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Selmira

Alkohol, Tod und zwei Träume – Wie die Peruanerin Selmira aus der Verzweiflung fand

Als die Quechua-Frau Selmira 11 Kinder verlor, versank sie im Alkohol. Doch dann hatte sie zwei Träume, die ihr Leben veränderten. Heute hilft sie der Bibelübersetzung in ihre Sprache und weiss: «Das ist meine Berufung – und ich folge ihr!»

Als die Quechua-Frau Selmira 11 Kinder verlor, versank sie im Alkohol. Doch dann hatte sie zwei Träume, die ihr Leben veränderten. Heute hilft sie der Bibelübersetzung in ihre Sprache und weiss: «Das ist meine Berufung – und ich folge ihr!»

Selmira heiratete als junge Teenagerin, doch das war bereits spät – die anderen Napo-Quechua-Mädchen in ihrem Dorf heirateten schon früher. Doch die Peruanerin wollte zuerst die Grundschule abschliessen, um lesen und schreiben zu lernen.

Alkohol und Tod

Auch sonst war das Leben in ihrem Dorf nicht einfach. Sie wuchs inmitten von Zauberei und Alkohol auf – denn durch Alkohol erhoffen die Napo-Quechua sich direkten Zugang zu den Geistern. Doch der Alkoholmissbrauch führt auch zu häuslicher Gewalt und wenn die Männer zu betrunken zum Fischen oder zur landwirtschaftlichen Arbeit sind, bekommt die Familie halt kein Essen. Aus diesem Grund leben die meisten Familien in Armut, schon Babys werden mit Alkohol abgespeist, damit sie trotz Hunger einschlafen.

Dazu hatte Selmira insgesamt vier Fehlgeburten. Und weitere elf (!) Kinder starben innerhalb der ersten Lebensjahre. Als ihr neunjähriger Sohn an einem Schlangenbiss starb, war sie so traumatisiert, dass sie von Zuhause weglief. Ihre älteste Tochter, die bereits ausgezogen war, nahm sie bei sich auf, um ihr die Möglichkeit zu geben, in Ruhe zu trauern. Und letztlich half ihr der Alkohol, ihre Misere und die Trauer zu vergessen.

Ein Traum vom Fluss

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Selmira

Doch dann begannen die Träume. Als erstes träumte sie, wie ein dicker Baum über einem Fluss lag. Sie versuchte über den Baum kletternd den Fluss zu überqueren. Sie war kurz davor, das Gleichgewicht zu verlieren, als ein Mann mit einem langen weissen Mantel erschien. Er gab ihr eine Bibel und als sie zu fallen drohte, nahm er ihre rechte Hand und führte sie über den Baumstamm ans sichere Ufer.

Kurz darauf träumte sie – ähnlich wie Jakob in der Bibel – von einer Leiter, die in den Himmel führte. Sie erfasste die Leiter und begann, hinaufzusteigen. Als sie in den Himmel kam, war es ganz still. Es gab dort viele Häuser, aber alle waren leer. Da tauchte ein Mann auf und fragte sie: «Warum bist du hierhergekommen? Du musst auf deine Kinder aufpassen und Gottes Sohn dienen.»

Je weniger Alkohol, desto mehr Liebe

Diese Träume waren wir ein Weckruf für Selmira. Sie verspürte den tiefen Wunsch, eine Bibel zu finden, um darin zu lesen und die Träume zu verstehen. Da hörte sie von einem Bibel-Workshop in der Nähe und beschloss, daran teilzunehmen. Der Workshop wurde von einer Wycliffe-Bibelübersetzerin namens Christa angeboten. Semira lud Christa und eine weitere Mitarbeiterin zu sich ins Dorf ein, um noch mehr biblische Geschichten zu hören. Je mehr sie über die Bibel lernte, desto weniger Alkohol trank sie – und desto mehr Liebe und Mitleid spürte sie für die Menschen um sich herum.

Es dauerte nicht lange, bis sie ihr Leben Jesus Christus übergab. Nach und nach veränderte sie sich– und gab den Alkohol ganz auf. Doch das gefiel ihrem Mann ganz und gar nicht; er drohte damit, sie zu verlassen. «Er wollte eine Frau, die mit ihm trinkt», erinnert sich Selmira. «Aber jedes Mal, wenn er sich betrank, legte ich meine Hand auf ihn und betete für ihn – bis er sich immer seltener betrank.»

Die Geschichtenerzählerin

Heute ist sie eine veränderte Frau und arbeitet an der Napo-Quechua-Bibelübersetzung von Wycliffe mit. Und sie ist eine der wenigen Übersetzerinnen, die in den vergangenen vier Jahren keinen einzigen Bibel-Workshop verpasst hat. Ihr Lieblingsteil dabei ist, anderen die biblischen Geschichten weiterzuerzählen. Jeden Sonntag verbringt sie damit, in ihrem Dorf die neu übersetzten Geschichten vorzulesen. «Die Kinder lieben die Geschichte vom Blinden vor den Toren Jerichos und die von Zachäus. Manchmal wollen sie, dass ich eine Geschichte wieder und wieder erzähle.»

Zunächst kamen nur Kinder, aber heute kommen alle ihre Nachbarn, um zuzuhören. Sogar der Schamane des Dorfes und die religiösen Leiter kommen, um den Geschichten zu lauschen – und seit kurzem ist auch Selmiras Ehemann mit dabei. «Allein Jesus kann das tun!», ist Selmira überzeugt. «Ich möchte keinesfalls zu meinem früheren Herrn, Satan, zurück. Christus ist für mich gestorben und ich möchte bei ihm bleiben.»

Sie denkt immer noch oft an ihre elf Kinder, die sie beerdigen musste. Doch heute freut sie sich über ihre elf Enkelkinder. «Menschen fragen mich, warum ich immer zu den Workshops und den Team-Treffen der Übersetzer gehe. Dann erkläre ich ihnen, dass das Gottes Berufung für mich ist – und ich folge nur seinem Ruf.»

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