Ein Ecuadorianer im Südtirol – Wie Gott einen Schweisser braucht, um Gemeinden zu gründen

Er kam als Schweisser nach Italien, wurde dann Seelsorger und ist heute Pastor und Schweissermeister für afrikanische Asylbewerber: Héctor Peñafiel liebt Herausforderungen. Und vor allem liebt er Jesus und möchte von ihm weitererzählen.

Er kam als Schweisser nach Italien, wurde dann Seelsorger und ist heute Pastor und Schweissermeister für afrikanische Asylbewerber: Héctor Peñafiel liebt Herausforderungen. Und vor allem liebt er Jesus und möchte von ihm weitererzählen.

«Eisen wird mit Eisen geschärft, und ein Mensch bekommt seinen Schliff durch Umgang mit anderen.» (Sprüche, Kapitel 27, Vers 17) Das erkannte bereits der weise Salomo und Héctor Peñafiel erlebt es jeden Tag – zum einen in seiner Schweisserwerkstatt, zum anderen mit den afrikanischen Asylbewerbern, die der Schweissermeister anleitet.

Ruf nach Italien

Dabei ist die Schweisserei nur sein Zweitberuf. Héctors Leidenschaft ist es, Pastor und Evangelist zu sein. Der gebürtige Ecuadorianer lebt seit sieben Jahren in Tione di Trento im Südtirol. Seine Frau, die zu einem Besuch nach Italien flog, erzählte hinterher dem Vater von fünf Kindern, dass es in der Gegend kaum evangelische Christen gäbe. «Ich hatte eine kleine Firma in Ecuador und wir waren sehr aktiv in unserer Gemeinde. Wir spürten, dass wir nach Italien kommen sollten, aber es war keine einfache Entscheidung, alles zu verlassen.» Doch Gott hatte es ihnen bestätigt.

Projekt für Asylbewerber

Und so kamen sie nach Norditalien, ohne Sprache und Kultur zu kennen. Zunächst kümmerte sich Héctor als Seelsorger um Senioren, dann wurde er von einem katholischen Verein angestellt, um einigen afrikanischen Asylbewerbern das Schweissen beizubringen und ihnen so bessere Arbeitschancen für die Zukunft zu bereiten.

Durch den Erfolg des Projekts besteht heute, zwei Jahre später, eine ganze Produktions-Genossenschaft; die hergestellten Dekorartikel verkaufen sie. «Die Jungs haben nicht nur gelernt zu löten, sie lieben das, was sie tun, und werden der Arbeit nicht müde. Manchmal muss ich sogar das Licht in der Werkstatt ausmachen, damit sie endlich nach Hause gehen.» Derzeit befinden sich sechs Asylbewerber in seiner Obhut. Doch nicht nur löten und schweissen lernen sie bei ihm, sie hören auch von der Liebe Jesu und werden von ihm aufgefordert, Gott um Führung zu bitten, bevor sie Entscheidungen treffen.

Auf steinigem Boden…

Dabei stiessen Héctor und seine Frau gerade zu Beginn ihrer Zeit in Italien auf steinigen Boden, wenn sie von Jesus sprachen. Die katholischen Einwohner des Dorfes waren extrem verschlossen. Und auch andere Ecuadorianer, die in der Umgebung lebten, lehnten ihn und seine Frau ab. Bis die beiden erkannten, dass sie durch ihr Zeugnis ein «offener Brief» für Jesus sein können. «Wenn wir sagen, dass wir evangelische Christen sind, wissen die Leute nicht, wovon wir reden. Sie stellen infrage, dass wir eine Bibel tragen, obwohl wir keine Priester sind. Aber wir vergeuden keine Chance, um von unserem Glauben zu sprechen, von unserem Vertrauen auf Gott […]. Mittlerweise schätzen sie uns sehr, sogar der katholische Priester.»

…entsteht die erste evangelische Kirche

Auch die ablehnenden Ecuadorianer gab er nicht auf. Als jemand ihm drei Kisten Äpfel schenkte, verteilte er diese unter den Ecuadorianern – und das öffnete Türen und die Chance, von Jesus zu reden. Einige Personen kamen zum Glauben und Héctor und seine Frau betreuten sie weiter. Nach langer, harter Arbeit ist Héctor heute Pastor der einzigen evangelischen Kirche der Umgebung. Und die Gemeindeglieder unterstützen ihn auch in der Arbeit mit den Asylbewerbern, insbesondere dann, wenn der Asylantrag von einem von ihnen angenommen wird. «Wenn das passiert, werden sie aus dem Asylbewerberheim geworfen – sie landen auf der Strasse», berichtet Peñafiel. «Deshalb haben wir die Genossenschaft gebildet, damit wir ihnen Kurse anbieten können, nicht nur im Schweissen, sondern auch in anderen Berufen, ihnen die Sprache beibringen und ihnen helfen, vorwärtszugehen. Das ist es, was Gott von uns möchte.»

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