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Sarah Téibo

Lobpreis auch im Schmerz – Von der Bühne direkt ins Hinterzimmer

Die Songwriterin und Lobpreisleiterin Sarah Téibo erzählt offen, wie schwer es sein kann, in den quälendsten Momenten des Lebens anzubeten – und sie ermutigt uns dennoch alle, dies zu tun. Sie selbst erlebte dies angesichts zweier Fehlgeburten.

Die Songwriterin und Lobpreisleiterin Sarah Téibo erzählt offen, wie schwer es sein kann, in den quälendsten Momenten des Lebens anzubeten – und sie ermutigt uns dennoch alle, dies zu tun. Sie selbst erlebte dies angesichts zweier Fehlgeburten.

«Ich leite nun schon seit einigen Jahrzehnten Gottesdienste, und wenn ich eines weiss, dann ist es, dass nicht jeder immer mit vollem Elan und voller Tatendrang in die Gemeinde kommt», beobachtete sie bei ihren zahlreichen Einsätzen.

«Ich scanne den Raum und sehe Menschen mit unterschiedlichem Enthusiasmus. Während bei einigen vielleicht gerade alles wie geschmiert läuft und sie mit ihrem 'Lobpreisgewand' gekommen sind, haben andere vielleicht gerade die schlimmste Nachricht ihres Lebens erhalten und kämpfen mit emotionalem oder körperlichem Schmerz, Enttäuschung oder dem Verlust eines geliebten Menschen.»

Andere wiederum fühlten sich sogar von Gott im Stich gelassen, so dass der Gedanke, ihn zu loben, für sie nicht in Frage kommt. «Sie sind im Gottesdienst zwar unter Vielen, fühlen sich aber schmerzlich allein.»

Anbeten mitten in der Trauer

Wir alle werden irgendwann in unserem Leben auf eine sehr schwierige Phase stossen, erklärt Sarah Téibo. «In solchen Zeiten wird die Anbetung zu einer schwierigen Aufgabe, wenn nicht sogar unmöglich. Vor einigen Jahren, als mein Mann und ich versuchten, unser zweites Kind zu bekommen, erlitt ich in den frühen Stadien von zwei aufeinanderfolgenden Schwangerschaften Fehlgeburten. Das waren die dunkelsten Tage in meinem Leben.»

Sie fragte Gott: «Warum gibst du mir einen Segen und nimmst ihn wieder weg? Und gleich zweimal... Warum haben meine Glaubensgebete nicht funktioniert?»

Sarah Téibo reflektiert: «Hinzu kommt, dass ich während beider Fehlgeburten dazu aufgerufen wurde, den Gottesdienst zu leiten – offensichtlich wusste niemand, was ich durchmachte. So stand ich beide Male auf der Bühne, während das Leben mich verliess, mit hoch erhobenen Händen im Lobpreis; die Menschen wurden gesegnet, aber mein Geist trauerte und mein Herz tat weh.»

«Warum?» – Tränenausbruch nach Worship

«Während meiner zweiten Fehlgeburt erinnere ich mich, dass ich von der Bühne direkt in ein Hinterzimmer ging, nachdem ich die Anbetungsstunde geleitet hatte. Ich brach in Tränen aus. Ich war untröstlich. Alles, was ich tun konnte, war, Gott zu fragen 'Warum?'.»

Als sie nach Hause kam, verkroch sie sich in ihrem Zimmer. «Obwohl ich nicht beten konnte, liess ich ein Lied immer wieder laufen. Der Text lautete einfach: 'Vertraue auf den Herrn, und er wird dir einen Weg bahnen.'»

Durch ihren Schmerz hindurch erkannte sie, dass Gott nicht nur wusste, wie sie sich fühlte, sondern dass er sie auch trösten wollte. «Er verstand meinen Schmerz und hiess mich in seiner Gegenwart willkommen, mit Tränen und allem. Dort lehrte er mich eine Lektion über den Glauben, die ich nie vergessen werde. Er sagte mir, dass mein Glaube an ihn nicht eine Art 'Fernbedienung' sein sollte, mit der ich ihn dazu bringe, meinen Willen zu erfüllen, sondern vielmehr eine unerschütterliche Entschlossenheit, ihm zu vertrauen, trotz allem, was das Leben bringt. Durch meinen Schmerz hat er mir das beigebracht.»

Auftauchen und ehrlich sein

«Wenn wir durch die unvermeidlichen dunklen Tage gehen, fühlen wir uns vielleicht nicht danach, aber trotzdem müssen wir uns in der Gegenwart Gottes zeigen. In seiner Gegenwart werden wir Heilung für unseren Schmerz finden, also sollten wir, anstatt vor ihm wegzulaufen, zu ihm laufen. Wir sollten wie David sein, der in seiner Stunde der Verzweiflung vor den Herrn kam: 'Ein Gebet von David, zum Nachdenken. Er verfasste es, als er sich auf der Flucht vor Saul in einer Höhle versteckte. Ich schreie zum Herrn um Hilfe und flehe laut um sein Erbarmen. Ihm klage ich meine ganze Not; ihm sage ich, was mich bedrängt.' (Psalm 142, Verse 1-3

Wir haben einen Vater, der nicht will, dass wir so tun, als ob alles in Ordnung wäre, wenn es das nicht ist. «Er hat Verständnis für unsere Schwächen und möchte, dass wir vertrauensvoll zu ihm kommen», sagt sie und verweist auf Hebräer Kapitel 4, Vers 16: «Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit.»

Unsere Liebe zu Gott sollte nicht auf unserem Zustand basieren, denn der ändere sich von einem Tag auf den anderen, erklärt Sarah Téibo. Sie sollte darauf beruhen, wer Got ist, denn er ändert sich nie.

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