Karfreitag – Das Kreuz – ein Zeichen des Versagens?

Am Kreuz endete scheinbar alles: Jesu Wirken, seine Lehre, seine Ideologie, die Hoffnungen auf sein rettendes Eingreifen gegen das römische Reich… Aus menschlicher Sicht hatte er auf der ganzen Linie versagt. Oder?
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Das Kreuz steht im Zentrum des christlichen Glaubens.

Am Kreuz endete scheinbar alles: Jesu Wirken, seine Lehre, seine Ideologie, die Hoffnungen auf sein rettendes Eingreifen gegen das römische Reich… Aus menschlicher Sicht hatte er auf der ganzen Linie versagt. Oder?

Es ging so schnell abwärts mit ihm: Noch wenige Tage zuvor vom jüdischen Volk als König und Retter gefeiert, hängt Jesus nach der Forderung des Volkes am Karfreitag am Kreuz. Wie die schlimmsten Verbrecher. Vorbei ist die Zeit der Wunder, seine Heilungen, vorbei die Jüngerschaftsschule, vorbei auch die Hoffnung vieler Menschen, dass er der ersehnte Messias ist. Jesus ist tot, wie schon viele Propheten vor ihm, auch er hat versagt.

Menschliche Sicht …

Doch ist das Kreuz wirklich ein Zeichen des Versagens? Aus menschlicher Sicht gesehen definitiv. Das Wirken Jesu war zu Ende, er hatte als Leiter, als Retter, als König in jeder Hinsicht versagt – und Satan lachte sich über diesen scheinbaren Sieg ins Fäustchen. Aber schauen wir darauf, was Jesus zu Petrus sagt, nachdem der Jünger ihn vor der Reise nach Jerusalem und dem drohenden Tod warnte. Das Matthäusevangelium, Kapitel 16, Vers 23 berichtet: «Aber Jesus wandte sich um und sagte zu Petrus: 'Geh weg von mir, Satan! Du willst mich zu Fall bringen. Was du denkst, kommt nicht von Gott, sondern ist menschlich!'»

Die menschliche Sichtweise stellt den Menschen selbst ins Zentrum. Und somit ist der Tod das Ende der Geschichte, das Ende eines vielversprechenden Lebens, das viel zu früh beendet wurde, ein Zeichen des Versagens.

… vs. Gottes Sicht

Doch Jesus sagt Petrus, dass er die Dinge nicht aus menschlicher, sondern aus Gottes Sicht betrachten soll. Gottes Sicht, also die Sicht der Bibel. Im Kolosserbrief, Kapitel 2, Verse 13 bis 15 schreibt Paulus: «Ja, Gott hat euch zusammen mit Christus lebendig gemacht. Ihr wart nämlich tot – tot aufgrund eurer Verfehlungen und wegen eures unbeschnittenen, sündigen Wesens. Doch Gott hat uns alle unsere Verfehlungen vergeben. Den Schuldschein, der auf unseren Namen ausgestellt war und dessen Inhalt uns anklagte, weil wir die Forderungen des Gesetzes nicht erfüllt hatten, hat er für nicht mehr gültig erklärt. Er hat ihn ans Kreuz genagelt und damit für immer beseitigt. Und die gottfeindlichen Mächte und Gewalten hat er entwaffnet und ihre Ohnmacht vor aller Welt zur Schau gestellt; durch Christus hat er einen triumphalen Sieg über sie errungen.»

Feiern – auch am Karfreitag

Durch den Tod am Kreuz hat Jesus den Feind und seine Macht besiegt. Durch seinen Tod hat er uns aus den Händen Satans befreit. Soweit konnte der Teufel nicht sehen, als er sich beim «Es ist vollbracht» ins Fäustchen lachte. Gottes lang gehegter Rettungsplan für die Menschen wurde durch das Kreuz erfüllt – und funktionstüchtig gemacht. Deshalb ist das Kreuz kein Zeichen des Versagens, sondern vielmehr ein Zeichen des triumphalen Sieges von Jesus, wie Paulus es beschreibt. Das Kreuz ist Zeichen der Ehre, der Grösse, der Macht Gottes. Und das bedeutete es sowohl damals für diejenigen, die auch nach seinem Sterben noch unter dem Kreuz stehen blieben und um ihn trauerten, als auch für uns heute. Wir dürfen leben, weil er für uns starb. Und diesen Sieg dürfen wir heute, trotz des «stillen Freitags», voller Freude feiern!

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