor der Hochzeit steht, einen Ratschlag geben könntest, was würde das sein?» Ich musste gar nicht lange nachdenken: «Sich selbst verleugnen!» Meiner Frau war die Antwort zu makaber. Sie ist eher der «Blumen-und-Regenbogen-Mensch», während ich praktisch direkt bin. Ich mag meine Antwort, aber ihre war noch besser. Sie sagte: «Macht Gott zum Mittelpunkt eurer Ehe.» Während wir im Restaurant etwas Leckeres assen, sprachen wir über unsere Erfahrung und erstellten den folgenden Plan, den ich «Fünf Schritte zu einer erfolgreichen Ehe» nennen möchte.  

1. Gott zum Mittelpunkt der Ehe machen

Gott muss das Fundament von allem sein, weil Gott alles verändert. Er schenkt Sinn, Richtung und auch das ethische Fundament. Aus ihm kommt alles Gute und er schenkt die Lösung für alles, was nicht gut ist. Was auch immer Sie tun, tun Sie es zur Ehre Gottes, dann werden Sie gesegnet, individuell und als Paar. Denn aus der Beziehung zu Gott kommen auch die restlichen vier Punkte.

2. Sich selbst verleugnen

Einer der grundlegendsten Abschnitte des Neuen Testaments dreht sich darum, sich selbst zu verleugnen. Dies geht in unserer modernen Kultur so leicht verloren. Die Menschen heutzutage ziehen es vor, das Schwierige und Selbstlose zu vermeiden. Wir leben für uns selbst. Wir sterben für uns selbst. Und natürlich heiraten wir auch wegen uns selbst. So drehen sich heute die meisten unserer Beziehungen um uns selbst. Was kann diese Person für mich tun? Was kann ich aus dieser Beziehung für mich herausholen? Wenn Sie die Priorität sind, dann ist die Beziehung zum Scheitern verurteilt, denn früher oder später wird das Nutzen der anderen Person weniger. Und was bleibt Ihnen dann? Ein Mensch, kein Produkt. Wenn Sie den anderen wegen seines produktiven Wertes in Ihrem Leben geheiratet haben und nicht, um mit ihm oder ihr zusammengeschweisst zu werden, mit allen Fehlern und Unzulänglichkeiten, dann steht ihnen eine grosse Enttäuschung bevor.

Eine Ehe, in der Gott der Mittelpunkt ist, ist nämlich genau das Gegenteil. Es geht nicht darum, was ich hier rausholen kann. Die Ehe ist ein Bild für Gottes Liebe uns gegenüber, und Gottes Liebe ist selbstlos, aufopfernd, bis in den Tod hinein. Wenn unsere Ehe also gelingen soll, müssen wir uns dem anderen hingeben. Wir werden gegenseitig zu Dienern. Ein Beispiel hierfür wäre, die Sprache der Liebe des anderen zu lernen. Für meine Frau sind Geschenke und Zweisamkeit wichtig. Ich finde Zweisamkeit auch schön, aber Geschenke sind mir ziemlich egal. Dennoch: Wenn ich mich selbst nicht verleugne und lerne, ihre Sprache der Liebe zu sprechen, werde ich mich ihr nie richtig nähern und sie nicht segnen können.

3. Liebevoll kommunizieren, mit Wahrheit und Gnade

Sich uneinig sein ist gesund! Konflikte lassen uns wachsen, sie formen uns. Aber sie können uns auch zerbrechen. Konflikte sind Teil jeder Beziehung. Das Ziel sollte es nicht sein, den Konflikt zu vermeiden, sondern ihn vielmehr bewusst zu konfrontieren, mit Liebe, Gnade und Wahrheit. Wir sollten lernen, unsere Beschwerden so auszudrücken, dass dies unseren Partner ehrt. Sagen Sie dem anderen schnell, was Sie stört, und lassen sie nicht zu, dass sich die Dinge anstauen, bis einer oder beide von Ihnen explodieren.

Das Neue Testament gibt da einen guten Rat: «Belügt einander also nicht länger, sondern sagt die Wahrheit. Wir sind doch als Christen die Glieder eines Leibes, der Gemeinde Jesu. Wenn ihr zornig seid, dann ladet nicht Schuld auf euch, indem ihr unversöhnlich bleibt. Lasst die Sonne nicht untergehen, ohne dass ihr einander vergeben habt. Gebt dem Teufel keine Gelegenheit, Unfrieden zu stiften.» (Epheser, Kapitel 4, Verse 25 bis 27)

Versuchen Sie immer, die Dinge zu klären, bevor Sie ins Bett gehen. Das bedeutet nicht, dass Sie jedes kleinste Detail ausarbeiten müssen, aber wenn Sie versuchen, einander zu vergeben und sich gegenseitig durch die Uneinigkeit oder den Streit hindurch zu lieben, schenkt das Ihrer Beziehung Frieden und verhindert, dass der Teufel Unfrieden stiften kann.

4. Suchen Sie Anschluss

Wir alle brauchen Unterstützung. Es können nicht immer nur zwei gegen den Rest der Welt sein. Umgeben Sie sich von Menschen, die ehrlich sind und für Gott leben. Freunde, Familie und eine gute Gemeinde sind unverzichtbar. Egal, ob es jemand ist, auf den man sich in schweren Zeiten stützen kann, jemand, mit dem man die guten Zeiten feiern kann, oder einfach eine Gruppe von Leuten, mit denen man gemeinsam das Leben gestaltet – Gemeinschaft ist grundlegend wichtig für eine Ehe. Oft sind wir wie die Menschen, die uns umgeben. Deshalb rate ich Ihnen, sich mit Menschen zu umgeben, die Ihnen helfen, im Glauben und als Paar zu wachsen.

5. Seien Sie offen und ehrlich über Ihre Sünde

Dieser Punkt war für uns super wichtig! Es besteht die Tendenz, denjenigen gegenüber, die uns wichtig sind, immer unsere beste Seite zeigen zu wollen. Wir sind uns bewusst, dass unsere Sünde diejenigen um uns herum verletzt, insbesondere unseren Partner, und noch viel mehr, wenn sich die Sünde gegen diese Person richtet. Wenn man gegenseitig offen ist, erzeugt das verschiedene Dinge. Man kann sich gegenseitig die Lasten mitteilen. Es verhindert, dass wir unsere Fehler verheimlichen und daran entzweien. Es schenkt die Möglichkeit zur Gnade und Vergebung. Es schenkt Möglichkeiten des Gebets und der Weisheit. Es verhilft dazu, dass wir gegenseitig verwundbar bleiben. Es spinnt einen Faden zwischen zwei Menschen. Wenn wir gegenseitig unsere Schwächen kennen, kennen wir uns besser und tiefgehender als den Rest der Welt und das schafft ein ganz besonderes, unzerbrechliches Band.

Dieser Artikel wurde von Livenet übersetzt und leicht gekürzt.

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