Ein Vorbild für Christen – Wie ein Afroamerikaner 25 KKK-Anhänger zum Ausstieg bewegte

Der Ku Klux Klan ist eine Organisation, die an die Überlegenheit der weissen Rasse glaubt und somit jeden, der nicht «weiss» ist, hasst. Allein, dass der schwarze Blues-Musiker Daryl Davis sich für das Thema interessierte, ist schon bewundernswert.

Der Ku Klux Klan ist eine Organisation, die an die Überlegenheit der weissen Rasse glaubt und somit jeden, der nicht «weiss» ist, hasst. Allein, dass der schwarze Blues-Musiker Daryl Davis sich für das Thema interessierte, ist schon bewundernswert. Doch durch seine freundliche Art und sein Interesse brach er zu einigen KKK-Mitgliedern durch – etwas, von dem auch wir als Christen einiges lernen können.

Freundschaften sind wichtig, insbesondere in der Evangelisation. Aber auch, wenn wir auf Menschen zugehen wollen, die vielleicht eine völlig gegensätzliche Meinung vertreten. Warum? Weil man durch eine Beziehung oder Freundschaft den anderen erst einmal kennenlernen kann, ihn nicht als ein Objekt sieht, das man von etwas überzeugen will, sondern ihn als Mensch mit seinen Stärken, Schwächen, Vorlieben und Ängsten kennenlernt. Durch die Freundschaft entsteht eine Offenheit, ein Recht, auch vom eigenen Glauben erzählen zu dürfen und zu können.

Wie viel Kraft eine Freundschaft sogar zwischen eigentlichen «Feinden» hat, zeigt die Geschichte von Daryl Davis. Der 58-jährige Afroamerikaner ist seit über 35 Jahren professioneller Blues-Musiker und äusserst erfolgreich. Freundschaften hat er schon mit vielen Berühmtheiten wie Dolly Parton und Chuck Berry aufbauen können – doch Davis hat auch völlig unerwartete Freunde: ehemalige Mitglieder des Ku-Klux-Klan.

Drink mit einem KKK-Anhänger

«Ich war zufällig der einzige Schwarze in einer Country-Band und somit an vielen Orten der einzige Schwarze im ganzen Lokal, in dem wir spielten», berichtet Davis im Interview mit CBN. So auch 1983 in einer Bar in Maryland. Nach dem Auftritt gratulierte ihm ein Mann zu ihrer Musik. Davis schüttelte seine Hand und obwohl er keinen Alkohol trinkt, ging er mit dem Mann an dessen Tisch und trank einen Saft mit ihm. Beim Anstossen sagte der Mann mit einem Mal: «Weisst du, das ist das erste Mal, dass ich mit einem Schwarzen etwas trinke!» Verwirrt und etwas naiv fragte ihn Davis, warum. Und nach längerem Schweigen antwortete der Mann: «Ich bin Mitglied vom Ku-Klux-Klan…»

Ein Buch und seine Folgen

Davis hatte sich schon als Kind gefragt, warum Menschen ihn hassen, wenn sie ihn doch gar nicht kennen. Um mehr darüber herauszufinden, begann der Musiker, ein Buch über den Klan zu schreiben. Das war häufig ein gefährliches Unterfangen, doch er hatte auch viele interessante Begegnungen. «Ich stellte ihnen meine Fragen und sie antworteten mir, fragten mich aber nicht nach meiner Meinung, weil ich in ihren Augen minderwertig war…» Doch nach einiger Zeit änderte sich dies. Mit einem Mal stellten sie ihm dieselbe Frage, interessierten sich für seine Meinung. «Ich dachte: 'Hey, warte mal kurz, jetzt plötzlich bin ich in euren Augen wertvoll und ihr wollt meine Meinung wissen?' Ich sagte das natürlich nicht, aber ich merkte: Das Eis war gebrochen.»

Durch die persönlichen Gespräche, das ehrliche Interesse an seinen vermeintlichen Erzfeinden und die entstandenen Freundschaften konnte er über die Jahre 25 Mitglieder des Klans davon überzeugen, diese rassistische Organisation zu verlassen – und das allein durch seine freundlichen Gespräche.

Freundlich trotz Gegenwind

Was können wir als Christen von diesem unglaublichen Mann lernen? Zum einen das aufrichtige Interesse am anderen, selbst wenn er das Gegenteil glaubt von dem, was wir glauben. Auch liess sich Davis weder von ihrer rassistischen Art abschrecken, noch von ihrer Überheblichkeit und der eindeutigen Abwertung ihm gegenüber. Er war freundlich, suchte das Gespräch, doch seine Absicht war nicht von Anfang an, sein Gegenüber zu verändern, sondern vielmehr ihn zu verstehen.

Aufrichtig interessiert, so wie Jesus

Wie reagieren wir, wenn wir auf jemanden treffen, der das völlige Gegenteil von uns ist, glaubt und repräsentiert? Sind wir ihm gegenüber offen? Überlegen wir sofort, wie wir ihn am effektivsten «bekehren» könnten, oder sind wir interessiert daran, ihn kennenzulernen, zu erfahren, was, wie und warum er denkt, was er denkt, und lassen uns auch nicht von einigen bissigen Kommentaren abschrecken? Denn so war Jesus: Er war ehrlich interessiert an den Menschen, egal, welche Entscheidung sie hinterher trafen, egal, ob sie ihm folgten oder nicht. Er suchte insbesondere die Menschen, die das völlige Gegenteil von ihm waren, «Sünder» wie Zöllner, Prostituierte, Ausgestossene. Er suchte das Gespräch mit ihnen, zeigte Verständnis, Liebe und Geduld. Da stand nicht die beabsichtigte Bekehrung im Vordergrund, sondern vielmehr das aufrichtige Interesse am Menschen und die grenzenlose Liebe.

Wenn wir ein bisschen mehr von Jesu Art hätten – oder auch die von Daryl Davis –, dann gäbe es vermutlich viel mehr Menschen, die von der Liebe, dem Interesse und der aufrichtigen Ehrlichkeit der Christen beeindruckt wären und sich allein deshalb mit dem christlichen Glauben beschäftigen würden…

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