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Sid Tapia mit seiner Frau

Sid stand vor dem Abgrund – Wenn Ruhm, Macht und Geld nicht genug sind

In Sydney als Sohn ecuadorianischer Eltern geboren, wurde er ein berühmter Skateboarder, der in seiner Jugend von Sponsoren umworben wurde. Es schien, als hätte er alles «erobert». Doch innerlich war er nicht erfüllt...

In Sydney als Sohn ecuadorianischer Eltern geboren, wurde er ein berühmter Skateboarder, der in seiner Jugend von Sponsoren umworben wurde. Es schien, als hätte er alles «erobert». Doch innerlich war er nicht erfüllt...

In der Skateboard-Szene war er der Überflieger, dazu machte er sich einen Namen als Graffiti-Künstler und Wandmaler in Sydney. Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens strebte er vor allem nach dem, was ihn besser, einflussreicher und berühmter machen würde.

Sid Tapia wurde in Magazinen porträtiert und trat in Fernsehsendungen sowie Werbespots auf. Aber wenn sich die Vorhänge schlossen, fühlte er sich immer noch wie das verletzliche Kind aus einem zerrütteten Elternhaus, das in seiner Kindheit ständigen Missbrauch, Gewalt und Beleidigungen ertragen musste. In Ermangelung eines Vaters suchte er bei Freunden nach Orientierung.

Auf der Suche nach dem «Guten»

Wenn andere von jemandem schwärmten, der etwas gut konnte, wollte er dies ebenfalls erreichen. Mit der Zeit stellte er sich die Frage: «Warum will ich immer wieder das Gute, das sie haben, suchen und übernehmen?»

Seine Suche führte ihn zum Erforschen verschiedener Religionen und zum Lesen vieler New-Age-Bücher. Jahrelang fastete und betete er mehrmals am Tag auf der Suche nach Freiheit und Erleuchtung, aber «offensichtlich scheiterte ich immer wieder daran, dass all diese verschiedenen Wege mich dazu führten, Dinge leisten zu müssen». Als Sid sich zu fragen begann, wonach er wirklich suchte, stellte er fest, dass sich alles um ihn selbst drehte. «Ich war auf der Suche nach 'mir'.» Er wollte besser sein, berühmter sein und Applaus ernten.

Liebe gefunden – aber abgeschreckt

Auf der Suche nach dem besten Lehrer für die Liebe schlug Sid die Worte Jesu in der Bibel nach. Er stellte fest, dass Jesus viel über die Liebe sprach. «Ich dachte, ich hätte den Jackpot geknackt. Ich dachte, ich hätte den berühmtesten Mann der Welt gefunden, und er spricht über die mächtigste Sache der Welt, die Liebe. Also habe ich angefangen, viel in der Bibel zu lesen – vor allem die Worte von Jesus.»

Würde diese Geschichte einen vorhersehbaren Verlauf nehmen, würde man erwarten, dass die Kraft von Gottes Wort Sid bald dazu gebracht hätte, ein Jünger Christi zu werden. Doch dem war nicht so. «Ich bin auf eine Sache gestossen, die Jesus gesagt hat, die mich völlig abgeschreckt hat.»

Sich selbst verleugnen

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Sid Tapia auf dem Skateboard

Eigentlich wollte Sid ein Nachfolger Jesu werden, doch dann las er die Worte: «Wenn du mein Jünger sein willst, musst du dich selbst verleugnen, dein Kreuz auf dich nehmen und mir nachfolgen.» An dieser Stelle zog Sid die Bremse. «Ich dachte mir: 'Mich selbst verleugnen? Ich bin hier, um berühmter zu werden und mich selbst zu verwirklichen.' Das hat mich bis ins Mark herausgefordert, so dass ich dachte: 'Da muss es noch etwas anderes geben.'»

Er begann noch verrücktere und wildere Dinge zu tun, ging mit mehreren Frauen aus und betrog sie. «Ich war gebrochen. Ich hatte schon immer mit Depressionen zu kämpfen und durch die Trennungen wurde es immer schlimmer; ich wurde enorm suizidgefährdet.»

Wieder auf der schiefen Bahn

An einem seiner Tiefpunkte betete Sid das Übergabegebet, das auf der Vorderseite einer Bibel von «Good News Australia» stand. Doch nach einer weiteren gescheiterten Beziehung geriet er wieder auf die schiefe Bahn. «Es gab einen Moment, in dem ich kurz davor stand, meinem Leben ein Ende zu setzen. Doch dann griff Gott ein.»

Dies geschah so: «Eines Nachts war ich kurz davor, meinem Leben ein Ende zu setzen. Ich hatte auch eine Bibel aufgeschlagen und weinte.» Die Trennung und all die Zerrissenheit in seinem Leben setzten ihm zu, während er äusserlich einer der gefeiertsten Skateboarder des Landes war. «Ich beschloss, auf die Toilette zu gehen, um das Ganze zu beenden. Und als ich diese Entscheidung getroffen hatte und gerade aufstand, um zu gehen, klingelte das Telefon.» Nach einigem Ringen mit sich selbst nahm Sid den Hörer ab und hörte, wie eine ehemalige Freundin, die er sechs Monate zuvor kennengelernt hatte, ihn fragte, ob mit ihm etwas nicht stimme.

«Sag was los ist»

«Sie weinte und sagte: 'Bitte sag mir, was los ist. Irgendetwas stimmt nicht mit dir.' Ich bekam Angst und gleichzeitig war es mir peinlich. Also habe ich ihr nicht gesagt, was los ist.» Schliesslich brachte Gott christliche Menschen in Sids Leben, darunter auch seine neue Freundin, die ihn in eine christliche Gemeinde mitnahm.

«Wir haben zwar nicht geheiratet, aber sie hat mich in die Kirche und zu den Menschen gebracht. Es hat mich umgehauen, dass junge Leute dahingehen. Ich fand das grossartig. Coole Kids, die das Leben lieben und einfach nur das Richtige für andere tun wollen.» Bisher dachte er, Kirchen bestünden einzig aus alten Leuten und einem Priester, der da oben etwas murmelt und seltsame Lieder singt. «Das war also meine erste Begegnung mit der christlichen Gemeinde. Ich war inzwischen 28 Jahre alt. Nun lernte ich Jesus kennen.»

«Man kann nicht anders»

Zwanzig Jahre später kann Sid immer noch nicht aufhören, den Menschen von seiner beeindruckenden Begegnung mit Jesus zu erzählen. Er könne gar nicht anders, als davon weiterzuerzählen. «Wenn man tot war, aber jetzt lebt, dann muss man es den Leuten sagen. Es ist einfach so cool, weil man nichts getan hat. Das ist das Wunderbare an Jesus – es geht darum, den Glauben und das Vertrauen in ihn zu setzen. Es liegt nicht an den eigenen Werken.»

Sid erlebte tatsächlich eine krasse Veränderung. Er ist nun seit 13 Jahren verheiratet und Vater von zwei Mädchen. Vor einiger Zeit wendete sich Sid zudem der Ölmalerei zu. 2021 gewann er den in Australien renommierten Lester-Preis für das detaillierte Porträt des Obdachlosen Sia, mit dem er sich angefreundet hat. Mit ihm will er auch das Preisgeld von 50'000 australischen Dollar (rund 33'000 Schweizer Franken) teilen.

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