Samuil Petrovski – Seine Augen waren plötzlich offen

In einer kommunistischen Familie aufgewachsen – sein Vater arbeitete für Staatschef Tito –, suchte Samuil Petrovski nach dem Sinn im Leben. Diesen fand er bei jemandem, von dem im damaligen Jugoslawien nicht viel gesprochen wurde: bei Gott.

In einer kommunistischen Familie aufgewachsen – sein Vater arbeitete für Staatschef Tito –, suchte Samuil Petrovski nach dem Sinn im Leben. Diesen fand er bei jemandem, von dem im damaligen Jugoslawien nicht viel gesprochen wurde: bei Gott.«Ich wuchs in einer kommunistischen Familie auf», erinnert sich Samuil Petrovski, Leiter der Evangelischen Allianz von Serbien. «Mein Vater arbeitete für den damaligen Staatschef Tito im früheren Jugoslawien.» Über Gott hörte man weder in der Schule noch sonst irgendwo etwas.

«Doch wenn wir im Sommer bei meiner Grossmutter in Kroatien waren, nahm sie uns manchmal zu einer alten Kirche mit. Oma war in den 1950ern Christin geworden.»

Seine Grossmutter stammte aus dem Norden Griechenlands. «Sie hatte unter deutschen Soldaten gelitten, weil die Familie kommunistisch war. Meine Ur-Grossmutter war von ihnen getötet worden.»

Der Wendepunkt

So flüchtete seine Oma nach Jugoslawien, wo sie von den kommunistischen Praktiken enttäuscht wurde. «Jemand gab ihr ein Neues Testament in ihrer Muttersprache. Sie las das Evangelium und entdeckte, dass Jesus das bietet, wonach sie sich all die Jahre gesehnt hatte. Sie wurde Christin und lehrte dann auch uns Grosskinder darüber.»

Doch in Belgrad übten die Kinder den Glauben nicht aus. «Der Wendepunkt in meinem Leben kam, als sich eine gute Freundin das Leben nahm. Da fragte ich mich nach dem Sinn des Lebens. Was nach dem Tod kommt. Was mit mir geschieht. Nach ihrem Begräbnis – ich war 18 Jahre alt – stellte ich mir diese wichtigen Fragen.» Er besuchte mehrere Kirchen, ohne die Antwort zu finden.

«Meine Augen wurden geöffnet»

«Dann traf ich eine Gruppe junger Menschen, darunter auch Missionare. Ich besuchte mit ihnen ein Jugendcamp in Montenegro. An einem Abend bereute ich meine Sünden und gab mein Leben Jesus Christus. Ich realisierte, dass Jesus gekommen war, um Zugang zu Gott zu geben. Ich lernte, dass ich kein Zufallsprodukt bin, sondern dass mein Leben einen Sinn hat.»

Sein Leben veränderte sich komplett. «Meine Augen waren plötzlich so offen, wie wenn man durch den Nebel fährt und danach die schöne Landschaft sieht. Ich konnte sehen, worum es im Leben geht und dass es wert ist, dieses zu leben, wenn man versteht, was der Sinn für einen ist, durch das Evangelium von Jesus Christus.»

Zu dem Zeitpunkt war er 19 Jahre alt. «Ich begann, die Bibel zu lesen, und Gott erfüllte mein Leben.»

Aus dem Gottesdienst gezerrt

Bald danach musste er ins Militär in Montenegro. «Dort erkannte ich, dass Gott mir die Gabe des Evangelisierens gegeben hatte.» Danach begann er, Wirtschaft zu studieren. «Ich erkannte, wie kurz das Leben ist und dass es wichtig ist, das Evangelium zu studieren. Denn Jesus ist der einzige Weg, die Wahrheit und das Leben.»

Danach kamen seine Geschwister und seine Eltern zum Glauben, die Mutter vor dem Vater. «Manchmal kam es vor, dass er sie während des Singens aus dem Gottesdienst heraus ins Auto holte. Doch dann realisierte er, dass auch er einen Schöpfer braucht. Es ist nie zu spät, Jesus zu empfangen. Viele alte Menschen sagen, dass es für sie zu spät ist, an Gott zu glauben. Doch mein Vater fand ihn, als er 70 war. Danach kam er mit mir in die Gemeinde.»

Heute wirkt Samuil Petrovski zusammen mit seiner Frau, einer Ärztin, in einer lokalen Gemeinde in Belgrad mit.

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