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Christen in Indonesien (Symbolbild)

Vom Hinduismus konvertiert – Wie Andria Jesus begegnete – in der schwersten Zeit ihres Lebens

Zum Christentum zu konvertieren, hat in Indonesien schwere soziale Folgen. Das erlebte auch die 26-jährige Andria. Dennoch erzählt sie anderen von Jesus, sogar ihrem Vater, einem Hindupriester.

Zum Christentum zu konvertieren, hat in Indonesien schwere soziale Folgen. Das erlebte auch die 26-jährige Andria. Dennoch erzählt sie anderen von Jesus, sogar ihrem Vater, einem Hindupriester.

Hindus in Lombok (Indonesien) haben strenge Regeln, die jeden bestrafen, der die Religion aufgrund einer anderen Religion verlässt. Christen mit hinduistischem Hintergrund haben ihre Familien verloren, ihr Erbe, und ihren Platz in ihrem Dorf, weil sie Jesus folgen. Eine von ihnen ist die 26-jährige Andria.

Andria war 17 Jahre alt, als sie plötzlich ihr Augenlicht verlor. Ihre Familie konnte es sich nicht leisten, sie ins Krankenhaus zu bringen. Ein paar Jahre später fand sie heraus, dass sie an Grünem Star erblindet war. Andria war erschüttert und depressiv. «Ich liebte es, zu schreiben», berichtet Andria. «Ich träumte davon, Autorin zu werden. Doch das änderte sich schlagartig, als ich blind wurde.»

Andria konnte ihr Schicksal nicht akzeptieren. Sie war auf andere angewiesen, um ihren Alltag zu bewältigen. Sie konnte nicht länger zur Schule gehen und musste ihren Traum, Autorin zu werden, loslassen. «Ich dachte, Gott (Shiva) sei nicht fair», erinnert sie sich. «Ich war streng gläubig. Mein Vater war Hindu-Priester, und ich ging öfter zum Tempel als irgendwer sonst. Ich hielt alle Rituale ein. […] Deshalb war ich so wütend auf Shiva, dass er mich blind gemacht hatte. Ab dem Zeitpunkt ging ich nie mehr zum Tempel.»

«Jemand liebt dich»

Vier Jahre lang lebte Andria in Verzweiflung. Sie weinte die ganze Zeit. Eines Morgens im August 2008 traf sie einen Gemüseverkäufer, der ihr sagte, dass «Jemand» sie liebte. Andria war überrascht und fragte, wer dieser Jemand sei. Nachmittags kam der Gemüseverkäufer gemeinsam mit einer Missionarin, die ihr von der Liebe Jesu erzählte. Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlte Andria sich geliebt. Danach kam die Missionarin dreimal die Woche zu ihr nach Hause und las ihr aus der Bibel vor. Innerhalb eines Monats entschied Andria, sich taufen zu lassen.

Heimlicher Glaube

«Ich habe niemandem davon erzählt», erinnert sie sich. «Mein Vater war ein Hindu-Priester, mein Onkel sogar ein Hoher Priester. Nur mein kleiner Bruder wusste es, und auch er entschied sich für Jesus, bevor er zum Arbeiten auf eine andere Insel zog.»

Obwohl Andria ihrem Vater nichts von ihrer Bekehrung erzählt hatte, merkte er, dass sie sich verändert hatte. «Mein Vater schlug mich, wenn er gestresst war oder wenn er kein Geld hatte», sagt sie. «Normalerweise schrie und weinte ich vor Zorn, aber jetzt habe ich mich verändert. Obwohl er mich manchmal immer noch schlägt, kann ich ihm meinen Respekt und meine Liebe als Tochter zeigen. Ich glaube, dass er diese Veränderung in mir auch bemerkt.»

«Jesus hat einen Plan»

Nach ihrer Bekehrung traf Andria sich regelmässig mit der Missionarin, las in der Bibel, und lernte von Jesus. Sie begann, trotz ihrer Blindheit dankbar zu sein. «Jesus liebt mich bedingungslos. Wenn er zugelassen hat, dass ich blind werde, dann hat er einen Grund dafür. Ich habe nicht gebetet, dass er mich heilt, weil ich glaube, dass er einen Plan hat», berichtet Andria.

Andrias Vater hat als Hindu-Priester kein regelmässiges Einkommen. Durch diese Situation ist Andria gezwungen zu arbeiten, um für ihre Familie zu sorgen. «Zuerst habe ich überlegt, wie ich Gottes Wort mit meinen Nachbarn teilen könnte», sagt sie. «Ich habe gebetet, und Gott gab mir die Idee, bei meinen Nachbarn die Kleider zu waschen und zu bügeln. Durch diesen Job habe ich eine Gelegenheit, in ihr Haus zu kommen und die Gute Nachricht von Jesus mit ihnen zu teilen.»

Jeden Tag hört Andria ein christliches Radioprogramm, um im Glauben zu wachsen. Die Besuche der Missionarin helfen ihr ausserdem, mehr über die Bibel zu lernen. «Sie (die Missionarin) ist für mich wie eine grosse Schwester», erklärt Andria. «Wenn ich zu Hause bin, rufe ich sie an, damit sie mir aus der Bibel vorliest. Ich höre ein christliches Radioprogramm und lerne ermutigende Lieder. Ich singe immer während meiner Hausarbeit.»

Gottes Stimme führte sie auf der Strasse

Andria ist dankbar für Gottes Versorgung bei ihren täglichen Aktivitäten. Wenn sie im Haus oder im Dorf mit ihrem Gehstock unterwegs ist, kann sie sich auf Gottes Führung verlassen. «Oft weiss ich nicht, ob Steine oder andere Hindernisse auf meinem Weg liegen, aber ich kann Gott hören, wenn ich unterwegs bin. […] Er sagt mir, ob ich rechts oder links gehen, oder stehen bleiben soll», sagt Andria.

Andria war die einzige Christin in ihrem Dorf, und sie wollte jedem von Jesus erzählen. Viele ihrer Freunde öffneten ihr Herz für Jesus, nachdem sie Andrias Zeugnis gehört hatten. Sie erzählte auch ihrem Vater von Jesus, wann immer sie konnte. «Ich liebe meinen Vater, obwohl er mich schlägt», berichtet sie unter Tränen. «Ich kann ihn nicht verlassen. Er ist inzwischen alt – was ist, wenn er krank wird? Wer wird sich dann um ihn kümmern? Ich werde ihn niemals verlassen, egal, wie schwer es ist. Ich vergebe ihm und ich bete, dass er eines Tages Jesus kennenlernt und diese Freude und diesen Frieden erfährt, die ich selbst erfahren darf.»

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