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Lily Meschi

Iranische Migrantin – Sie fand aus Angst und Kontrolle

Lily Meschi, eine muslimische Migrantin aus dem Iran, stimmte einer arrangierten Ehe zu. Solche Ehen sind ein fester Bestandteil der islamischen Tradition. Doch bald schon bereute sie diesen Schritt…

Schon als Kind im Iran hatte Lily Meschi immer Angst, von der Sittenpolizei verhaftet zu werden. «Wenn eine junge Frau auch nur eine Haarsträhne unter ihrem Hijab hervorblitzen liess, kam die Sittenpolizei und verhaftete sie», erinnert sie sich. Seit der islamischen Revolution im Jahr 1979 gilt jeder, der im Iran geboren wird, automatisch als Muslim.

In den Schulen werden die Schüler gegen alle Nicht-Muslime sowie gegen Israel und Amerika aufgehetzt. «Sie pflanzen Angst und Hass in die Herzen der Kinder gegenüber Amerikanern, die keine Muslime sind», sagt Meschi. «Als Kinder wissen wir nicht einmal, warum dieser Hass existiert.»

Frauen werden im Iran oft als Bürger zweiter Klasse behandelt. Es zählt nicht, wer sie sind, sondern was sie für einen Mann tun können. Frauen werden eher als Besitz denn als Menschen behandelt. Obwohl Frauen Universitäten besuchen dürfen, finden viele nach dem Studium keine Arbeit. Und Mädchen dürfen schon mit 13 Jahren heiraten, sagt Meschi.

Angst vor dem eigenen Mann

Ihr Vater war ein erfolgreicher Geschäftsmann, doch als sich die wirtschaftliche Lage im Iran verschlechterte, beschloss die Familie, in die USA auszuwandern.

Da sie tief in der muslimischen Kultur verwurzelt war, willigte Meschi im Alter von 18 Jahren in eine arrangierte Ehe mit einem 14 Jahre älteren Mann ein, einem erfolgreichen iranischen Einwanderer, mit dem sich ihr Vater schnell anfreundete. 

Doch der Mann erwies sich als alles andere als ideal. Schon vor der Ehe begann er, sie sexuell zu missbrauchen. Und die junge Frau hatte Angst, sich zu wehren. Während ihres Studiums spionierte ihr Mann durch die Fenster und warf ihr vor, sie zu betrügen. Er überwachte ihr Telefon, um zu kontrollieren, mit wem sie sprach. 

«In völliger Dunkelheit»

«Ich war sehr niedergeschlagen, depressiv und in völliger Dunkelheit und dachte, dass ich in dieser Beziehung gefangen bin und es keinen Ausweg gibt», erinnert sich Lily Meschi. «Ich erinnere mich an eine Nacht, als ich schlief und er mich plötzlich am Hals würgte, weil er geträumt hatte, dass ich mit einem anderen Mann zusammen sei. Er war sehr eifersüchtig und kontrollierend.»

Einige ihrer Freundinnen kamen schliesslich mit Bibeln zu Besuch. «Eine von ihnen sagte: ‘Lily, ich weiss, dass du viel durchgemacht hast. Wusstest du, dass, wenn du zu Christus kommst, all deine Vergangenheit ausgelöscht wird und du eine neue Schöpfung in Christus wirst?‘» Genau diesen Neuanfang suchte sie. 

Ganze Familie zum Glauben gekommen

Die Bibelverse überzeugten sie von Jesus und sie wusste mit einem Mal, dass er ihr Erlöser ist. Mit 19 Jahren fand sie zu Jesus Christus. Bald folgte ihr die ganze Familie. Ihr Vater hatte eine Vision, ihre Mutter wurde in einem Gottesdienst überzeugt.

Lily Meschi blieb zunächst bei ihrem Mann und vergab ihm jedes Mal, wenn er sie verletzte, weil sie spürte, dass Jesus das von ihr erwartete. Doch ihr Mann war von ihrem Glauben nicht begeistert. Eines Morgens warf er ihre Bibel wütend durch den Raum, als er sie beim Lesen erwischte.

Obwohl sie nicht vorhatte, sich scheiden zu lassen, wurde es ihr eines Tages zu viel und sie trennte sich. Heute arbeitet Meschi für «Iran Alive Ministries», eine Organisation, die christliche Programme in Farsi per Satellit in iranische Haushalte überträgt. Das Werk hat eines der grössten Netzwerke von Untergrundgemeinden im Iran aufgebaut und erzählt den Menschen von der Liebe Jesu.

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