Bei Gott gestohlen – Atheisten brauchen Gott, um ihren Standpunkt zu vertreten

Ein Grossteil der Argumentation, mit denen Atheisten Gott zu widerlegen versuchen, setzt Gott eigentlich voraus. Davon ist der Autor Frank Turek überzeugt und zeigt dies in seinem Buch auf.

Ein Grossteil der Argumentation, mit denen Atheisten Gott zu widerlegen versuchen, setzt Gott eigentlich voraus. Davon ist der Autor Frank Turek überzeugt und zeigt dies in seinem Buch «Von Gott stehlen: Warum Atheisten Gott brauchen, um ihren Standpunkt zu vertreten».

«I Don't Have Enough Faith to be an Atheist» («Ich habe nicht genug Glaube, um ein Atheist zu sein»), so heisst die TV-Sendung auf «NRB Network» mit Frank Turek. Und in einem neuen Video, das auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht wurde, spricht er den ideologischen Überbau an, der von Atheisten häufig verwendet wird. Er rückt dabei sechs Hauptgründe ins Zentrum.

1. Kausalität

«Warum ist das Universum so geordnet, wenn es keinen Gott gibt, keinen Verstand, der das alles geplant hat?», fragt Turek. «Warum sind die Naturgesetze und -kräfte so einheitlich? Weil hinter ihnen ein Geist steckt. Wenn Atheisten dies benutzen, um Gott zu widerlegen, stehlen sie tatsächlich von Gott, um gegen ihn zu argumentieren.»

2. Grund und Vernunft

«Wenn wir nur Moleküle in Bewegung sind und es keinen immateriellen Bereich gibt, weshalb existiert dann ein Grund und die Vernunft? Wir würden nur reagieren. Wir wären nichts weiter als feuchte Roboter», erklärt er. «Ironischerweise haben jene Atheisten, die behaupten, Leuchttürme der Vernunft zu sein, die Vernunft durch ihre Weltanschauung des Materialismus unmöglich gemacht.»

3. Information und Absicht

Turek sagt, Information ist die «Idee, dass es eine Botschaft gibt, und wo eine Botschaft ist, kommt immer auch Geist vor. Die grösste Botschaft, die je entdeckt wurde, ist das menschliche Genom – und Atheisten sagen, dass die Botschaft nicht von einem Verstand kommt. Es ist, wie wenn Bücher voller Informationen geschrieben werden und dann behauptet wird, dass Informationen nicht von einem Verstand kommen.»

Weiter macht er das Thema Absicht geltend: «Intentionalität – das hat mit der Vorstellung zu tun, dass die Welt zielgerichtet ist. Warum wird aus einer Eichel kein Seestern? Weil siedas Ziel hat, eine Eiche zu werden. Warum ziehen die Planeten um die Sonne herum? Wegen der Schwerkraft? Ja, aber warum macht die Schwerkraft das, was sie tut? Wenn man weit genug zurückgeht, wird man letztendlich zu einem Schöpfer gelangen, der das alles zusammenhält.»

4. Moral

«Es kann kein objektives Recht oder Unrecht geben, wenn es Gott nicht gibt», erklärt Turek. «Wenn Atheisten sagen, dass sie bestimmte moralische Rechte haben, stehlen sie bei Gott, um zu sagen, dass er nicht existiert.»

5. Das Böse

«Sie sagen, es gibt zu viel Böses in der Welt», sagt er. «Nun, es kann kein Böse geben, wenn es nicht das Gute gibt, aber es kann kein Gutes geben, wenn es Gott nicht gibt. Also, wenn Atheisten über das Böse klagen, beweisen sie tatsächlich, dass Gott existiert. Gott ist per Definition der ultimative Massstab des Guten. Auch hier stehlen sie bei Gott, um gegen ihn zu argumentieren.»

6. Wissenschaft

«Die Atheisten sagen: 'Wir sind die Verfechter der Wissenschaft.' Wissenschaft ist aber unmöglich, wenn der Atheismus wahr ist», sagt Turek. «Wenn materialistischer Atheismus wahr ist und wir nur feuchte Roboter sind, dann können wir nicht wirklich etwas über die reale Welt wissen. Wir können uns nicht auf die Ursache und Wirkung der Realität verlassen, weil kein Verstand dahintersteckt. Wenn Atheismus wahr ist, haben wir keinen Grund, etwas zu glauben, was wir von der Wissenschaft lernen.»

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