Je jünger, desto weniger bekannt – 10 Hilfen zum Leben – noch aktuell?

Rund 36 Prozent der Deutschen geben an, dass sie alle Zehn Gebote kennen. 39 Prozent kennen nicht mehr alle, und 17 Prozent sagen «Keine Ahnung». Auffällig: Jüngere Menschen kennen sie deutlich weniger.
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Rund 36 Prozent der Deutschen geben an, dass sie alle Zehn Gebote kennen. 39 Prozent kennen nicht mehr alle, und 17 Prozent sagen «Keine Ahnung». Auffällig: Jüngere Menschen kennen sie deutlich weniger.

Sie sind eigentlich Grundbausteine unseres Lebens, unserer Gesellschaft und unserer Kultur, die sogenannten «Zehn Gebote», dieim 2. Buch Mose zu finden sind. Ältere Generationen mussten sie im Unterricht noch auswendig lernen; irgendwann wurde dann das «Du sollst», mit dem die Mehrzahl beginnt, offenbar zu anspruchsvoll und nicht mehr zumutbar.

Jetzt ergab eine Untersuchung unter 2000 Menschen in Deutschland, die im Nachrichtenmagazin «IDEA» veröffentlich wurde, dass zum Beispiel nur ein Viertel der 18- bis 29-Jährigen diese Gebote noch kennt. Bei den über 60-Jährigen sind es immerhin noch 45 Prozent. Unter den Mitgliedern von Freikirchen kennen 57 Prozent die Zehn Gebote; auf der anderen Seite trifft das immerhin noch auf 27 Prozent von nicht-religiösen Menschen ebenfalls zu.

Grundlagen des (Zusammen)Lebens

Nein, selbst wer die Zehn Gebote nicht nur kennt, sondern alle hält (ehrlich: Wer kann das schon?), kommt deswegen nicht in den Himmel. Dazu hat Gott einen anderen Weg gewählt. Aber man lebt besser auf der Erde – allein und zusammen; unsere westlichen freiheitlichen Kulturen mit ihren Menschenrechten bauen bekanntlich auf diesen Grundanweisungen Gottes auf. «Du sollst nicht stehlen – nicht einmal fremdes Eigentum begehren» schützt unseren Besitz und unsere Privatsphäre. «Du sollst den Feiertag heiligen» bewahrt vor pausenlosem «Chrampfen» und verhilft zu einem gesunden Rhythmus von Arbeit und Ruhe. Mit «Du sollst nicht morden» ist das Leben anderer Menschen unantastbar, mit «Du sollst nicht ehebrechen» werden unsere Ehen, Familien und Liebesbeziehungen geschützt. Vater und Mutter (äxgüsi) werden im 4. (bzw. 5.) Gebot in ihrer Wichtigkeit für die Kinder bestätigt; schliesslich verpflichtet uns das 8. Gebot, ehrlich miteinander und übereinander (!) zu reden.

Was wäre, wenn diese «in Stein gemeisselten» Richtlinien nicht seit Jahrhunderten unsere Gesellschaft geprägt hätten? Wie sieht eine Ethik aus, die nicht den Einzelnen, seine Identität, seine Ehe und seinen Besitz schützt? Man kann sich eine solche Gesellschaft nur mit Schaudern vorstellen.

Die innere Logik

Die Menschenrechte bei uns im Westen fussen auf der christlichen Überzeugung, dass wir «Abbilder Gottes» sind. Es darf darum nicht übersehen werden, dass vor den Geboten zum Schutz unserer Beziehungen und des Nächsten vier Gebote stehen, die unsere Beziehung zu Gott betreffen. Mit anderen Worten: «Liebe Gott, deinen Herrn von ganzem Herzen (1. bis 4. Gebot) und deinen Nächsten wie dich selbst (5. bis 10. Gebot).» Martin Luther beginnt darum jede einzelne Auslegung der Zehn Gebote mit «Wir sollen Gott lieben und ehren…».

Die Einladung, Gott zu lieben, ist wie die innere Achse, um die sich alle unsere Taten und auch unsere Beziehungen zu anderen drehen. Wenn diese Priorität geklärt ist, fällt alles andere viel leichter in seinen Platz. Damit wird die Frage unserer Beziehung zu Gott die Zentralfrage unseres Lebens. Vielleicht versuchen wir, an zu vielen Baustellen gleichzeitig unser Leben in den Griff zu kriegen; die Klärung dieser Zentralfrage würde unglaublich viel anderes auch klären helfen.

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