Mut zur Berufung – Einfach «nur» Mama sein?!

Das Image in der Branche ist schlecht. Die Bezahlung ist mies, aber man arbeitet rund um die Uhr und braucht dafür alle Nerven. Mama zu sein ist eine echte Herausforderung.
Unsplash / Christian Bowen
Eine Mutter mit ihrem Kind

«Was, du bist nur mit deinem Kind zu Hause? Fällt dir da nicht die Decke auf den Kopf?»; «Na, aber nach einem Jahr Baby-Pause solltest du schon wieder anfangen zu arbeiten…»; «Was die meinem Kind in der Krippe bieten, das könnte ich ihm gar nicht geben…»

Solche und ähnliche Sprüche hören junge Mütter oft. Es war noch nie populär, einfach «nur» Mutter und Hausfrau zu sein. Aber der soziale Druck auf Mütter steigt. Als wäre es nicht genug, für sein Kind da zu sein. Als müsste man in der Gesellschaft noch einen anderen Beitrag leisten. Als bekomme man eine Daseinsberechtigung nur dann, wenn man im Berufsleben steht. Doch was ist wirklich wichtig im Leben?

Eigene Prioritäten setzen

Vergessen Sie die Sprüche von Vorgesetzten, Arbeitskollegen und Bekannten und überlegen Sie für sich, was wirklich in Ihrem Leben Priorität hat.

Kinder werden so schnell gross. Wäre es nicht schade, diese besondere, gemeinsame Zeit zu verpassen? Überdenken Sie, wie unbezahlbar und kostbar Zeit ist, vor allem, wenn Sie finanziell nicht unbedingt auf Ihre zusätzliche Arbeit angewiesen sind. Bedenken Sie, dass Krippenplätze auch etwas kosten.

Schätzen Sie Ihre Zeit und Kraft ein

Ja, manchmal kann Mama sein auch eintönig werden. Aber ganz ehrlich, das passiert Ihnen in jedem Job. Vergessen Sie nicht, dass Ihr Kind Ihre Liebe braucht, auch wenn es den ganzen Tag von geschultem Personal betreut wird. Wenn Sie von der Arbeit kommen, wird es trotzdem Ihre ganze Aufmerksamkeit benötigen. Den Beruf «Mutter» behalten Sie, auch wenn Sie wieder anderweitig arbeiten gehen.

Überlegen Sie, in welchem Bereich Ihres Lebens Sie am ehesten Abstriche machen wollen. Bei Ihren Kindern? In Ihrer Beziehung? Im Job? Wer zu viele Aufgaben hat, läuft in Gefahr, andere Bereiche zu vernachlässigen. Entscheiden Sie, was das bei Ihnen am Ehesten sein kann.

Wenn Sie wieder anfangen wollen zu arbeiten, übernehmen Sie sich nicht. Zu viele Mütter kommen an den Rand ihrer Kraft. Verpflichten Sie sich lieber für weniger Stunden und steigern Sie dann gegebenenfalls. Planen Sie auch Zeit ein, in der Sie selbst wieder Kräfte sammeln können.

Dem Druck von aussen standhalten

Was gibt Ihnen Wert? Können Sie sich in Ihrem Beruf tatsächlich selbst verwirklichen oder verwirklichen Sie eher ein Geschäftsmodell für Ihren Chef? Wie werden Sie am Ende Ihres Lebens Ihre jetzige Situation einschätzen?

Es ist toll, dass Mütter heutzutage so viele Möglichkeiten haben. Allerdings sollten Sie auch die echte Freiheit haben, sich entscheiden zu können, eine Zeit lang «nur» Mutter zu sein. Denn Mama sein ist ein sehr ehrenhafter und wichtiger Beruf. Kinder sind das kostbarste Geschenk, das man haben kann. Lassen Sie sich nicht einreden, dass Mama sein ein minderwertiger Beruf ist. Im Gegenteil, sie investieren in die Zukunft unserer Gesellschaft!

Ob und wann Sie wieder in ihren alten Job einsteigen wollen und wie viel Zeit Sie dafür investieren wollen – dafür gibt es keine Richtlinien. Lassen Sie sich deswegen auch keine Vorschriften von aussen machen!

Dieser Artikel erschien zuerst im November 2014 auf Jesus.ch.

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