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Katie lernte, sich selbst zu lieben

Nach schweren Verbrennungen – Wie Katie lernte, sich selbst zu lieben

Bei einem Angriff ihres Ex-Mannes erlitt Katie aus Südafrika Verbrennungen dritten Grades. Beinahe wäre sie gestorben. Doch während ihre Haut heilte, klafften die Wunden in ihrem Herz weit offen. Wie könnte sie sich je wieder lieben?

Katie wurde in Südafrika geboren. «Als Kind habe ich immer davon geträumt, ein eigenes Zuhause, einen Mann und Kinder zu haben.» Ihr Traum ging in Erfüllung, bald hatte sie zwei Töchter. Die ersten Jahre der Ehe war sie sehr glücklich – doch dann veränderte sich ihr Mann, wurde gewalttätig, schlug sie vor ihren Kindern. «Der Ehe zuliebe vergab ich ihm. Ich hatte Angst vor ihm, aber ich liebte ihn so sehr.» Immer wieder wurde er gewalttätig, einmal verletzte er sie sogar mit einem Messer, doch letztlich versorgte er ja die Familie – und Katie blieb bei ihm.

«Du wirst nicht sterben»

Erst als er sie mit einem Hammer bedrohte, zog Katie mit den Mädchen aus. Ihm wurde sogar gerichtlich verboten, sich ihr zu nähern, doch das hielt ihn nicht ab. Bis er eines morgens an ihrer Tür stand und sie erneut mit einem Messer angreifen wollte. «Ich rannte raus zu einem Kleinbus, um ihm zu entkommen. Als der Fahrer losfuhr, warf er (der Ex-Mann) einen kleinen Kerosinofen durch das Fenster.» Katie erlitt starke Verbrennungen und wurde sofort ins Krankenhaus gebracht.

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Katie lag zwei Wochen im Koma

Zwei Wochen blieb sie im Koma. «Ich erinnere mich an eine Stimme, die mir sagte: 'Du wirst nicht sterben, bis du sterben musst…'» Langsam kämpfte sie sich ins Leben zurück. «Ich hatte Verbrennungen dritten Grades. Je mehr meine Haut heilte, desto mehr tat es weh. Ich hatte Verbrennungen am Kopf, im Gesicht, an den Händen, am Bauch und an den Oberschenkeln. Der Schmerz war unerträglich…»

Doch auch die seelischen Verletzungen waren tief. «Jeden Morgen, wenn ich aufwachte und in den Spiegel sah, weinte ich.» Sie weinte aus Wut über ihren Ex-Mann, aus Scham für ihr Aussehen; sie ass nicht mehr und fragte Gott nur noch: «Warum ich, Gott?» Ohne Ohren und mit entstelltem Gesicht fühlte sie sich nicht mehr wie eine Frau. Sie ging nicht mehr aus dem Haus und traf sich mit niemandem mehr.

Perspektiv-Wechsel

«Der Wendepunkt kam, als ich alles Gott übergab», erzählt Katie gegenüber CBN. «Es war an einer Frauenkonferenz. In dem Moment sagte ich: 'Herr, hier bin ich!' Ich verstand, dass Gott der Grund ist, weshalb ich noch am Leben bin. Ich durfte also nicht auf ihn böse sein. In dem Moment gab mir Gott eine Freude und diese Liebe, nach der ich mich immer gesehnt hatte. Ich konnte mich mit einem Mal durch Gottes Augen sehen. Das Gefühl war überwältigend! Ich fühlte mich wie ein neuer Mensch.»

Danach bat sie als erstes ihre Töchter um Vergebung, dass sie sie nicht besser beschützt hatte. Und sie besuchte ihren Ex-Mann, der mittlerweile im Gefängnis war. «Als ich vor ihm sass, sagte ich: 'Ich möchte Frieden und ich vergebe dir!' Damit wurde eine Last von meinen Schultern gehoben…»

Vergeben wie Josef

Mittlerweile sind fast 14 Jahre vergangen. Und obwohl ihr Gesicht nach wie vor entstellt ist, ist sie heute ein neuer Mensch. «In 1. Mose, Kapitel 50, Vers 20 sagt Josef zu seinen Brüdern: 'Ihr wolltet mir Böses tun, aber Gott hat Gutes daraus entstehen lassen. Durch meine hohe Stellung konnte ich vielen Menschen das Leben retten.' Heute liebe ich mich so, wie ich bin. Mein Selbstwert ist in Christus verwurzelt. Ich bin ein lebendes Zeugnis dafür, dass seine Liebe niemals aufhört.»

Und zu den Lesern sagt sie: «Wenn du dich in einer Missbrauchs-Situation befindest, bete ich dafür, dass du merkst, dass du etwas Besseres verdient hast. (…) Isoliere dich nicht von anderen. Es gibt immer einen Ausweg! Such nach Hilfe. Ich bete dafür, dass Gott dir den Mut dazu gibt. Lass ihn dir zeigen, wie wahre Liebe aussieht; sein Name ist Jesus und er hat bereits den Preis deiner Freiheit gezahlt. Er hat offene Arme und ist bereit, dich in Empfang zu nehmen.»

Brauchen Sie Hilfe oder einfach ein offenes Ohr? Dann melden Sie sich bei der anonymen Lebenshilfe von Livenet.Weitere Adressen für Notsituationen finden Sie hier.

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