Leben im Rollstuhl – Texas-Gouverneur: «Gott hat oft einen anderen Lebensplan»

Gerade erst hat Greg Abbott den Juraabschluss gemacht, da wird er bei einem Unfall gelähmt und an den Rollstuhl gefesselt. Doch inmitten von Schmerz und Zweifeln lernt er Gott ganz neu kennen und beginnt eine erstaunliche politische Karriere.

Gerade erst hat Greg Abbott den Juraabschluss gemacht, da wird er bei einem Unfall gelähmt und an den Rollstuhl gefesselt. Doch inmitten von Schmerz und Zweifeln lernt er Gott ganz neu kennen – und beginnt eine erstaunliche politische Karriere. Heute ist er Gouverneur von Texas.

Es ist ein Tag wie jeder andere. Der 26-jährige Greg Abbott joggt durch die Strassen der wohlhabenden Gegend River Oaks in Houston. Gerade erst hat er seinen Jura-Abschluss abgelegt und steht kurz vor dem Antritt seines ersten Jobs. Doch dann passiert es: Eine 22 Meter hohe Eiche, die von innen morsch geworden ist, fällt auf den jungen Jogger und zertrümmert seine Wirbelsäule. «In einem Moment konnte ich gehen und rennen und alles tun, was ich mein ganzes Leben lang getan hatte. Und im nächsten konnte ich nicht mehr gehen. Ich wusste nicht, ob ich weiterarbeiten könnte, ob ich überhaupt irgendetwas in meinem Leben tun konnte.»

Durch die schweren Verletzungen ist Greg von der Hüfte an gelähmt. Doch der junge Mann, der erst drei Jahre zuvor geheiratet hat, hat keine Krankenversicherung – wie es für viele in den USA üblich ist. Alle seine Lebensträume wurden unter der Eiche begraben. Was jetzt?

Prüfung stärkte seinen Glauben

Was ihn durch die schwere Zeit nach dem Unfall trägt, ist der Glaube, den er von klein auf mitbekommen hat, der für ihn bisher aber eher Tradition war. Und auch seine Frau Cecilia, eine aktive Katholikin, hilft ihm ungemein. «Wenn man eine schwierige Zeit im Leben durchmachen muss […], wird der eigene Glaube geprüft. Mein Glaube wurde geprüft und ich fragte mich, warum das geschehen musste – aber dann spürte ich schon bald, wie Gott mich führte. Ich merkte, dass Gott einen anderen Weg für uns hat, als wir vielleicht denken. Wir können uns nicht auf einen bestimmten Weg versteifen, nein, wir müssen auf Gottes Führung hören. Und durch jeden einzelnen Schritt meiner Erholung nach dem Unfall bin ich näher und näher zu Gott gekommen. Seit damals ist meine Beziehung mit ihm stärker und besser als vor dem Unfall.»

Lebenskern bleibt unverändert

Greg verklagt den Grundstückbesitzer und erhält eine Abfindung. Doch das gibt ihm seine Beine nicht zurück. Er beginnt, verstärkt seine Arme zu trainieren. «In den folgenden Monaten beginnt man, das Leben wieder zusammenzubringen und dann realisiert man erst, dass man im Rollstuhl sein wird, dass man nicht mehr laufen kann, dass das eigene Leben sich komplett verändert hat. Aber hier ist der springende Punkt: Das Leben hat sich eigentlich nicht verändert. Was sich verändert hat ist die Form, wie man sich darin bewegt. Doch der Kern des Lebens hat sich nicht verändert und wenn dieser Lebenskern auf Gott konzentriert ist, dann wird alles sich irgendwie lösen.»

Durch den gestärkten Glauben findet Greg Mut und Kraft, eine Karriere im Obersten Gerichtshof von Texas zu beginnen, wo er nach vielen Jahren zum Staatsanwalt ernannt und 2014 letztlich zum Gouverneur von Texas gewählt wird. Als Gouverneur gibt es ebenfalls immer wieder Herausforderungen, doch auch hier hilft ihm sein Glaube. Denn wie er es sieht, hat Gott ihn dazu berufen, «gut zu reagieren und mich mehr um andere zu kümmern als um mich selbst».

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