Facebook / @Matt Redman
Matt Redman

«Back to the Heart of Worship» – «Ziel ist nicht singen, sondern Jesus»

Wenn der Brite Matt Redman über Anbetung spricht, wird klar: Es geht ihm nicht um Bühne oder Licht, sondern allein um Jesus. Er spricht von Ehrfurcht, der Kraft einfacher Lieder und warum es in der Anbetung nicht ums Singen, sondern um Jesus geht.

Seit mehr als drei Jahrzehnten prägt Matt Redman weltweit den Klang der modernen Anbetung. Lieder wie «10'000 Reasons», «Blessed Be Your Name» oder «The Heart of Worship» sind zu Hymnen in Kirchen auf allen Kontinenten geworden.

Und doch bleibt sein Herz auf eines ausgerichtet: Menschen zu helfen, Jesus zu sehen.

Kürzlich sagte er in einem Interview mit dem südafrikanischen «Joy Magazin», wie er geistlich geerdet bleibe, wenn er viel in verschiedene Länder und Zeitzonen reist: «Geistlich geerdet zu bleiben bedeutet für mich vor allem, nicht in die Falle zu tappen, alles auf mich zu beziehen. Man muss die Erfahrungen – die Bühnen und das Scheinwerferlicht – nehmen und am Ende des Tages auf die Knie gehen und alles Gott hingeben. Man muss sich ständig bewusst machen, um wen es wirklich geht … und um wen nicht. Denn besonders in aufregenden Momenten verliert man sonst leicht die Orientierung.»

«Es geht nicht um mich»

Es sei ein grosses Vorrecht, intensive, besondere Momente erleben zu dürfen. «Doch am Ende jeder Tour-Nacht gehe ich bewusst auf die Knie und erinnere mich daran: Es geht nicht um mich. Dann lege ich jeden Sieg, jedes ermutigende Wort, jeden Segen Jesus hin.»

Ehrfurcht sei in der heutigen Gesellschaft kaum noch präsent. Diese dürfe aber in der Anbetung nicht verloren gehen. «Wir sollten in der Bibel genau hinhören, welchen Ton die Anbetung am himmlischen Thron hat und sicherstellen, dass derselbe Ton auch in unseren Liedern und Gottesdiensten zu finden ist.»

Ein unerschöpfliches Thema

Gerade hat Matt Redman ein neues Live-Studio-Worship-Album in Nashville aufgenommen. «Meine Band, ein paar Streicher und ein Gospelchor waren alle zusammen in einem Raum. Es war eine wunderbare Zeit, und ich hoffe sehr, dass wir etwas Besonderes eingefangen haben, das Menschen hilft, Jesus zu sehen und ihn anzubeten.»

Er liebe es seit Jahrzehnten, neue Lieder zu schreiben. «Vermutlich, weil das Thema unerschöpflich gut ist. Wenn wir auf Jesus schauen, gibt es immer wieder Neues zu entdecken und Neues zu sagen.»

Dazu brauche er immer ein Thema. «Manchmal ist es ein Satz, manchmal ein direkter Bibelvers, manchmal nur ein einziges Wort. Doch genau das ist der Same des Liedes – von dort aus wächst alles andere.»

«‘10'000 Reasons’ war so schlicht»

Sein Klassiker «10’000 Reasons» sei sehr schlicht: «Keine Bridge, kein Pre-Chorus, schnell geschrieben, nur vier Akkorde und ein paar Wahrheiten. Und doch hat es auf einer Ebene berührt, die viele meiner anderen Lieder nicht erreicht haben. Die Dynamik, die daraus entstand, hat mich wirklich überrascht. Am Ende gibt es Dinge, auf die Gott einfach seinen Atem legt und das können wir uns nicht selbst zuschreiben.»

Es gehe darum, eine tiefe Wahrheit so auszudrücken, dass sie zugänglich und singbar bleibt. Aber beim Inhalt dürfen niemals Kompromisse eingegangen werden. «Ein Satz, der mir sehr geholfen hat: ‘Einfach bedeutet nicht oberflächlich.’ Wir können tiefe Lieder schreiben, die trotzdem leicht mitzusingen sind.»

Verständnis von Anbetung verändert

Über die Jahre hat sich sein Verständnis von Anbetung verändert: «Die grösste Veränderung war die Erkenntnis, dass meine Hauptaufgabe nicht darin besteht, Menschen zum Singen zu bringen, sondern ihnen zu helfen, Jesus zu sehen. Das hat mein Denken über Songauswahl und Bühnenpräsenz komplett verändert. Wenn man die Herrlichkeit und Gnade Christi klar vor Augen malt, kommt das Singen meist von ganz allein.»

3000-jähriges Werk spricht heute zum Herz

Auf die Frage, wie er sein Herz im Alltag sensibel und offen für Gottes Gegenwart hält, antwortet Matt Redman: «Wahrscheinlich auf dieselbe Weise wie viele andere auch. Für mich waren die Psalmen über all die Jahre die wichtigste Quelle. Sie stärken und trösten und als Songwriter fasziniert es mich, dass Worte eines Liederdichters von vor 3000 Jahren heute noch direkt ins Herz sprechen, hier im Jahr 2025.»

Weiter hält er fest: «Wir gewöhnen uns leicht an dieses Geheimnis, aber eigentlich ist es überwältigend. Fast nichts in unserem Leben gleicht dem der Psalmisten und doch sind ihre Lieder durch die Zeiten relevant geblieben, weil sie ihre Herzen auf Gott ausgerichtet haben. Das ist grossartig!»

Und Menschen, die sich weit weg von Gott fühlen, rät er, Gottes Verheissungen zu glauben: «Wenn wir uns ihm nahen, naht er sich uns. Das ist ein gewaltiger Austausch. Selbst der kleinste Schritt in seine Richtung ruft seine Antwort hervor.»

Zur Webseite:
Matt Redman

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Story
Anna Shammas im Klassenzimmer

Neun Jahre heimatlos

Das Magazin «Amen» hat in Form von Kurzfilmreportagen festgehalten, wie Menschen heute Jesus erleben. Heute berichtet ...

Story
 Günther Klempnauer blickt mit 90 Jahren auf ein Leben mit zahlreichen tiefen Begegnungen zurück

Günther Klempnauer – Am Frühstückstisch mit Johnny Cash

Günther Klempnauer feiert seinen 90. Geburtstag. Bekannt machten den Pastor, Lehrer und Journalisten seine Gespräche ...

Story
Marianne Awaraji Daou

«Dennoch machen wir weiter» – Mutter und Führungskraft in Kriegszeiten

Der Muttertag findet im Libanon bereits am 21. März statt, mitten in einer Zeit, in der viele Familien mit Unsicherheit ...

Story
Ariana untersützt trotz der Unsicherheit im neuen Land afghanische Flüchtlingsfrauen (Symbolbild)

Ein Zeugnis aus Afghanistan – Von der Angst in die Freiheit

Ohne es zu wissen, heiratete Ariana einen heimlichen Christen in Afghanistan. Sie mussten in ein anderes Land fliehen, ...

Story
Craig DeMartino überlebte den Sturz und kann heute wieder klettern

Nach 30-Meter-Sturz – «Gott ist nicht eine Krücke, sondern die Brücke»

Von rund dreissig Metern auf einen Felsen zu stürzen, würde für viele Menschen tödlich enden. Doch Spitzenkletterer ...

Story
Sarah Drew

Geplant waren nur zwei Folgen – Wie Dr. April Kepner Generationen ermutigt

Eigentlich sollte ihre Rolle in «Grey's Anatomy» nach zwei Folgen enden. Doch aus Dr. April Kepner wurde eine der ...

Story
Melanie Rivas

«Vollständig verwandelt» – Vom «Borderline-Satanismus» zur Gottesbegegnung

Melanie Rivas’ Freude an Jesus ist ansteckend. Noch vor einem Jahr jedoch war die 22-Jährige obdachlos, mittellos und ...

Story
Mike Flynt

College-Spieler mit 59 Jahren – Reue brachte ihn zu einem unglaublichen Comeback

Mit 59 Jahren war Mike Flynt einer der ältesten College-Spieler der Geschichte. Das Durchhaltevermögen des Sohnes eines ...

Story
Gabrielas Startbedingungen waren extrem schwierig (Symbolbild)

Trotz schlechter Startbedingungen – «Gott hat mich von meiner Angst befreit»

Als Gabriela Withs Adoptivvater sie sexuell missbraucht und die Adoptivmutter davon erfährt, versucht diese, ihn vor ...