Alkoholiker begegnet Jesus – Von einem Moment auf den anderen neu

Mit 16 Jahren erfährt Werner Woiwode, dass sein Vater nicht sein leiblicher Vater ist. Der Schock sitzt tief, er schmeisst seine Lehre und taucht in Alkohol und Drogen ab. Doch dann spricht Gott zu ihm...

Mit 16 Jahren erfährt Werner Woiwode, dass sein Vater nicht sein leiblicher Vater ist. Der Schock sitzt tief, er schmeisst seine Lehre und taucht in Alkohol und Drogen ab. Doch dann spricht Gott zu ihm...Eigentlich war ich immer ein Vorzeigesohn. Der älteste von drei Kindern, sehr angepasst, umgänglich, gut in der Schule. Doch mit 16 Jahren hatte ich die Nase voll davon, immer nur der nette Streber zu sein. Ich fing an Alkohol zu trinken und das nahm mir meine Hemmungen und Komplexe. Plötzlich wurde ich von den anderen akzeptiert. Ich trank immer mehr und fing schliesslich regelrecht an zu saufen.

Zur selben Zeit offenbarte mir meine Mutter, dass mein Vater gar nicht mein leiblicher Vater ist. Mein leiblicher Vater hatte sich erhängt, als er erfuhr, dass meine Mutter im dritten Monat mit mir schwanger war. Ich war so geschockt, das zu hören, es zog mir den Boden unter den Füssen weg. Danach stürzte ich richtig ab. Ich schmiss meine Lehre und dröhnte mich nur noch mit Alkohol und Drogen zu. Alles andere war mir egal.

So ging es 15 Jahre lang. Ich soff mich bis zur Besinnungslosigkeit. Eine Ehe scheiterte. Für Ärzte galt ich als beziehungsunfähig und austherapiert – ein hoffnungsloser Fall.

Sehnsucht nach Sinn

Innerlich war ich immer auf der Suche nach etwas, auch wenn ich nicht genau wusste, wonach. Ich glaubte, Traumstrände könnten mich erfüllen und reiste monatelang nach Thailand oder auf die Philippinen. Auf einer der Reisen lernte ich Regula kennen. Es war eine Love-Story wie in einem Roman. Und trotzdem war es unmöglich, unsere Beziehung aufrecht zu erhalten. Ich war ja immer noch abhängig von Drogen und Alkohol.

Vier Monate nach unserem schmerzhaften Aus rief sie mich an und sagte, dass sie mit mir reden wolle. Ich hoffte natürlich, dass aus uns wieder was werden könnte, und fuhr zu ihr. Doch als ich sie sah, merkte ich sofort: Sie war komplett anders geworden. Da strahlte etwas aus ihr heraus – ich begriff gar nicht, was das war –, aber es war wie zum Anfassen. Ich war irritiert. Hatte ich doch gehofft, sie nach der Zeit ohne mich völlig am Boden vorzufinden. Aber jetzt stand sie strahlend vor mir. Eineinhalb Stunden erzählte sie mir, dass sie Jesus kennengelernt hat und jetzt mit ihm lebt. Das war es, was sie mir sagen wollte. Beim Abschied meinte sie: «Ich wünsche dir von Herzen, dass du das auch findest. Und ich werde für dich beten.» Ich war so wütend. Sie brauchte mich nicht und wollte mich nicht zurück. Jesus interessierte mich nicht. Enttäuscht und regelrecht aggressiv fuhr ich nach Hause.

Begegnung mit Jesus

Neben der Wut, sie verloren zu haben, bewegte sich auch etwas anderes in meinem Herzen. Es schmerzte und wurde immer schlimmer. Nach so vielen Jahren des Selbstbetrugs hatte ich plötzlich die Wahrheit über mich vor Augen. Wie in einem Spiegel erkannte ich, was für ein Wrack ich wirklich war. Wie viel Mist ich gebaut hatte. Daheim brach ich weinend zusammen und empfand nur noch Schmerz. Die Schuld, die auf mir lastete, schien mich wie ein riesiger Berg zu erdrücken. Zu erkennen, wie armselig ich war, brachte mich schier zur Verzweiflung.

Mitten in den Schmerz hinein vernahm ich klar und akustisch hörbar eine Stimme: «Werner, das muss nicht das Ende deines Lebens sein. Wenn du mir vertraust und glaubst, dass ich für alles, was du getan hast, am Kreuz gestorben bin, dann steh auf, gib mir deine Hand und wir gehen von hieran gemeinsam weiter.» Ohne dass ich mich jemals mit Gott beschäftigt hatte, wusste ich genau: Das ist Jesus. Er ist real. Und er will mir helfen.

In meiner Verzweiflung kam es nur so aus mir heraus: «Ja, Jesus. Ich glaube dir. Es tut mir so leid. Ich will mit dir leben, ich brauch deine Hilfe!» Und während all das aus mir heraussprudelte, merkte ich: Ich bin frei. Von Alkohol und Drogen und all den anderen Süchten und Zwängen, in denen ich so lange gefangen war. Das war so ein radikales, tiefes, plötzliches Erleben, es war ein Wunder. Gott war mir begegnet – obwohl ich vorher nichts von ihm wissen wollte! Ich habe erlebt, dass er durch seine Liebe wirkt, frei setzt und in nur einem Moment etwas komplett Neues in uns machen kann. Gott hat mich aus meinem Morast herausgehoben und mein Leben neu gemacht.

Werner Woidwode ist seit 31 Jahren mit Regula verheiratet. Gemeinsam leiten sie einen Gebetsdienst.

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