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James Le Roux

James Le Roux – «Wie ich aufhörte, nach Highs zu suchen»

«Ich glaube, im Unterbewusstsein hatte ich nicht das Bedürfnis, zu überleben», erinnert sich James Le Roux (26) an ein besonders intensives Drogen-Tief während eines Festivals. Er fühlte sich verletzt und verraten…

«Ich bin in einem guten Zuhause aufgewachsen», erinnert sich James Le Roux. «Meine Eltern lebten mir Reife und Glauben vor. Ich war von klein auf in der Kirche engagiert und erinnere mich nicht, jemals nicht an Gott und seine Botschaft der Liebe und Erlösung durch Jesus geglaubt zu haben.»

Doch in der Highschool wurde er gemobbt. Der Wunsch, akzeptiert zu werden, liessen ihn entgleisen. «Ich wusste, dass meine Eltern der beste Ort waren, um meinen Schmerz zu verarbeiten.» Doch er liess sie und auch Gott beiseite, «weil ich von einer bestimmten Gruppe von Freunden akzeptiert werden wollte». Er wollte alles tun, um vermeintlich «cool» zu sein: Rauchen, Trinken, Feiern.

Kein Abschied

«Mit 18 war ich nur noch ein Schatten meiner selbst.» Seine Patentante starb. «Ich fühlte mich schuldig, weil ich mich wegen einer durchzechten Nacht nicht von ihr verabschiedet hatte.» Als er mit anderen Gras in einem Park rauchte, wurde er verhaftet. Er kam wieder frei, ohne dass der Vorfall in seiner Akte vermerkt wurde. «Aber es hat mich erschüttert.» Es war ein weiterer Schritt weg von dem, was er einmal war.

Er hörte auf, in die christliche Gemeinde zu gehen und konzentrierte sich auf seine andere Leidenschaft, den Film. Neben dem Film-Studium arbeitete er als Barkeeper, um Geld zu verdienen. Er fühlte sich von der Kirche verraten und hatte das ständige Bedürfnis, andere zu beeindrucken. «Ich nahm Partydrogen wie Kokain, Ecstasy und Speed.»

Etwas fehlte

Am Morgen nach einer Party kamen die Gefühle der Verletzung, des Verrats und der Leere zurück. «Ich fühlte mich einsam und ausgelaugt. Ich hatte das Gefühl, ein Loch in mir zu haben. Und um mich nicht so schlecht zu fühlen, suchte ich das nächste Hoch.» Nach dem Studium rutschte er in die Trance-Party-Szene und nahm Psychedelika wie LSD und Magic Mushrooms. «Ich glaubte der Lüge, dass meine Highs dadurch länger und schöner würden.»

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Stuart (links) und James

Mit einem Freund aus der Kirchenzeit ging er manchmal Bodyboarden (eine Art Surfen, aber im Liegen). «Stuart wandte sich nie von mir ab.»

2016 besuchte er das «Sunflower Festival» in Kapstadt. «Angesichts der Anzahl und der Kombination von Drogen, die ich an diesem Wochenende genommen habe, sollte ich heute nicht hier sein. Ich glaube, im Unterbewusstsein hatte ich nicht das Bedürfnis, zu überleben.»

«Ich brauche Hilfe»

«In den Stunden, in denen ich mein Leben aufs Spiel setzte, betete meine Mutter für mich. Zur gleichen Zeit spürte ich trotz der Drogen, die ich nahm, wie Gott zu mir sprach und mir sagte, dass ich sterben würde, wenn ich diesen Weg weiterverfolgte.» Irgendwie zog ihn alles in seinem Inneren zu Gott hin, erinnert sich James Le Roux.

«Als ich am Tag nach dem Fest aufwachte, war ich bis ins Tiefste hinein leer. Meine Party-Freunde waren weg, ich hatte blaue Flecken, an die ich mich nicht erinnern konnte, und ich hatte an einem einzigen Wochenende alles Geld ausgegeben, das ich hatte. Am nächsten Tag ging ich nach Hause. Meine Mutter kochte gerade das Abendessen, meine Schwester war unter der Dusche und mein Vater war noch bei der Arbeit. Ich stand im Küchenbogen und sagte zu Mom: 'Ich brauche Hilfe, ich bin auf Drogen.'»

Zuhause

Die Mutter weinte und umarmte ihn. Weder von ihr noch vom Vater folgte eine Verurteilung. «Die Reaktion meiner Eltern, Stuarts Loyalität zu mir und mein Gefühl für Gott belebten meinen Glauben neu. Ich begann, wieder in die Kirche zu gehen.» Er spürte, dass er dort Zuhause war. Und so begann ein Prozess der Heilung.

Mit der Unterstützung durch die Familie und Gemeinde sowie die Gnade Gottes hatte er keine Rückfälle mehr. «Stuart nahm mich zu den 'Christian Surfers' mit, einer Hilfsorganisation für junge Surfer. Ich ging ohne grosse Erwartungen dorthin, aber als ich die Kids auf den Wellen sah und ihre Freude, war das ansteckend. Ich verliebte mich in das Surfen und fühlte mich zu diesem Dienst hingezogen.» Die Freiwilligenarbeit bei den «Christian Surfers» entfachte eine neue Leidenschaft.

Vergebung gefunden

James Le Roux vergab jenen, die in einst gemobbt und verletzt hatten. «Ich bat meine Familie um Vergebung, weil ich ihnen keine Liebe entgegenbrachte, und bat dann meine Gemeindeleiter um Vergebung, weil ich ihnen gegenüber aggressiv, arrogant, nachtragend und trotzig gewsen war.»

Es kam zu einer grossen Versöhnung. «Ich betrachte sie jetzt als meine Familie und schätze sie sehr. Ich konnte nicht glauben, dass wir nach so viel Schmerz so viele Fortschritte machen konnten!» Und während Covid half James der Gemeinde, die Gottesdienste ins Internet zu stellen.

Ultimative Akzeptanz

Heute sagt James Le Roux: «Mir ist klar geworden, dass ich immer Zugang zur ultimativen Akzeptanz hatte, nämlich der Akzeptanz durch Gott, und zu dem Gefühl der Zugehörigkeit, das ich jetzt durch ihn erfahre. Ich möchte mein Leben leben, um Menschen zu helfen, diese Realität ebenfalls zu erleben.»

Heute ist er frei. «Ich halte den Schmerz nicht mehr in meinen Händen oder trage ihn auf meinen Schultern. Er liegt jetzt in Gottes Händen. Ich weiss, dass er mich liebt. Und das genug für mich.»

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