Herausforderung und Möglichkeit – Die nächste Generation segnen – sie braucht es!

Tim Linde, Matthias Claudius und die biblische Hanna haben sich nie kennengelernt. Und doch haben diese Menschen eine wichtige Gemeinsamkeit. Sie haben mit Gott gelebt oder tun es noch. Und sie wollen positive Impulse an die nächste Generation geben.
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nächste Generation segnen

Tim Linde, Matthias Claudius und die biblische Hanna haben sich nie kennengelernt. Und doch haben diese Menschen eine wichtige Gemeinsamkeit. Sie haben mit Gott gelebt oder tun es noch. Und sie wollen positive Impulse daraus an die nächste Generation weitergeben – einen Segen.

Wenn man an so etwas wie Familienerbe denkt, gehen die Gedanken meist in eine von zwei Richtungen: Geld oder Probleme. Nicht nur beim aktuellen US-Präsidentschaftskandidaten Trump spielt das geerbte Geld seiner Familie eine gewichtige Rolle. Für viele Menschen ist ein finanzielles Erbe Starthilfe oder Existenzgrundlage. Abgesehen vom Geld wird familiäres Erbe eher kritisch gesehen. Oft überwiegen hier die schlechten Dinge: Lieblosigkeit, Alkoholismus, eine destruktive Familienkultur – all dies hat negative Auswirkungen bis in die nächste Generation hinein. Doch aus christlicher Perspektive gibt es noch viel mehr Möglichkeiten für ein positives Erbe, als nur Geld weiterzugeben: Segen. Dieser kann sehr unterschiedlich ausfallen, doch er prägt und wirkt sich positiv aus.

Ein neues Lebenslied

Tim Linde wollte eigentlich nur seiner kleinen Tochter ein Lied bei ihrer Taufe singen. Das ist jetzt etwas mehr als ein Jahr her – und längst eine Erfolgsgeschichte. Mit Mundharmonika und Gitarre sang der Vater seiner Tochter zu:

«Eine Chance in meinem Leben,
dir was mit auf den Weg zu geben,
nutz ich heute gerne aus.
Frei zu sein ist deine Pflicht!
Eine andere hast du nicht.
Meine Kleine, mach was draus!»

Linde erinnerte seine Tochter an Gottes Liebe und Gegenwart, zitierte einige der Zehn Gebote und entliess sie mit dem alten Segensspruch der Seefahrer ins Leben:

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Kind an der Hand

«Volle Fahrt voraus!
Du hast alles, was du brauchst.
Zu Deinem Glück brauchst du nicht viel.
Nur eine Handbreit Wasser unterm Kiel.»

Man könnte jetzt denken, dass dies nur ein netter Wunsch ist, doch die Kreise, die das Lied inzwischen gezogen hat, zeigen etwas anderes: Hier spricht ein Vater seiner Tochter Gottes Segen zu. Das hat jetzt bereits Auswirkungen – und wird es hoffentlich auch im weiteren Leben dieses Mädchens haben.

Ein Vermächtnis der Liebe

Der Journalist und Dichter Matthias Claudius ist den meisten heute nur noch als Schöpfer des Abendliedes «Der Mond ist aufgegangen» bekannt. Der Christ und Familienmensch hat allerdings auch einen anrührenden Brief an eines seiner Kinder geschrieben, an seinen Sohn Johannes. Geld war bei Familie Claudius immer Mangelware gewesen, so ist es auch kein Wunder, dass der Vater seinen Brief mit dem Petruswort aus der Apostelgeschichte einleitet: «Gold und Silber habe ich nicht; was ich aber habe, gebe ich dir.» Und dann gibt er ihm einige Ratschläge auf den Weg:

«Die Zeit kömmt allgemach heran, dass ich den Weg gehen muss, den man nicht wieder kömmt. Ich kann dich nicht mitnehmen und lasse dich in einer Welt zurück, wo guter Rat nicht überflüssig ist. […] Ich habe die Welt länger gesehen als du. Es ist nicht alles Gold, lieber Sohn, was glänzet, und ich habe manchen Stern vom Himmel fallen und manchen Stab, auf den man sich verliess, brechen sehen …»

Wer oberflächlich in diesen Brief hineinliest, der wird darin nur eine leicht altertümliche Sammlung von Sprichwörtern, Gedanken und Ratschlägen finden. Doch wer sich den Brief aus einer liebevollen Vater-Sohn-Beziehung heraus vorstellt, der spürt, wie Matthias Claudius darum ringt, seinem Sohn das weiterzugeben, was sein eigenes Leben bestimmt und gesegnet hat:

«Und sinne täglich nach über Tod und Leben, ob du es finden möchtest, und habe einen freudigen Mut; und gehe nicht aus der Welt, ohne deine Liebe und Ehrfurcht für den Stifter des Christentums durch irgendetwas öffentlich bezeuget zu haben.»

Eine göttliche Bestimmung

Was hören Kinder von ihren Eltern nicht alles: «Du warst ein Betriebsunfall»; «Ob aus dir noch mal etwas wird?» und vieles mehr. Das alttestamentliche Ehepaar Elkana und Hanna geht da einen anderen Weg. Sie geben ihrem Sohn einen Namen, der ihn sein ganzes Leben lang als das auszeichnen soll, was er für sie ist: Samuel – von Gott erbeten. Was für ein Vorzeichen für ein Leben: Du bist eine Gebetserhörung! Natürlich sollte das nicht alles sein, doch es ist ein guter Anfang. Das biblische Prinzip, den eigenen Kindern Namen mit einer tieferen Bedeutung zu geben, ist in unserer Gesellschaft kaum mehr aktuell. Die Haltung dahinter lässt sich allerdings auch anders umsetzen. Es gibt viele Wege, um zu unterstreichen: Gott hat mit dir etwas vor!

Der Segen, den wir heute weitergeben können, mag sehr unterschiedlich aussehen. Er geht allerdings weit über ein finanzielles Erbe hinaus. Perspektive, Berufung, Annahme – all diese Gedanken spielen hier hinein. Und sie prägen und segnen Menschen – gerade die nächste Generation.

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