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Zaine Abd Al-Qays

Ausgebremst – Wie Paulus: Den Muslimen ein Araber

Zaine Abd Al-Qays (Name geändert) wächst in einer streng muslimischen Umgebung auf. Er hasst Juden und Christen und betet für ihre Strafe. Bis ihn ein Christ besuchen kommt und um Segen für die Familie betet… Hier erzählt Zaine seine Geschichte.

Zaine Abd Al-Qays (Name geändert) wächst in einer streng muslimischen Umgebung auf. Er hasst Juden und Christen und betet für ihre Strafe. Bis ihn ein Christ besuchen kommt und um Segen für die Familie betet… Hier erzählt Zaine seine Geschichte.

Meine Geschichte beginnt am Roten Meer, wo ich als strenggläubiger Muslim in Saudi-Arabien aufgewachsen bin. Als Kind weckte mich mein Vater um 5 Uhr morgens und gemeinsam gingen wir zum Morgengebet in die Moschee. Jeden Tag studierte ich mit meinen Onkeln den Koran. Mit zehn konnte ich einen Grossteil des Buches auswendig, weil Angehörige mir 100 US-Dollar anboten für jedes Kapitel, das ich aufsagen konnte. Ich war stolz auf meinen Eifer im Glauben und wollte Gottes Segen und das Ansehen meiner Familie gewinnen.

Eifer für Allah, Hass gegen die Ungläubigen

Der erste Wendepunkt in meinem Leben kam, als meine Familie nach Australien zog. Ich hasste es dort. Waren wir zuvor reich gewesen, wohnten wir jetzt mit sechs Leuten in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. Fast niemand teilte unseren Glauben oder unsere Kultur. Meine Grossmutter warnte mich: «Nimm dich vor den Ungläubigen in Acht, befreunde dich nicht mit ihnen an; sie sind eine Krankheit für die Gesellschaft.»

In der Schule gründete ich eine islamische Gruppe, die aggressiv daran arbeitete, jeden um uns herum an unsere Religion anzupassen. Wir forderten, dass in der Mensa nur Halalfleisch ausgeteilt werden durfte und während des Ramadans zwangen wir andere Studenten, mit uns zu beten. Währenddessen betete ich für den Tod und die Zerstörung von Juden und Christen sowie Atheisten.

Ein völlig anderes Gebet

Dann kam uns ein Christ in unserer kleinen Wohnung besuchen. Er brachte Kleider und ein Auto für meinen Vater, und sprach liebevoll und freundlich mit uns. Er bat uns sogar, mit uns beten zu dürfen und betete dann: «Himmlischer Vater, segne bitte diese Familie. Zeig ihnen deine Liebe, Erbarmen und Gnade.» Ich war schockiert darüber, dass er so für uns betete, während ich für seine Strafe gebetet hatte.

Mit der Zeit hatte ich mehr christliche Freunde. Ich bewunderte ihre Ehrfurcht gegenüber Gott, doch das Christentum war für mich weiterhin eine Religion der Verwirrung und Märchen. Doch da meine Freunde wussten, dass ich meine Verwandten und die muslimische Gemeinschaft in der Heimat vermisste, luden sie mich in ihre Gemeinde ein. Irgendwann ging ich mit. Als die Menschen begannen, Gott zu loben, wurde ich von Emotionen überwältigt und fiel auf die Knie. Aber ich verstand nicht, was los war.

Nach dem Gottesdienst bekam ich eine Bibel geschenkt, in der ich zu lesen begann. Ich hatte schon von Jesus gehört, aber ich wusste nichts über seine Wunder und dass er sagte, er sei Gottes Sohn. In wenigen Monaten hatte ich die Bibel ganz durchgelesen – und dann las ich sie erneut. Immer mehr erkannte ich in Gott den wahren, liebevollen Vater. Und eines Tages bete ich zu ihm und übergab ihm mein Leben.

Verstossen und überheblich

Meiner Familie erzählte ich nichts von meiner Entscheidung. Doch bald merkten sie, dass ich jeden Sonntag weg war und meinen Koran nicht mehr las. Als meine Mutter die Bibel fand, hatte sie den Beweis. In der Nacht rief mein Grossvater an und schrie: «Du bist nicht mehr Teil der Familie, ändere deinen Namen!»

Meine Familie verstiess mich – und im Gegenzug verstiess ich sie. Mein Stolz auf meinen neuen Glauben isolierte mich von ihnen. Für mich repräsentierten sie den Islam und die Sünde, während ich Jesus und Gerechtigkeit repräsentierte. Heute weiss ich, dass ich meine Überheblichkeit, die ich als Muslim entwickelt hatte, einfach auf meinen christlichen Glauben übertrug. Ich musste lernen, meinen Stolz loszulassen, damit ich meine muslimische Familie und Gemeinschaft lieben konnte.

Den Muslimen ein Araber

Wenn ich an ihren Feiern und Events teilnahm, hiess das nicht, dass ich meinen Glauben verleugnete. Paulus schreibt: «Wenn ich mit Juden zu tun habe, verhalte ich mich wie ein Jude, um die Juden zu gewinnen. (…) In jedem einzelnen Fall nehme ich jede nur erdenkliche Rücksicht auf die, mit denen ich es gerade zu tun habe, um jedes Mal wenigstens einige zu retten.» (1. Korinther, Kapitel 9, Verse 20, 22) Von Paulus habe ich gelernt, dass ich meine Traditionen beibehalten und die Familienältesten ehren kann, während ich Christus nachfolge; ich passe mich der arabischen Kultur an, um diejenigen dieser Kultur besser für Christus gewinnen zu können.

Heute arbeite ich für ein Werk, das Gottes Liebe Muslimen weitergibt und ihnen Jesus auf eine Art zeigt, die sie mit ihrem kulturellen Hintergrund verbindet und ihnen Themen ihres Interesses nahbringt wie Scham und Ehre. Ganz wie Paulus: «Das alles tue ich wegen des Evangeliums; denn ich möchte an dem Segen teilhaben, den diese Botschaft bringt.» (1. Korinther, Kapitel 9, Vers 23)

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