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Diane Chew mit ihrem Mann Ben

«Ich bin genug» – Wie Diane Chew Stärke in der Pflege ihres Mannes fand

Diane Chew kämpfte mit der Verzweiflung, als ihr Mann Ben an Lewy-Körper-Demenz erkrankte. Heute zeigt sie, wie wichtig es ist, sich als Pflegende nicht selbst zu vergessen – und erzählt ihre Geschichte mit Mut und Zuversicht.

Diane Chew führte ein erfülltes Leben als Wissenschaftlerin und Life Coach, doch als bei ihrem Ehemann Ben eine Lewy-Körper-Demenz diagnostiziert wurde, änderte sich alles. «Ich war in einem ständigen Alarmzustand.»

Ihr Mann Ben war talentierter Musiker und Produzent, dann zeigten sich erste Anzeichen einer kognitiven Veränderung, deren Ursache lange unklar blieb. «Seine Freunde bemerkten es zuerst», erzählt sie. «Er verlor das Zeitgefühl und dachte, wir seien gerade erst eingezogen, obwohl wir schon seit 25 Jahren in unserem Haus lebten.»

Diane Chew erinnert sich an die Verzweiflung, die sie in der ersten Phase durchlebte. «Ich hatte keine Ahnung, womit wir es zu tun hatten. Ich musste Ben sogar austricksen, um ihn ins Krankenhaus zu bringen, denn er war völlig uneinsichtig. Ich hatte das Gefühl, nur auf einen Notfall nach dem anderen zu reagieren.»

Eine besondere Herausforderung

Die Lewy-Körper-Demenz gehört zu den aggressiveren Formen der Demenz. «Ben hat kaum noch ein Kurzzeitgedächtnis und kann alltägliche Aufgaben nicht mehr ohne Hilfe bewältigen», sagt Diane Chew. «Er ist paranoid, unruhig und wird schnell ängstlich. Es gibt Tage, an denen er kaum noch verständliche Worte findet.»

Aber Diane Chew lässt sich nicht entmutigen. «Eine der wichtigsten Lektionen, die ich gelernt habe, ist, im Moment zu bleiben – so wie Ben es tut. Er macht sich keine Gedanken über die Zukunft, er lebt im Hier und Jetzt.»

Eine göttliche Eingebung

Es war eine göttliche Eingebung, die Diane dazu brachte, ihre Geschichte in den sozialen Medien zu teilen. «Ich schrie zu Gott und fragte: 'Was soll ich tun?'», erzählt sie. «Und ich hörte die Antwort: 'Diane, bin ich ein Gott der Einschränkung oder ein Gott der Expansion?'» Für sie war eindeutig, dass letzteres der Fall ist, «und mir wurde klar, dass ich unsere Erfahrungen online teilen sollte».

Obwohl sie anfangs zögerte, begann Diane, Videos zu posten. «Ich dachte, ich könnte vielleicht anderen helfen. Es hat mir eine Gemeinschaft gegeben, die mich daran erinnert, dass ich nicht allein bin.» Ihre Beiträge bieten nicht nur praktische Tipps, sondern auch emotionale Unterstützung für andere Pflegende.

Eiswürfel zertrümmern

Für Diane war es eine Herausforderung, das Konzept der Selbstpflege in ihren Alltag zu integrieren. «Alle sagten mir immer wieder: 'Diane, setz dir zuerst die Sauerstoffmaske auf. Ich war in einem ständigen Kampf-oder-Flucht-Modus. Es hat eine Weile gedauert, bis ich begriffen habe, dass ich mir in kleinen Momenten etwas Gutes tun muss.»

Diane Chew entwickelte ihre eigenen «Sauerstoffmasken-Momente»: kurze, aber wirkungsvolle Pausen. «Ich bete, und wenn ich aufwache, atme ich tief durch, um Stress abzubauen. Manchmal zerbreche ich sogar Eiswürfel in der Einfahrt, um meinen Körper von aufgestauter Energie zu befreien.»

Diese kleinen, bewussten Momente helfen ihr, für Ben und sich selbst zu sorgen. «Ich werde mein Leben nicht aufgeben. Ben würde das nicht wollen.»

«Ich bin genug, weil ich nach Gottes Bild geschaffen bin»

Trotz der Herausforderungen gibt Diane nicht auf. «Ich weiss, dass ich genug bin, weil ich nach Gottes Bild geschaffen bin», sagt sie. «Und Ben ist es auch – er ist vollständig und perfekt, so wie er jetzt ist.»

Für Diane ist ihr gemeinsamer Weg ein Beweis für die Kraft der Liebe und des Glaubens. Der Glaube ist ihr grösster Trost. «Jesus hat gesagt: ‚Sorgt euch nicht um morgen‘, und das versuche ich zu leben», sagt sie. «Jeder Tag ist ein Geschenk, und ich vertraue darauf, dass Gott uns weiterführt.»

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