Masshalten – Teil 1 – Das Streben nach immer mehr

Unsere Gesellschaft verliert sich zusehends in Masslosigkeit. Viele beginnen, den modernen Kapitalismus in Frage zu stellen. Diese Zeit ist eine Chance für Christen, durch ihren Lebensstil zu zeigen, dass es mehr gibt als Wohlstand und Vergnügen.
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Hände greifen nach Geld

Unsere Gesellschaft verliert sich zusehends in Masslosigkeit. Viele beginnen, den modernen Kapitalismus in Frage zu stellen. Andere fürchten sich vor einer Wirtschaftskrise und dem Verlust von Wohlstand. Diese Zeit ist eine Chance für Christen, durch ihren Lebensstil zu zeigen, dass es mehr gibt als Wohlstand und Vergnügen.

Immer mehr! Der Mensch will wachsen und seine Grenzen erweitern. Diese Eigenschaft ist uns angeboren und hat durchaus seine guten Seiten. Im Streben nach materiellem Wohlstand und Vergnügen leidet die Gesellschaft westlicher Länder aber an Masslosigkeit. Durch Optimierungen sollen die Preise gesenkt und damit mehr Kunden gewonnen werden. Darüber, ob jemand den Preis für diese Optimierungen bezahlen muss, denken wir nicht gerne nach. Wir streben nach immer mehr Wohlstand, nach Reichtum und Vergnügen.

Wir wollen mehr, als wir uns leisten können

Laut Bundesamt für Statistik wurden 2015 in der Schweiz 2'860'217 Zahlungsbefehle und 1'580'502 Pfändungsvollzüge verzeichnet. Das sind erschreckende Zahlen. Ratenzahlungen, Kreditschulden, Leasing, usw. sind längst Normalität geworden. Damit bekommen wir, was wir wollen – und zwar sofort.

Die Wirtschaft muss wachsen. Dies ist bei den meisten Ökonomen Gesetz. Oftmals wird angegeben, eine Stagnation des Wirtschaftswachstums führe automatisch zu höherer Arbeitslosigkeit. Es gibt aber auch Stimmen, die für mehr Bescheidenheit plädieren. Der tschechische Wirtschaftswissenschaftler Tomás Sedlácek etwa ist überzeugt, dass Wirtschaftswachstum kein «Muss» für eine gesunde Volkswirtschaft ist. Das extreme Wachstumsdenken unserer Zeit sei naiv, glaubt er. Sedlácek bezieht sich bei seinen Ausführungen oft auf biblische Prinzipien (Livenet berichtete). Und auch der bekannte Schweizer Wirtschaftspolitiker Rudolf Strahm hat am Beispiel der Schweiz verschiedentlich aufgezeigt, dass eine tiefe Arbeitslosigkeit bei stagnierender Wirtschaft möglich ist.

Welches «Mehr» hat Bedeutung für das Heute und die Ewigkeit?

«Wie schwer ist es für die Reichen, in Gottes Reich zu gelangen!», sagte Jesus (Markusevangelium, Kapitel 10, Vers 23). Wir sind gut beraten, über diese Worte nachzudenken. Welcher Wert hat letztlich ein immer grösseres Einkommen? Und was bringen uns neuste Geräte, Luxusferien, actionreiche Freizeitgestaltung oder das brandneue Auto im Blick auf die Ewigkeit?

Wir gehen davon aus, dass Gott den Wunsch nach Wachstum in uns hineingelegt hat. Doch mehr wovon? Wenn wir in unserer Beziehung zu Gott wachsen wollen, müssen wir den Weg zu einem einfachen Lebensstil beschreiten.

Masshalten neu entdecken

Von Paulus bis John Wesley haben unzählige Prediger zu einem schlichten Lebensstil aufgerufen. Doch irgendwann haben wir die Bedeutung von Masshalten für unser geistliches Leben aus den Augen verloren. Es geht nicht um freiwillige Armut, sondern darum, das Streben nach Wohlstand und Vergnügen zu mässigen. Es lohnt sich, einen einfachen Lebensstil neu zu entdecken. Das nimmt uns viel Stress und schafft Raum für eine lebendige Beziehung mit Jesus.

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