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Tanya Rad

Tanya Rad gibt Vollgas – «Wir sind selbstverliebt und selbstbesessen geworden»

Durch die Social-Media-Vorstellung von Perfektion sind wir selbstbesessen und selbstverliebt geworden – so die Beobachtung von Tanya Rad von der Morgenshow «On Air with Ryan Seacrest». Sie rät zu einem von Gott geführten, realen Leben.

«Ich bin in einer serbisch-orthodoxen Kirche aufgewachsen», erinnert sich Tanya Rad. Eine wirkliche Beziehung zu Gott hatte sie nicht. «Der Kirchenbesuch war eher eine Formalität.» Schon immer war sie eine quirlige, sonnige Persönlichkeit. «Ich war mit allen befreundet.»

Eine Trennung in ihren frühen Zwanzigern erschütterte sie. «Ich dachte, ich würde den Mann heiraten. Ich hatte schon alle Pläne für unsere Zukunft ausgearbeitet.» Als die Beziehung in die Brüche ging, wusste sie nicht mehr, wer sie eigentlich ist. «Es hat mich buchstäblich auf die Knie gezwungen.»

«Bibelstudium – warum nicht?»

Jemand, der sie weinen sah, lud sie zu einem Bibelstudium ein. «Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon alles andere ausprobiert, also dachte ich mir: ‘Warum nicht mal eine Bibelstunde besuchen?’» Sie fühlte sich gesehen, gehört und angenommen. Deshalb ging sie wieder hin. Sie fand ihre Gemeinde und Freunde fürs Leben. «Es ist verrückt, dass eine Trennung mich auf die Knie brachte und ich so entdeckte, wer Tanya ist und was sie will.»

Später erhielt sie einen Job bei der Sendung «On Air with Ryan Seacrest». «Damit schloss sich ein Kreis, weil ich den Sender 'KIIS FM' bereits in meiner Kindheit geliebt hatte.»

«Immer auf Trab»

Sie war immer auf Trab. «Ich war getrieben und karriereorientiert. Das merkte ich jedoch erst, als die Pandemie zuschlug und ich gezwungen war, langsamer zu werden.» Stress und Zukunftsangst machten sich nun breit. «Als das Leben für alle stillstand, kamen viele Emotionen und Ängste in mir zum Vorschein. Gleichzeitig war dies eine wunderbare Gelegenheit, mich diesen Gefühlen zu stellen.»

Was sie schliesslich aus diesen Empfindungen herausholte, war die Erkenntnis, dass Gott das grössere Bild sieht und den Überblick hat. «Er kennt die Pläne, die er für mich hat. In wirklich schwierigen Momenten – zum Beispiel als ich in meinem ersten Job entlassen wurde oder als mir das Herz gebrochen wurde – ist es schwer, Gottes Plan zu vertrauen. Aber mit der Zeit habe ich immer sein Wirken in meinem Leben gesehen.»

Tragendes Wissen

Bei Angst oder Stress denkt sie mittlerweile immer wieder daran, dass sie in Gottes Händen ist. «Gott hat seinen Zeitplan.» Sie denke, dass wir geschaffen wurden, um in Gemeinschaft zu leben. «Ich glaube, dass das grösste Problem im Moment ist, dass sich alle sehr einsam fühlen; und ich weiss, dass das besonders für jüngere Frauen gilt.»

Dies erkennt Tanya Rad insbesondere in den sozialen Medien: «Bei dieser Vorstellung von Perfektion glaube ich, dass wir sehr selbstbesessen und selbstverliebt geworden sind. Doch wir sind nicht so geschaffen worden. Wir sind dazu bestimmt, in der Gemeinschaft zu leben und anderen zu helfen.»

Erfüllt von Gott statt neuer Tasche

Tanya Rad bilanziert: «Ich glaube, dass wenn man versucht, mit allem Schritt zu halten, was man in den sozialen Medien sieht, wenn man die teure Tasche kauft oder die teure Reise machen will und man selbst wenig Geld verdient, dann entsteht ein verzerrter Sinn für die Realität, weil wir Dinge tun wollen, für die wir nicht unbedingt das Geld haben.»

Wir leben über unsere Verhältnisse, ermahnt Tanya Rad. «Und das wiederum führt nicht zu einem friedlichen Leben. Deshalb konzentriere ich mich gerne darauf, Freude im Alltäglichen zu finden. Man muss nicht in einen teuren Urlaub fahren, um einen glücklichen Tag zu haben. Man kann Freude an den kleinen Dingen finden.»

Oft sieht es in der Social-Media-Welt anders aus: «Alles dreht sich um das Leben, das man sich erträumt, und nicht um das Leben, das wir tatsächlich haben. Doch dieses Leben ist die Realität. Ich denke, dass ein friedliches, glückliches Leben nur dann möglich ist, wenn man Freude an der eigenen Realität findet.»

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