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Judith Halim

Allen Widrigkeiten zum Trotz – Von Wundern und wie man «richtig» betet

Judith Halim hatte einen Abschiedsbrief geschrieben und alles geplant: Sie würde mit ihrem Baby aus dem 14. Stock springen. Dann klingelte das Telefon – und ihr Leben veränderte sich radikal.

Judith Halim hatte einen Abschiedsbrief geschrieben und alles geplant: Sie würde mit ihrem Baby aus dem 14. Stock springen. Dann klingelte das Telefon – und ihr Leben veränderte sich radikal.

Als Judith Halim, eine junge Frau aus Indonesien, frisch verheiratet mit ihrem Mann nach Singapur zog, um ihr erstes Kind auf die Welt zu bringen, hatte sie die Erwartung, eine glückliche Familie aufzubauen.

Doch dieser Traum platzte jäh, als sich herausstellte, dass ihr kleines Mädchen Joel das Williams-Syndrom hatte. Sie hatte drei Löcher in ihrem Herz, Hämophilie und litt unter einer eingeschränkten Blutversorgung des Gehirns. Die Ärzte erwarteten, dass sie nicht lange leben würde. Der zweite Schlag kam einen Monat später, als Judiths Ehemann ihr sagte, dass er sie nicht länger liebte und sie noch am selben Abend verliess, um ein neues Leben mit einer anderen Frau zu beginnen.

Suizid geplant

«Hier war ich nun, allein mit einem kranken Kind in einem fremden Land; meine ganze Welt war über mir zusammengebrochen», erinnert sich Judith. «Ich war total niedergeschlagen, verzweifelt, voller Schmerz, Leid, Elend und Depression. Ich beschloss, all dem ein Ende zu bereiten, indem ich mit meinem Baby aus dem 14. Stock unseres Apartmentgebäudes sprang.»

Judith schrieb einen Abschiedsbrief an ihre Mutter in Indonesien, um ihr mitzuteilen, wie leid es ihr täte, doch dass sie nicht in der Lage gewesen wäre, in ihrem Alter noch für sie zu sorgen. In dem Moment, als sie den Brief fertig geschrieben hatte, klingelte das Telefon. Es war ein Versicherungsmakler, der zuerst versuchte, ihr eine Versicherung zu verkaufen, doch als er merkte, dass sie pleite war, lud er sie in die Kirche ein. Sie nahm seine Einladung an.

Als in dem Gottesdienst ein Aufruf gemacht wurde, wählte der Prediger aus Armenien sie zu ihrer Überraschung mitten aus der Menge aus und lud sie ein, auf die Bühne zu kommen. «Er begann zu beten und gab mir ein prophetisches Wort: 'Gott weiss, durch was du gerade durchmachst und du wirst daraus als besserer Mensch hervorkommen und ein besserer Diener für ihn sein.' Ich spürte einen so überwältigenden Frieden, der alles Verstehen überstieg, dass ich Jesus an Ort und Stelle mein Leben übergab. Zuhause schlief ich zum ersten Mal seit Monaten wieder tief und fest. Als ich am nächsten Morgen erwachte, waren der Schmerz in meiner Brust und die Depression verschwunden. Ich war innerlich verändert, alles um mich herum sah wunderschön aus. Ich nahm den Brief an meine Mutter und zerriss ihn und ich sagte zu mir, dass ich nicht sterben werde, sondern lebe, um die Güte von Jesus Christus zu verkünden.»

Ein verändertes Leben

Kurz darauf begann Judith, einen Job zu suchen. Nach vielen Ablehnungen bekam sie eine Teilzeitstelle bei einem Wachdienst. Gott gab ihr den Vers aus Joel Kapitel 2, Verse 25-26: «Und ich werde euch die Jahre erstatten, deren Ertrag die Heuschrecken gefressen haben (…), ihr werdet genug essen und satt werden und werdet den Namen des Herrn, eures Gottes, loben, der Wunderbares an euch getan hat. Und mein Volk soll nie mehr zuschanden werden.» Von diesem Moment an veränderte sich ihre Situation radikal. Innerhalb von sechs Jahren hatte sie mehrere andere Arbeitsstellen und schliesslich wurde sie in einer leitenden Position im Management einer Modefirma befördert.

Für Heilung beten …

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Jason und Judith Halim mit Joel

Während dieser Zeit traf sie Jason, ihren heutigen Ehemann, dessen Geschichte genauso erstaunlich ist (Livenet berichtete). Judiths geistig behinderte Tochter Joel war immer noch sehr krank und konnte nicht laufen. Die Ärzte sagten, dass sie sterben würde und es keine Hoffnung gäbe, dass sie älter als sechs Jahre werden würde. Doch «wenn die Menschen am Ende ihrer Möglichkeiten sind, beginnen Gottes Möglichkeiten», sagte sich Judith. «Ich begann zu beten und Gott zu suchen und dafür verwendete ich das Gebet der Hanna: 'Herr, wenn du mein Elend ansehen wirst und mein Baby heilst, werde ich dir mein Leben geben.'»

«Im Dezember 2000, als Joel sechs Jahre alt war, hörte ich eine innere Stimme, die mich bat, Joel noch einmal zu den Spezialisten zu bringen. Der Kardiologe machte ein EKG und druckte die Ergebnisse aus, um sie mit den vorherigen Resultaten zu vergleichen. Er war schockiert: «Was haben sie mit diesem Kind gemacht? Wo sind sie gewesen?» Ich antwortete, dass ich gar nichts getan hätte, ich hatte lediglich zu meinem Gott gebetet. Der Kardiologe sagte: «Das kann nicht sein, denn Joels Herz ist perfekt. Die Ergebnisse zeigen ein vollkommen normales Herz!» Schon bald war Joel in der Lage zu springen, zu rennen und sogar zu schwimmen. Sie lernte Klavierspielen, Singen und Tanzen.

… aber gemäss Gottes Willen

Dies war ein grossartiges Wunder. Doch Gott hatte noch eine andere Lektion für Judith parat. Eines Tages fragte er sie: «Ist Joel eine Last für dich?» Denn trotz allem hatte sie immer noch Probleme mit ihrem Gehirn. «Ich sagte: natürlich schon», erwiderte Judith. Gott antwortete: «Was ist, wenn ich sage, dass sie ein Segen für dich ist? Diese Kinder sind aus einem bestimmten Grund besonders, denn sie sind in meinen Augen besonders.» – «Ich erkannte in diesem Moment, dass ich meine Tochter immer weiter verletzte, je mehr ich für ihre Heilung betete, weil dies bedeutete, dass ich sie nicht so annahm, wie sie ist», berichtet Judith. Sie entschuldigte sich direkt bei ihrer Tochter, dass sie sie nicht vollkommen angenommen hatte. «Sie weinte und weinte und weinte und in diesem Moment erkannte ich, dass Joel wahre (innere) Heilung erlebte», sagte Judith. An diesem Punkt lernte Judith, dass ein Durchbruch nicht nur durch inbrünstiges Gebet entsteht, sondern indem man gemäss Gottes Willen und ihm untergeordnet betet.

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