Bald ist Weihnachten – Advent oder das Warten auf einen Promi

Haben Sie schon einmal erlebt, wie es ist, wenn Menschen auf eine prominente Person warten? Da liegt eine unglaubliche Spannung in der Luft. Jeder will der Erste und möglichst nah dabei sein. So ist es auch in der Adventszeit vor Weihnachten.
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Advent

Haben Sie schon einmal erlebt, wie es ist, wenn Menschen auf eine prominente Person warten? Da liegt eine unglaubliche Spannung in der Luft. Jeder will der Erste und möglichst nah dabei sein. So ist es auch in der Adventszeit vor Weihnachten.

Ob Sie es glauben oder nicht: Diese gespannte Erwartung liegt der Idee des Advent zugrunde, auch wenn das recht merkwürdig erscheinen mag. Denn bei Advent denkt man nicht an Spannung und drängelnde Leute, sondern an Beschaulichkeit, Kerzen und Kekse. Das Wort Advent bedeutet Ankunft. Es wurde von den Römern verwendet, wenn sie die Ankunft eines Herrschers erwarteten.

Jeder will vorne sein

Es herrscht schon eine besondere Atmosphäre, wenn Menschen auf das Kommen eines Prominenten warten; sei es ein Musiker, ein Sportler oder ein bekannter Politiker. Die ganze Aufmerksamkeit liegt auf dem, der kommt, jeder will ihn zuerst sehen und einen möglichst günstigen Platz bekommen. Manche warten Stunden, um wenigstens einen Augenblick ihren Star zu sehen.

Und was hat das nun mit Advent zu tun? Nun, der Advent ist die von den Kirchen bestimmte Zeit, in der Christen auf Jesus warten, der an Weihnachten in diese Welt kam. Zugegeben: Dieses Warten ist zunächst nicht so aufregend. Es ist ja mehr ein erinnerndes Warten und dadurch gibt es nicht diese krasse Spannung. Zudem kann man Jesus nicht so sehen und anfassen, wie einen Menschen.

Keine Ankunft im Scheinwerferlicht

Beim ersten Kommen von Jesus – als Jesus, der Sohn Gottes, Mensch wurde – war nichts von seiner Bedeutung zu erkennen. Ein Kind, das in einem Stall zur Welt kommt. Nichts Besonderes, ja sogar eher eine armselige Angelegenheit. Kein Glanz und kein Glamour. Ein Ereignis, das zunächst fast niemand bemerkte. Jesus suchte nicht das Scheinwerferlicht.

Nicht gut genug für Jesus?

Vielleicht denken Sie, dass Sie ohnehin nicht zu denen gehören, die eine echte Chance hätten, Jesus nahe zu kommen. Vielleicht, weil Sie nichts Besonders vorzuweisen haben oder weil Sie meinen, dass sich Jesus nicht für Sie interessiert. Das stimmt nicht! Als man Jesus vorwarf, mit welchen Menschen er Zeit verbrachte, antwortete er, dass er für die gekommen ist, die Hilfe brauchen und nicht für die, bei denen alles super läuft.

Ein Aussenseiter

In der Bibel gibt es eine Begebenheit, die von einem Mann berichtet, der auch auf Jesus wartete und ihn unbedingt sehen wollte. Er stieg auf einen Baum, weil er recht klein war, aber wohl auch, weil er keine Chance in der Menge gehabt hätte, näher an Jesus heran zu kommen. Warum? Weil er ein stadtbekannter Betrüger war. Er war Zollbeamter und arbeitete mit den verhassten Römern zusammen. Das machte ihn zwar reich, aber auch zu einem Aussenseiter.

Nicht Fan, sondern Freund

In all dem Trubel, dem Gezerre und dem Wirbel bemerkt Jesus den Mann auf dem Baum und spricht ihn direkt an: «Komm schnell herunter! Ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.» Der Mann liess sich das nicht zweimal sagen und hiess Jesus in seinem Haus willkommen (Die Bibel, Lukasevangelium, Kapitel 19, Verse 1-9).

Es gibt in der Kultur des Orients nichts Bedeutungsvolleres, als Gast in einem Haus zu sein. Jesus ehrte diesen Betrüger und unbeliebten Aussenseiter vor allen anderen, die Jesus auch allzu gern eingeladen hätten.

Tatsächlich ist es mit Jesus anders als bei einem Prominenten: Es gibt bei ihm nur vordere Plätze, sozusagen nur eine einzige, aber endlos lange erste Reihe. Sie müssen sich bei ihm keinen Platz ergattern. Sie dürfen sicher sein, dass er Sie sieht. Und: Er kennt und schätzt Sie. Dabei geht es Jesus nicht um einen grossen Augenblick, sondern um viel mehr. Er sucht keinen weiteren Fan, sondern einen Freund. Das drückt auch die Begebenheit mit dem Zollbeamten aus. Das Entscheidende zwischen ihm und Jesus passiert nicht auf der Strasse, sondern als sie zusammen sind.

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