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Richard D. Mangone

Jetzt im «Buch des Lebens» – Sein Name stand auf «Most Wanted»-Liste

Richard D. Mangone: Sein Name stand auf der Liste der meistgesuchten flüchtigen Verbrecher. Wegen Finanzdelikten sass er fast 20 Jahre hinter Gittern. Das Geld war sein Gott geworden. Heute aber steht sein Name im «Buch des Lebens».

Richard D. Mangone: Sein Name stand auf der Liste der meistgesuchten flüchtigen Verbrecher. Wegen Finanzdelikten sass er fast 20 Jahre hinter Gittern. Das Geld war sein Gott geworden. Heute aber steht sein Name im «Buch des Lebens».«Am 13. September 2013 sass ich alleine in meiner Zelle und ass einen kalten Eiersandwich in der Bundesvollzugsanstalt in Ray Brook, New York, einem Gefängnis mittlerer Sicherheitsstufe. Es war 18 Jahre lang mein Zuhause gewesen. Ich verliess das Empfangsgebäude des Gefängnisses mit einem fast tauben Gefühl. Ich war nervös, während ich auf meine Tochter Jessica und meine Schwester Donna wartete, die mich sechs Stunden zu einem Resozialisierungszentrum in Boston fahren würden. Auf dem Parkplatz fand ein bittersüsses Wiedersehen statt, das mit Umarmungen und Weinen gefüllt war.»

«Geld war mein Gott geworden»

«Ich war 69 Jahre alt und hatte meine Zeit ohne Bewährung für schwere Finanzdelikte abgesessen und die längste Strafe erhalten, die je für ein Wirtschaftsverbrechen in Massachusetts verhängt wurde. Geld war mein Gott geworden.»

Richard D. Mangone stammte aus einer armen Familie. Sein Vater starb an Lungenkrebs, als Richard neun Jahre alt war. Die Mutter trug die vier Kinder durch, indem sie in einer Süsswarenfabrik arbeitete und 1,10 Dollar pro Stunde verdiente.

Richard ging nach der Highschool zur U.S. Air Force, diente vier Jahre lang und heiratete nebenbei. Er wurde zum Finanztalent, studierte Wirtschaft und Buchhaltung und arbeitete später als Controller bei der «Polaroid Employees Federal Credit Union».

Die Millionen fliessen

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Buchcover «Buch des Lebens»

Er stieg in den Rängen nach oben. «Das Unternehmen florierte, expandierte auf 20 Filialen, und ich begann, in Einfamilienhäuser und an der Börse zu investieren. Ich lebte auf großem Fuss und verdiente ganz legitim Millionen.»

Dann wollte er noch mehr und er stieg in betrügerische Kredite ein. «Ich lebte auf einem riesigen Anwesen, fuhr eine Flotte von Luxusfahrzeugen, hatte ein kleines Flugzeug und Immobilien im Wert von 20 Millionen Dollar. Doch trotz all dieses Reichtums war ich innerlich immer noch leer, immer auf der Suche nach dem nächsten Treffer.»

«Wir haben alle getäuscht, bis die Prüfer der 'National Credit Union Administration' unsere illegalen Geschäfte aufdeckten. Dies führte zu Anklage und Verurteilung wegen Verschwörung, Bankbetrugs und Geldwäsche.»

Die Flucht

Dazu kam der Verlust seines 21-jährigen Sohnes Douglas bei einem Unfall. Sein Anwalt konnte die Verurteilung verzögern, so dass seine Frau in der Zwischenzeit ein Sportgeschäft zum florieren bringen konnte, um ein Einkommen zu haben.

Als der Tag des der Urteilsverhandlung kam, klebte er sich 13 Päckchen mit 100-Dollar-Noten an den Körper, steckte 2'000 Dollar in die Brieftasche und schnitt das elektronische Armband des Bewährungsbüros durch…

In den ersten sechs Wochen lebte er in verschiedenen Hotels und Motels in der Gegend von Nashville. Das Leben auf der Flucht brachte ihn auf die Liste der meistgesuchten Flüchtigen…

Geld zerrinnt

Er feierte und spielte auf der Flucht, bis der Geldstrom versiegte. «Selbstmord schien mir die einzige verbleibende Option zu sein.» In seinem tristen Motelzimmer zappte er durch die Fernsehkanälen und stiess auf einen Evangelisten, der über Jesus sprach.

«Ich legte meine Hände auf den Fernseher und weinte und bat Jesus, mir alle meine Sünden zu vergeben und mich als sein Kind zu empfangen. Es klingt wie ein Klischee, aber ich fühlte, wie eine grosse Last von meinen Schultern fiel.»

Um mehr zu wissen, fuhr er zu einem christlichen Buchladen, kaufte eine Bibel und christliche Bücher. Einige Monate lang verschlang er die Bibel, während er sich in einem Wohnwagen in Tennessees Hügelland versteckte. Schliesslich ergab er sich den Behörden.

Hinter Gittern

«Im November 1995 betrat ich das Bundesgefängnis, gefesselt und von US-Marschällen begleitet. Ich war 51 Jahre alt.» Bald setzte er sich mit dem Gefängisseelsorger in Verbindung. «Er betreute mich und führte mich in Jüngerschaftskurse ein, die eine solide Grundlage für meinen Glauben bildeten und mich ermutigten, sie mit anderen Insassen zu teilen.»

Er war bei jedem Gottesdienst dabei, lernte 2'000 Verse auswendig und durchlief 39 Kurse. Sein Denken und Handeln wurden durch Gott völlig verändert. «Andere Insassen und die Wachen beobachteten mich genau und warteten auf meinen Sturz. Manche verspotteten mich. Aber Gott hat mich immer vor Schaden geschützt.»

Während seiner Zeit hinter Gittern starben seine Mutter und seine Frau.

Heute berät er andere

Sein Glaube gab ihm Kraft. «Ich fing an, Insassen Kurse zu geben und in der spanischen Gemeinde des Gefängnisses zu predigen, wobei mich ein anderer Gefangener übersetzte.»

Heute, mit 75 Jahren, wirkt er im Bewährungshilfesystem mit, er berät Männer in Bundes- und Landesgefängnissen. «Ich habe bis zu 100 verurteilten Straftätern und ihren Familien Vorträge über das Überleben im Gefängnis gegeben. 2016 gründete ich die 'Bezalel Prison Ministries', um ehemaligen Straftätern bei der Anpassung an das Leben in der Gesellschaft zu helfen.»

Dollarzeichen nicht mehr auf dem Thron

Viele Jahre lang sass ein Dollarzeichen auf dem Thron seines Herzens. «Heute sitzt Jesus auf diesem Thron. Das Gefängnis gab mir die Gelegenheit, in Christus zu wachsen und endlich die Person zu werden, die Gott wollte. Ich hoffe, dass ich so vielen Gefangenen wie möglich dienen kann, insbesondere Wirtschaftskriminellen, die so anfällig für Selbstmordversuche sind. Was von meinem Leben übrig bleibt, ist der Arbeit für Jesus gewidmet. Ich lebe jetzt in Frieden und geniesse es, anderen zu helfen.»

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