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Mann aus dem Irak

Verprügelt und mit Tod bedroht – Yasin hält trotz Verfolgung an seinem Glauben fest

Seit seiner Hinwendung zum christlichen Glauben erlebt der Iraker Yasin eine harte Realität: Er wurde von seiner Familie verstossen, von seinem Bruder geschlagen und mehrfach mit dem Tod bedroht – alles wegen seines Glaubens.

Seine bewegende Lebensgeschichte, die von der Hilfsorganisation Open Doors verbreitet wurde, gibt einen erschütternden Einblick in das Leben von Konvertiten im Irak. Während Christen, die aus christlichen Familien stammen, im Irak offiziell ihren Glauben frei ausüben dürfen, sehen sich Menschen muslimischer Herkunft, die sich zum Christentum bekehren, massiver Verfolgung ausgesetzt und riskieren nicht selten ihr Leben.

Yasins Geschichte ist ein Beispiel dafür.

Ein Traum, der alles veränderte

Erschüttert durch die Gewalt, die im Namen des Islam verübt wurde, etwa während der Anfal-Offensive 1988, bei der das Regime Saddam Husseins zwischen 50’000 und 100’000 kurdische Zivilisten massakrierte, begann Yasin, Gott nach Antworten zu fragen.

In einem Traum sah er zwei Herden von Schafen, die einen schwarz, die anderen weiss. Ein Mann trat zu ihm und sprach: «Du bist mein geliebtes Kind. Das ist der Weg, folge mir.»

Yasin erwachte verwirrt. Mit Unterstützung eines christlichen Freundes nahm er Kontakt zu mehreren Pastoren auf und begann, die Bibel zu lesen. Die Worte, die er fand, berührten ihn tief.

Die Schönheit der Worte

«Ich musste weinen, als ich die Schönheit dieser Worte entdeckte. Der erste Abschnitt, den ich in meiner Sprache las, war Matthäus Kapitel 5, die Bergpredigt. Jesu Worte haben Frieden in mein Herz gebracht.»

Im Wissen um die Gefahr, bewahrte Yasin seine neue Glaubensüberzeugung zunächst fünf Monate lang geheim. Doch sein verändertes Verhalten blieb nicht unbemerkt. Die Leute fragten sich, warum er nicht mehr in die Moschee ging und stattdessen viel Zeit mit Christen verbrachte.

Bruder wollte ihn töten

Als ein Mullah erfuhr, dass Yasin Bibeln verteilte, eskalierte die Situation: Sein Bruder versuchte mehrmals, ihn aufzuhalten und ihn sogar zu töten. Es blieb nicht bei körperlicher Gewalt: Yasin erhielt eine anonyme Drohung, in der er aufgefordert wurde, Jesus zu verleugnen. Wenig später wurde ein Molotowcocktail auf sein Haus geworfen.

Doch trotz aller Einschüchterungsversuche lässt Yasin sich nicht beirren: «Ich hatte keine Angst. Jesus hat gesagt: ‘Wenn ihr in mir bleibt, kann euch niemand schaden.’ Und ich bleibe in ihm», erklärt er entschlossen.

Yasin ist kein Einzelfall. Viele Menschen im Irak, die sich für den christlichen Glauben entscheiden, müssen ihre Überzeugung verbergen und grosse Risiken eingehen.

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