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Nona Jones

Das ungewollte Kind – Weiterleben nach sexuellem Missbrauch

Nona Jones durchlief schwere Kinderjahre. Ihr Stiefvater missbrauchte sie und sie wollte sich das Leben nehmen. Im christlichen Glauben fand sie Liebe – und eines Tages erfolgte ein ganz besonderer Anruf.

Nona Jones durchlief schwere Kinderjahre. Ihr Stiefvater missbrauchte sie und sie wollte sich das Leben nehmen. Im christlichen Glauben fand sie Liebe – und eines Tages erfolgte ein ganz besonderer Anruf.

«Meine Eltern waren seit etwa 15 Jahren verheiratet. Mein Vater wollte – anders als Mutter – immer Kinder haben», berichtet Nona Jones. «Als sie nach 15 Jahren erfuhr, dass sie schwanger ist, freute sich Vater, Mutter war sehr enttäuscht und weinte. Sie wollte kein Kind haben.»

Nach etwa der Hälfte der Schwangerschaft bekam ihr Vater Magenschmerzen. Der Arzt erkannte Magenkrebs im Endstadium, er würde laut Diagnose noch etwa sechs Monate leben.

Zu allem Übel litt ihre Mutter an einer schweren psychischen Erkrankung. «Mein Vater war besorgt darüber, ob ich in einem stabilen Haushalt aufwachsen würde. Er kämpfte um sein Leben und schaffte es noch bis etwa zwei Monate vor meinem zweiten Geburtstag.»

In «Obhut» bei Täter

Nonas Mutter lernte einen Mann kennen, der versprach, sich um die beiden zu kümmern. Doch die Beziehung ging in die Brüche, ein weiterer Umzug folgte. Die nächste Beziehung hielt länger. «Doch er fing an, unangemessene Dinge zu tun. Eines Tages sagte Mutter, dass sie zurück nach New Jersey muss, weil ihre Schwester verstorben war, und dass sie mich in seiner Obhut zurücklassen würde.»

Nona wollte mitgehen, aber die Mutter konnte sich das Ticket nicht leisten. «Nachts schloss ich meine Schlafzimmertür ab, weil ich mich bei diesem Kerl nicht wohl fühlte.» Dennoch verschaffte er sich Zugang und missbrauchte die Fünfjährige sexuell.

«Als Mutter zurückkam, wollte ich ihr nicht in die Augen sehen, weil ich das Gefühl hatte, sie könnte es in meinen Augen sehen. Er sagte mir: 'Du sagst besser nichts, weil sie dich sonst nicht mehr will.'»

Der Horror geht weiter

Er missbrauchte Nona weitere Male. Eines Tages erzählte sie es ihrer Mutter, die ihn sogleich verhaften liess. Doch als er wieder freikam, liess sich die Mutter wieder auf ihn ein, weil sie Geld für das Haus brauchte. «Die Übergriffe gingen kurz nach seiner Rückkehr weiter, und ich lernte, nichts zu sagen.»

In der Schule wurde sie als Problemkind abgestempelt. «Die Leute sagten, ich sei lernbehindert, aber der Grund für mein Verhalten war das Chaos zu Hause. Ich reagierte auf ein Trauma, und niemand hat mich je gefragt, warum ich mich so verhalten habe.»

Wertschätzung erlebt

Als sie inder sechsten Klasse war, lud sie eine Mitschülerin ein, in die christliche Gemeinde mitzukommen. «Da waren Menschen, die mich nicht einmal kannten, aber sie umarmten mich und und waren liebevoll. Sie hiessen mich willkommen. Sie gaben mir wirklich das Gefühl, dazuzugehören. Das war das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, dass ich wirklich etwas bedeute, dass ich wirklich wertgeschätzt werde.»

Niemand wusste, dass sie im Alter von elf Jahren bereits zwei Suizid-Versuche hinter sich hatte. «Ich habe gelernt, dass das wahre Gegenmittel zur Dunkelheit das Licht ist. Wenn wir uns also schämen und nicht darüber sprechen, was uns passiert ist, hält uns das nur in unserer Vergangenheit gefangen.»

Der Prozess

Viele Menschen schämten sich dafür. «Sie haben das Gefühl, dass es ihre Schuld ist. Doch ich sage: 'Das Schamgefühl ist out.' Wir müssen es buchstäblich eliminieren.» Doch es sei ein Prozess, der lange dauert.

Später arbeitete Nona Jones als Leiterin eines landesweiten Netzwerks von Alternativschulen in Florida. «Das waren Schulen für Mädchen, die ein Trauma erlebt hatten und von der regulären Schule verwiesen oder suspendiert worden waren. Ich fühlte mich dieser Aufgabe zutiefst verbunden.»

Plötzlich ruft «Facebook» an

Später arbeitete sie bei «Facebook». Zuvor erhielt sie vom Social-Media-Giganten einen Anruf. Zunächst war sie völlig überrascht und traute der Sache nicht so über den Weg – seit wann ruft «Facebook» Leute an?

«Mein Name wurde offenbar genannt, um die christlichen Bereiche zu stärken. Ich arbeite mit christlichen Leitern, Pastoren, Kirchen und christuszentrierten Organisationen auf der ganzen Welt zusammen, um ihnen zu helfen, Facebook für ihren Dienst zu nutzen, bei dem es eigentlich um den Aufbau von Gemeinschaften geht. Wir stellen fest, dass die Zahl der Gottesdienstbesucher in zwei von drei Kirchen zurückgeht oder stagniert. Die Menschen kommen nicht mehr so zahlreich wie früher, und gleichzeitig gibt es jeden Monat mehr als 30'000 Suchanfragen nach Kirchen bei Google.» Daneben wirkt Nona Jones als Motivationsrednerin und Autorin.

Brauchen Sie Hilfe oder einfach ein offenes Ohr? Dann melden Sie sich bei der anonymen Lebenshilfe von Livenet, per Telefon oder E-Mail. Weitere Adressen für Notsituationen finden Sie hier.

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