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Cornelia Jude

Im Rausch – Sie hasste es, wenn ihr Mann betete

Wenn Cornelia Jude um fünf Uhr morgens betrunken von ihren Club-Besuchen nach Hause kam, sah sie ihren Mann auf dem Bett sitzen und beten. Sie hasste ihn dafür… Für sie waren alle Männer manipulativ.

Wenn Cornelia Jude um fünf Uhr morgens betrunken von ihren Club-Besuchen nach Hause kam, sah sie ihren Mann auf dem Bett sitzen und beten. Sie hasste ihn dafür… Für sie waren alle Männer manipulativ.«Ich wurde jeweils wütend und hatte das Gefühl, dass das seine Art war, mich zu manipulieren», erinnert sich Cornelia Jude. Sie hatte das Gefühl, dass alle Männer manipulativ sind, seit der Freund ihrer Mutter sie als Kind sexuell missbraucht hatte. «Ich habe es meiner Mutter am Anfang nicht gesagt, weil er sehr manipulativ war. Sie hat ihm immer geglaubt, mir dagegen nicht.»

Die in Deutschland geborene Cornelia wurde mit zwölf Jahren Opfer sexuellen Missbrauchs. Als sie älter wurde, begann sie, mit Obdachlosen im Park zu schlafen, Drogen und Alkohol zu nehmen und sich zu ritzen, um die inneren Qualen zu lindern.

Vom Freund geschlagen

Mit 18 entkam sie durch eine Heirat von zu Hause. Doch ihr junger Ehemann war ebenfalls drogensüchtig und schlug sie so heftig, dass sie ihre Zähne von einem Zahnarzt richten lassen musste. «Die Schläge waren besser als der sexuelle Missbrauch», sagt sie heute.

Nach vier Monaten Ehe verliess sie ihren Mann. Sie lernte einen US-Amerikaner kennen, heiratete ihn und folgte ihm in die Vereinigten Staaten. Aber auch ihr zweiter Versuch, glücklich zu werden, war alles andere als ein Märchen.

Vom zweiten Mann betrogen

«Er war die ganze Zeit unterwegs und hat getrunken», erinnert sich Cornelia. «Ich weiss nicht, wie oft er mich in dieser Zeit betrogen hat. Ich war damit einverstanden. Ich hatte kein Problem damit. Denn ich wurde nicht sexuell missbraucht und ich wurde nicht geschlagen.»

Doch Cornelia bekam Panikattacken, Alpträume und Zusammenbrüche. Ein Therapeut diagnostizierte bei ihr eine Posttraumatische Belastungsstörung. «Ich habe mich stark isoliert und sehr viel geweint.» Nach zwei Jahren ging sie mit ihren beiden Kindern weg.

«Gott würde das nicht zulassen»

«Ich habe immer gesagt, dass es keinen Gott gibt, weil er auf keinen Fall zulassen würde, dass eine Person das alles durchmachen muss», erinnert sie sich. Fünf Jahre lang zog sie ihre Kinder allein auf und betäubte ihre Schmerzen durch den Alkohol.

Dann lernte Cornelia einen Mann namens Lawrence kennen und sie hatten zusammen eine Tochter. Lawrence war bereits mit Gott unterwegs und er versuchte, seiner neuen Frau ein gutes Beispiel zu geben.

Er betete, wenn sie betrunken heimkam

«Ich war unterwegs um zu trinken und zu feiern, und Lawrence war die meiste Zeit zu Hause bei den Kindern. Manchmal kam ich um fünf oder sechs Uhr morgens nach Hause.» Sie war betrunken und er betete.

Nach jahrelanger Misshandlung durch manipulierende Männer nahm Cornelia an, dass ihr jetziger Ehemann sie ebenfalls manipulierte und wehrte sich dagegen. Dann verspürte sie dennoch plötzlich einen Drang, sich eine kleine, christliche Gemeinde anzuschauen.

Umgeworfen

So schlug sie ihrem Mann eines Tages vor, dass er sie begleiten sollte. Lawrence, der schon lange für sie gebetet hatte, wurde durch ihren plötzlichen Einstellungswandel umgeworfen.

Nach dem Gottesdienst traf sie sich mit dem Pastor, und er erklärte ihr, dass Vergebung der Schlüssel sei, um dem Alkoholismus zu entkommen.

Der Schrecken des Freundes ihrer Mutter verfolgte sie weiterhin. Es war das schreckliche Unrecht, das ihr als Kind angetan wurde, das sie immer wieder heimsuchte. Sie erfuhr vom Pastor, dass sie ihn durch ihre Vergebung dem Gericht Gottes übergab und von ihren persönlichen Qualen befreit werden konnte.

Schwierige Vergebung

Doch die Vergebung war keine leichte Sache. Cornelia flehte Jesus an, ihr zu helfen.

Im nächsten Gottesdienst bat der Pastor die Anwesenden, Namen an die Tafel zu schreiben, um für sie zu beten. Cornelia schrieb den Namen des Freundes ihrer Mutter auf die Tafel. «Es war, als ob jemand mein Herz losgelassen hätte», blickt sie auf diesen Moment zurück. «Es war, als würde ein Schalter in meinem Gehirn umgelegt und in meinem Herzen sah ich ihn nicht mehr als Monster.»

Die Alpträume verschwinden

Plötzlich fühlte sie sich von Gott geliebt, sie übergab ihr Leben Jesus und begann ein neues Leben. Sie hörte auf zu trinken und die Alpträume und Panikattacken hörten auf.

«Ich brauchte Vergebung. Wenn Gott mir Vergebung schenkt, kann er sie jedem Menschen auf dieser Welt schenken, denn das ist es, was er tun will. Er will uns einfach all diese Gnade und all diese Liebe geben, und alles, was wir tun müssen, ist, sie anzunehmen.»

Um andere Menschen zu ermutigen, hat Cornelia Jude das Buch «Mended Faith: A Life of Abuse, Pain and Redemption» (Sinngemäss übersetzt «Geheilter Glaube: Ein Leben voller Missbrauch, Schmerz und Erlösung») verfasst.

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