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Lisa Steven mit ihrem Ehemann

Heirat an schulfreiem Tag – Von der Teen-Mom zur Hoffnungsträgerin

Lisa Steven wuchs in einer schwierigen Familiensituation auf. Als Teenagerin wurde sie selbst Mutter. Heute hilft sie im von ihr gegründeten «Hope House» jungen Müttern, ein stabiles Leben für sich und ihre Kinder aufzubauen.

«Ich bin in einem ziemlich dysfunktionalen Zuhause aufgewachsen. Meine Eltern haben sich oft gestritten, es wurde viel geschrien. Als Älteste von vier Kindern hatte ich das Gefühl, meine jüngeren Geschwister beschützen zu müssen. Ich bin sehr schnell erwachsen geworden und hatte nie die Chance, einfach nur Kind zu sein.»

Ein einschneidendes Erlebnis war der tragische Tod ihres kleinen Bruders im Alter von sieben Jahren. «Meine Eltern hatten es schon vorher schwer, aber dieser Verlust war der Punkt, an dem sie nicht mehr weitermachen konnten.» Ihr Vater begann zu trinken, es kam zu Zwischenfällen mit Waffen im Haus. «Meine Mutter beschloss dann, mit meinen Schwestern und mir zu unseren Grosseltern nach Colorado zu ziehen.»

Schwanger mit 17

Als Lisa 16 Jahre alt war, lernte sie ihren späteren Ehemann John kennen. «Wir trafen uns beim Cruisen im Einkaufszentrum – das war 1985 eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Er fuhr einen aufgemotzten Chevy Nova, der mich sofort beeindruckte. Aber noch mehr hat mich seine ruhige, freundliche Art berührt.»

Ein Jahr später war sie schwanger. «Ich erzähle immer, dass mein Heiratsantrag vor der Klinik stattfand, in der wir den positiven Test erhalten hatten. John sah mich an und fragte: 'Was machst du nächsten Freitag? Da haben wir beide schulfrei.'» Und Zeit, um zu heiraten. Trotz der Herausforderungen erhielten sie viel Unterstützung von Johns Eltern. «Meine Schwiegereltern haben uns gezeigt, was Ehe bedeutet. Ihre Geduld, ihre Vergebung und ihr Rat waren unbezahlbar.»

Kampf gegen Vorurteile

«Teenage-Mütter werden oft verurteilt und beschämt. Als meine Schwiegermutter mich überredete, eine MOPS-Gruppe (Mothers of Preschoolers) zu besuchen, war ich zunächst sehr zurückhaltend. Ich dachte, alle anderen Frauen hätten 'alles richtig gemacht'», erinnert sich Lisa Steven. «Aber das Gegenteil war der Fall: Ich wurde herzlich aufgenommen und bekam die Chance, im Leitungsteam mitzuarbeiten.»

Als ihre Kinder älter wurden, engagierte sie sich bei «Teen MOPS», einer Selbsthilfegruppe für jugendliche Mütter. «Dort hörten wir Geschichten von Müttern, die in unsicheren Häusern lebten. Als wir nach Hilfsangeboten suchten, stellten wir fest, dass es zwar viele Einrichtungen für schwangere Frauen gab, aber nur wenige, die jugendlichen Müttern mit Kindern langfristig helfen.»

Die Geburt des «Hope House»

Eigentlich wollte Lisa Steven studieren und Lehrerin werden. Doch ihr Herz sagte ihr etwas anderes. «Ich meldete mich freiwillig für ein Komitee, das ein Haus für Teenage-Mütter gründen wollte. Einige Wochen später kam mein Mann zu mir und sagte: 'Ich glaube, wir sollten da mitmachen.' Da musste ich mich entscheiden: Bin ich bereit, meinen eigenen Plan loszulassen und Ja zu Gottes Plan zu sagen?»

Heute ist das von ihr gegründete «Hope House Colorado» eine florierende Einrichtung in Arvada. «Wir betreuen etwa 160 Mütter im Alter von 15 bis 25 Jahren. Viele von ihnen sind mit Gewalt, Sucht und Obdachlosigkeit aufgewachsen. Aber wenn sie ihr Baby in den Armen halten, kommt oft der Wendepunkt: Sie wollen eine bessere Zukunft für ihr Kind.»

Der Glaube als Anker

«Ich glaube, es ist unglaublich wichtig, jeden Tag mit Gott in Kontakt zu sein», sagt Lisa Steven. Sie sieht in ihrer Geschichte vor allem eines: Hoffnung. «Gott gebraucht oft die unbedeutendsten Menschen, um grosse Dinge zu tun. Er kann unsere tiefsten Wunden in etwas Gutes verwandeln. Hope House ist ein lebendiges Zeugnis dafür, was geschieht, wenn wir 'Ja' sagen zu Gottes Plan.»

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