Warum? – Die falsche Frage

Wie oft haben Sie Gott schon nach dem «Warum» einer Sache gefragt und keine Antwort erhalten? Vielleicht waren Sie enttäuscht über sein Schweigen oder haben sich geärgert. Doch die Frage «Warum?» ist letztlich die falsche, meint Pastor McDonald.

Wie oft haben Sie Gott schon nach dem «Warum» einer Sache gefragt und keine Antwort erhalten? Vielleicht waren Sie enttäuscht über sein Schweigen, haben sich geärgert, an anderen Orten nach Antworten gesucht… Doch die Frage «Warum?» ist letztlich die falsche, meint Pastor James McDonald und erklärt, weshalb.

«Vieles, was der Herr, unser Gott, tut, bleibt uns verborgen. Doch was er von uns erwartet, das hat er uns eindeutig mitgeteilt. Er hat uns seine Gebote gegeben, die in diesem Gesetzbuch aufgeschrieben sind. Ihnen sollen wir und unsere Nachkommen für alle Zeiten gehorchen.» 5. Mose, Kapitel 29, Vers 28

Wie oft haben Sie auf Ihrem Lebensweg schon Fragen gehabt, die Sie Gott gerne stellen würden? Die meisten dieser Fragen beginnen mit dem kleinen Wörtchen «Warum». Wir haben ein Problem mit dem Konzept, dass Gott Geheimnisse hat oder dass uns vieles von dem, was er tut, «verborgen bleibt». Er sollte keine Geheimnisse haben, oder? Zumindest nicht vor uns, die wir durch den Glauben an Jesus zu seiner Familie gehören. Wir sind ihm doch wichtig, oder nicht? Wir arbeiten doch für sein Reich. Als Menschen, die zumindest einen winzigen Anteil daran haben, was Gott hier auf der Erde tut, könnten wir meinen, dass er uns gewisse Antworten schuldet, wenn wir ihn fragen. Weshalb sehe ich das anders?

Klein und unbedeutend

Wenn wir Gott nach dem «Warum» fragen und keine Antwort erhalten, zeigt das deutlich, wie winzig unsere Rolle in seinem unendlichen Plan ist. Es fällt uns nicht leicht, mit dieser Realität zu leben. Das passt nicht zu dem, was wir über seine Liebe für uns wissen und was wir von unserer Beziehung zu ihm erwarten. Wenn Gott unsere «Warums» nicht beantwortet, fühlen wir uns klein – und das mögen wir nicht.

Was wir wissen

Doch macht es uns nicht zu sündhaften, eigensüchtigen Menschen, wenn wir uns darauf konzentrieren, was Gott uns nicht sagen will, statt zufrieden zu sein mit allem, was er uns bereits gesagt hat? Sollten wir uns nicht vielmehr bewusst machen, was «er uns eindeutig mitgeteilt» hat, die Dinge, die uns zustehen? Denn zusammengenommen formen sie alles, «was wir brauchen, um so zu leben, wie es ihm gefällt» (2. Petrus, Kapitel 1, Vers 3). Alles, was wirklich wichtig ist, wissen wir bereits – wie wir hierhergekommen sind, wohin wir gehen, wie alles enden wird, wer siegen wird. Gott sitzt nicht im Himmel und überlegt, ob er uns vielleicht ein bisschen mehr hätte mitteilen sollen. Er hat uns keine wichtige Information vorenthalten.

Von Gott lernen

Nein, er ist vielmehr einen Schritt weiter gegangen. In Jakobus, Kapitel 1, Vers 5 fordert er uns auf: «Wenn es jemandem von euch an Weisheit mangelt zu entscheiden, was in einer bestimmten Angelegenheit zu tun ist, soll er Gott darum bitten, und Gott wird sie ihm geben.» Er hat versprochen, uns Weisheit zu schenken, wenn wir ihn in unseren Bewährungsproben suchen. «Glücklich ist der Mensch, der weise und urteilsfähig geworden ist!» (Sprüche, Kapitel 3, Vers 13)

Gott hat uns mit der Fähigkeit geschaffen, von ihm und von unserer eigenen Lebenserfahrung zu lernen. «Ermahne einen verständigen Menschen, denn er wird dich dafür lieben», steht in Sprüche, Kapitel 9, Vers 8. Selbst das Wissen, das wir dadurch erhalten, wenn andere Menschen uns herausfordern, ist ein Geschenk von Gott für unsere so schnell verwirrten Herzen.

Wir müssen gar nicht jedes «Warum» kennen, wenn wir wissen, wer derjenige ist, der sie alle kennt. Wir können in scheinbar sinnlosen Situationen genug Sinn finden, wenn wir die Ewigkeit in die Gleichung hineinbringen, uns auf seiner Allmacht ausruhen und seine Güte darin anerkennen, dass er entschieden hat, was wir wissen sollten und was nicht – denn er ist Gott, wir nicht.

Die einzige Antwort, die wir benötigen

Letztlich ist «Warum?» gar nicht die richtige Frage, die man stellen sollte. Viel besser ist die Frage, was wir aus dem machen, was er uns offenbart hat, denn «was er von uns erwartet, das hat er uns eindeutig mitgeteilt. Er hat uns seine Gebote gegeben, die in diesem Gesetzbuch aufgeschrieben sind. Ihnen sollen wir und unsere Nachkommen für alle Zeiten gehorchen».

Nicht jedes «Warum» wird uns beantwortet. Das stimmt. Aber wenn wir uns über das freuen, was uns offenbart und mitgeteilt wurde, dann können wir Gottes Wort als etwas erleben, das uns erfüllt und beglückt – und als einzige Antwort, die wir auf all unsere Fragen wirklich benötigen.

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