Überraschende Fakten – Bekannter unbekannter Mose

Auch so bekannte Persönlichkeiten wie der biblische Held Mose haben ihre unbekannteren Seiten. Sie werfen ein teilweise neues Licht auf die faszinierende Person.
Wikimedia/ Chad Kainz from Chicago, USA - Vilnius Cathedral MosesUploaded by GiW, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=30275500
Mose wird immer wieder mit zwei Hörnern dargestellt.

Mose ist eine der bekanntesten Personen der Bibel. Über die verschiedenen Religionen hinweg ist sein Name ein Begriff. Dazu kommt, dass die meisten ihn in irgendeiner Form bereits bei sich im Wohnzimmer zu Besuch hatten – ob in der Zeichentrickversion «Der Prinz von Ägypten», als klassischen Spielfilm mit Charlton Heston oder in der aktuelleren Ridley-Scott-Verfilmung «Exodus: Götter und Könige». 

Das Los solcher öffentlichen Personen ist, dass die immer gleichen Details aus ihrem Leben sehr bekannt sind, vieles andere aber nahezu unbekannt bleibt. Fast jeder weiss von dem Baby im Schilfkorb oder dem Mann mit den Gesetzestafeln unter dem Arm. Aber auch die folgenden Punkte sind keine Geheimnisse. Du findest sie alle in den verschiedenen Berichten der Bibel, in denen Mose vorgestellt wird. Trotzdem dürften sie einige überraschen:

Mose war ausgesprochen gutaussehend

Das Erste, was in der Bibel über ihn steht, ist, «dass er schön war».

Er wohl mit einer Schwarzen Frau verheiratet

Namentlich bekannt ist Moses Frau Zippora, die Tochter des midianitischen Priesters Jitro. In ihrer Familie verbrachte Mose sein Exil, als er vor dem Pharao geflohen war. Später ist die Rede davon, dass er (auch?) eine kuschitische Frau hatte. Seine Geschwister Miriam und Aaron jedenfalls «redeten gegen Mose wegen der kuschitischen Frau, die er genommen hatte». Kritisierten sie ihren Bruder, weil ihnen die Hautfarbe seiner Frau nicht passte? Die Region Kusch wird heute meist mit Äthiopien in Verbindung gebracht. Darüber hinaus stellen heutige jüdische Wissenschaftler fest, dass «kuschitisch» nicht nur die Herkunft beschreiben, sondern auch «schön wie eine Schwarze aus Kusch» bedeuten kann.

Wahrscheinlich stotterte er

Bei seiner Berufung legte Mose Widerspruch ein und begründete dies mit seinen schlechten Rednereigenschaften: «Ach mein Herr, ich bin kein Mann, der reden kann; ich bin es von jeher nicht gewesen, und bin es auch jetzt nicht, seitdem du mit deinem Knecht geredet hast; denn ich habe einen schwerfälligen Mund und eine schwere Zunge!» Die jüdische Auslegung unterstreicht dies noch. Rabbi Nissim ben Reuben erklärte schon im 14. Jahrhundert: Wäre Moses ein wortgewandter und begnadeter Redner gewesen, hätten Skeptiker immer behaupten können, dass das jüdische Volk die Tora, ihre Wahrheiten und Gebote nur aufgrund seines Charismas angenommen habe.

Trotzdem schrieb Mose Lieder

Bekannt ist der Lobgesang von Mose und dem Volk Israel, als sie trotz Verfolgung durchs Rote Meer entkommen konnten: «Ich will dem Herrn singen, denn hoch erhaben ist er: Ross und Reiter hat er ins Meer gestürzt!…» Stammt dieses Lied eher von Mose oder aus dem Volk? Wir wissen es nicht. Weniger bekannt ist ein Lied, das definitiv aus Moses Feder stammt. Kurz vor seinem Tod fasste er sein Leben noch einmal dankbar in Worte: «Horcht auf, ihr Himmel, denn ich will reden, und du, Erde, höre die Rede meines Mundes! … Gebt unserem Gott die Ehre!…» Noch überraschender ist es für viele, dass eines der Lieder von Mose neben denen von David und Salomo in den Psalmen steht. Der 90. Psalm mit seiner bekannten Zeile «Lehre uns unsere Tage richtig zählen, damit wir ein weises Herz erlangen!» stammt von Mose.

Mose ist der einzige Mensch, den Gott begrub

Wie fast alle anderen Israeliten, die aus Ägypten aufbrachen, erreichte auch Mose selbst nicht das von Gott versprochene Land. Er konnte noch einen Blick hineinwerfen, bevor er starb. Dann begrub ihn Gott selbst und im 5. Buch Mose wird festgehalten: «Niemand kennt sein Grab bis zum heutigen Tag.» Gräber spielen in der jüdischen Kultur eine wichtige Rolle beim Gedenken. Die letzten Ruhestätten Abrahams, Isaks und Jakobs waren bekannt. Das Grab des Propheten Jona ging nach seiner Zerstörung durch den IS sogar bis 2014 durch die Presse. Das Grab des Mose gibt es nicht – wahrscheinlich um jeden Totenkult von vornherein abzuwenden.

Die Geschichte von Mose ist lang

Das ist kein echtes Geheimnis, aber hättest du gedacht, dass sie ein Siebtel der gesamten Bibel umfasst und ungefähr zwei Drittel so lang ist wie das gesamte Neue Testament? Damit lädt sie dazu ein, sie einmal durchzulesen. Du verpasst tatsächlich etwas, wenn du sie nicht kennst.

Mose war kein «Haudrauf»

Okay, am Anfang war es schon, aber später wird er durch zwei Aussagen charakterisiert, die es leider auch kaum über die Wahrnehmungsschwelle geschafft haben. Es heisst von ihm: «Mose war ein sehr sanftmütiger Mann, sanftmütiger als alle Menschen auf Erden.» (4. Mose, Kapitel 12, Vers 3) und ausserdem: «Der Herr redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freund redet.» (2. Mose, Kapitel 33, Vers 11)

Noch mehr…

Natürlich lässt sich hier noch so manches ergänzen, doch vielleicht hast du Lust bekommen, dich einmal selbst auf die Suche nach der unbekannteren Seite von Mose zu machen. Gerade seine Charaktereigenschaften am Schluss zeigen ja, dass es nicht nur um Nerd-Wissen geht, sondern auch um Dinge, die sich viele Menschen für sich selbst wünschen.

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