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Operationssaal

Sasha Shillcutt – Vom Operationssaal in die «Wüste»

Sasha Shillcutt ist Herzanästhesistin und Professorin am University of Nebraska Medical Center. Sie wurde zur Führungskraft und leistete, leistete und leistete. Doch sie mass sich zu sehr mit anderen und manövrierte sich in ein Burn-out…

Sasha Shillcutt ist Herzanästhesistin und Professorin am University of Nebraska Medical Center. Sie wurde zur Führungskraft und leistete, leistete und leistete. Doch sie mass sich zu sehr mit anderen und manövrierte sich in ein Burn-out…

Sasha Shillcutt wuchs in einer grossen Familie mit fünf Mädchen auf. «Ich hatte immer den Wunsch, Wissenschaftlerin zu werden. Ich liebte Mathe und Naturwissenschaften.»

Im High-School-Alter strebte sie eine Laufbahn als Ärztin an. «Man schmiedet Träume, wenn man sehr jung ist und denkt nicht wirklich darüber nach, wie sich das in der Realität auswirken wird.» Am College studierte sie Medizin und entschied sich dann für die Anästhesiologie.

In einem christlichen Elternhaus aufgewachsen, entwickelte sie selbst einen sehr starken Glauben an Jesus. «Schon früh erkannte ich, dass Gott mich dazu berufen hat, jemand zu sein, der stark und mutig ist und der Dinge tut, von denen ich nicht dachte, sie aus eigener Kraft zu tun.»

Während ihrer Ausbildung gründete Sasha eine Familie mit inzwischen insgesamt vier Kindern.

Erreichen, erreichen, erreichen

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Sasha Shillcutt

Die Medizin entpuppte sich als ein sehr männerdominiertes Feld. «Wir haben nur etwa sieben Prozent Frauen in den Spitzenpositionen im Gesundheitswesen. Jene, denen ich nacheifern wollte, um eine gute Führungskraft zu sein, waren Männer, und sie waren grossartige Führungskräfte, aber sie waren keine Frauen mit kleinen Kindern zu Hause.»

Sie habe sich darauf konzentriert, wie diese Männer zu sein, «anstatt wirklich darauf zu hören, zu was Gott mich beruft». Es dauerte eine längere Zeit, bis sie erkannte, dass sie nicht so viel erreichen musste, wie einige der männlichen Kollegen.

«Ich begann, Dinge zu erreichen, immer mehr zu erreichen und noch mehr. Ich bin ein Überflieger.» Bis sie ausgebrannt war und dachte, dass sie in allem versagt hatte. «Ich dachte, dass ich bei allem versage. Ich hatte das Gefühl, ich versage als Mutter. Und wenn ich Zeit damit verbrachte, zu versuchen, die beste Mutter zu sein, die ich sein konnte, fühlte ich mich, als würde ich als Ärztin versagen.»

Erfolg neu definiert

Sasha Shillcutt denkt, dass dies vielen Frauen passiert. «Ich war isoliert und ich hatte mich von der Person entfernt, zu der Gott mich berufen hatte. Gott hat mich berufen, Sasha zu sein. Und so habe ich meine Prioritäten neu geordnet, einige schwierige Entscheidungen getroffen und mir wirklich gesunde Grenzen für mein Berufs- und Privatleben gesetzt.»

Sie gründete die Organisation «Brave Enough», um anderen Frauen zu helfen, damit sie nicht ausbrennen und nicht an denselben Punkt kommen, an den sie damals gelangte.

Das Jahr in der Wüste

Sie nahm sich ein Jahr in der «Wüste» Zeit, um zu ihren Wurzeln zurückzukehren. «Denn ich war an einem Punkt angelangt, an dem ich wirklich ausgebrannt war, an dem ich zur Arbeit ging und nicht mehr wusste, wie ich den Tag überstehen sollte, weil ich so erschöpft und überfordert war und mich wie eine Versagerin als Mutter und Ärztin fühlte.»

Es gibt so viel Negatives, das wir in unserer Welt hören und sehen, sagt Sasha weiter. «Unser Geist lebt in den Räumen, in denen wir uns aufhalten. Ich glaube, wir vergessen leicht, dass wir, wenn wir uns niedergeschlagen, entmutigt, negativ oder überwältigt fühlen, unseren Geist an Orte der Hoffnung bringen können, an die Jesus uns ruft. Und das ist es, was ich liebe.»

Sie begann, täglich dreissig Minuten bewusst mit Bibellesen, Andacht und Beten zu verbringen. Und sie fragte sich: «Wie konnte ich mich so weit von der authentischen Person entfernen, zu der Gott mich erschaffen hat?»

Um sich selbst kümmern

So stellte Sasha fest, dass sie sich nach ihrem Überengagiertsein wieder mehr um sich selbst kümmern musste. «Ich war in vielerlei Hinsicht süchtig danach, mich um meine Kinder zu kümmern, mich um meine Patienten zu kümmern und mich nicht um mein geistliches Leben und mich selbst zu kümmern.»

Dadurch erkannte sie, «wie einsam ich war, wie sehr ich mich von anderen Frauen isoliert hatte, weil ich diese Fassade der Perfektion aufrechterhalten wollte. Ich wusste, wenn mir jemand zu nahe käme, würde er sehen, dass das nicht perfekt war. Mein Leben war ein ziemliches Durcheinander.»

Die Mauer abbrechen

Sie hatte eine Art Mauer errichtet, die sie nun abzubrechen begann. «Ich fragte eine Gruppe von zehn Frauen, ob sie eine Textgruppe bilden wollten, in der wir uns gegenseitig ermutigten und uns positive Nachrichten schickten. Manchmal waren es Bibelstellen, Zitate aus Büchern oder etwas aus einem Tagebuch. Daraus wurde eine Facebook-Gruppe, die zu Tausenden und Abertausenden von Frauen zu der Organisation wuchs, die ich jetzt leite.»

Heute hilft sie anderen Frauen, vom Ort der Erschöpfung, der Überwältigung und Geschäftigkeit zum eigenen Wohlbefinden zu gelangen. «Ich denke, manchmal, wenn unser Leben sehr hektisch ist oder wir uns abmühen, wollen wir nicht mit uns selbst beschäftigt sein. Wir würden uns lieber vor Netflix betäuben oder durch soziale Medien scrollen, weil wir so erschöpft sind.» Aber der Geist sehne sich danach, Zeit mit Gott zu verbringen.

In der Krise an Jesus anlehnen

«Es gibt Zeiten als Ärztin, da ist es 3 Uhr morgens und ich bin im Operationssaal und weiss nicht, was ich als nächstes tun soll, um einem Patienten zu helfen.» Wenn es zum Beispiel nicht sicher ist, ob man es aus dem Operationssaal schaffen wird. «Ich kämpfe und ich stütze mich in solchen Momenten auf Jesus und vertraue darauf, dass er mich mit Fachwissen und Kenntnissen ausgestattet hat, um das Beste, das Richtige, das Nächste zu tun.»

Heute sagt Sasha Shillcutt: «Ich fühle mich jetzt ganz offensichtlich in Frieden mit dem, was ich bin. Und ich kenne meine Mission. Ich weiss um die Leidenschaft, die Gott in mein Herz gelegt hat. Aber ich denke, es war leicht für mich, mich ablenken zu lassen, denn während ich versuchte habe, etwas Gutes und Edles zu erreichen, war es zu diesem Zeitpunkt nicht Gottes Berufung für mich.»

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