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Markus Linder

Junkie erlebt Wunder – «Ohne Gott wäre ich nicht mehr am Leben»

Durch einen Schicksalsschlag rutscht Markus Linder in die Drogenszene. Eine Überdosis Heroin überlebt er nur durch ein Wunder. Doch der Weg zurück in ein normales Leben ist lang. Heute ist er clean und sagt: «Ohne Jesus hätte ich es nicht geschafft».

Durch einen Schicksalsschlag rutscht Markus Linder als Teenager in die Drogenszene. Eine Überdosis Heroin überlebt er nur durch ein unglaubliches Wunder. Doch der Weg zurück in ein normales Leben ist lang. Heute ist Markus Linder clean und sagt: «Ohne Jesus hätte ich das alles nicht geschafft».Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen, in einer heilen Welt. Doch als ich 15 war, erkrankte mein Vater an Leukämie. Wir haben so gehofft, gebetet und geglaubt, dass Gott meinen Vater heilt. Aber er starb und mit ihm ging ein Teil von mir. Ich war so wütend auf Gott, dass ich anfing, gegen ihn und alles Christliche zu rebellieren. Meine Mutter konnte mir nichts mehr sagen und ich rutschte total ab. Anfangs nahm ich nur leichte Drogen, aber schliesslich wurde ich schwer heroinabhängig.

Die nächste bittere Enttäuschung

Als ich älter wurde, realisierte ich, dass ich so nicht weitermachen kann. Ich erinnerte mich an Gott und fing an, wieder in eine Gemeinde zu gehen. Ich versuchte, meinem Leben eine neue Ausrichtung zu geben. In dem Pastor der Gemeinde fand ich eine Vaterfigur. Er gab mir Halt und Identität. Doch ohne dass ich es merkte, setzte ich mein Vertrauen mehr auf den Pastor als auf Gott. Und wurde damit bitter enttäuscht. Irgendwann kam raus, dass der Pastor fremdgegangen ist und wieder brach für mich eine heile Welt zusammen. Wieder war ein Vorbild, das meinem Leben Stabilität und Vision gegeben hatte, auf einmal weg. Das war für mich so schlimm, dass ich alles hinschmiss und rückfällig wurde.

An der Schwelle des Todes

Mein Leben drehte sich nur noch um den nächsten Schuss. Und eines nachts erwischte ich eine Überdosis. Ich war in St. Gallen in einem Park und spritzte mir ein Gemisch aus Heroin und Kokain. Die Dosis unterschätzte ich völlig. Erst als das Zeug in den Venen war, merkte ich, was da abgeht. Ich wusste: Jetzt sterbe ich. Dann verlor ich mein Bewusstsein. Jemand fand mich so unter einem Busch liegen und rief den Krankenwagen. Die Ärzte rangen um mein Leben, doch ich war bereits klinisch tot.

Zur selben Zeit wurde meine Mutter plötzlich wach und hatte den Eindruck, sie solle für mich beten. Es war als sage ihr Gott, dass es um Leben und Tod geht. Es ist wirklich verrückt, aber was sie betete, deckte sich genau mit meiner Situation. Später erfuhren wir, dass mich die Ärzte mich schon aufgegeben hatten. Ich war mit einem Laken bedeckt zur Seite geschoben worden. Doch einer der Assistenzärzte bekam mit, das ich plötzlich wieder tief Luft hole. Damit hatte niemand mehr gerechnet.

Meine erste Erinnerung nach diesem Erlebnis ist die Uhr des Zimmers, in dem ich aufwachte. Es war 23:55 Uhr. Ich wusste: Dieses Bild steht für mich. Es ist fünf vor zwölf und ich muss etwas ändern. Doch es dauerte noch eine ganze Zeit, bis ich das auch umsetzen konnte.

Bereit für einen Neuanfang

Erst Jahre später war ich bereit, einen Entzug und eine christliche Therapie zu machen und mich für Jesus zu öffnen. Dort merkte ich, dass mein eigentliches Problem noch viel tiefer sass: meine Identität. Ich musste mir erst einmal klar werden, wer ich bin und was in mir vorgeht. Ich hatte gar keinen Zugang zu meinen Gefühlen. Doch Schritt für Schritt erneuerte Gott mein Herz, zeigte mir, wer ich bin und half mir, mich mit meiner Geschichte zu versöhnen. Ich lernte, dass ich nicht perfekt sein muss und Fehler machen darf. Dass Gott mich trotzdem liebt.

In dem ganzen Prozess war Gott spürbar bei mir. Ich glaube, sonst hätte ich als Drogensüchtiger das gar nicht geschafft. Anders als früher suchte ich meinen Halt nicht mehr in einer Person oder einem Vorbild, sondern allein in Jesus. Gott selbst trat in diese Leere, die durch den Verlust meines Vaters entstanden war. Er gab mir Kraft und Stabilität. Immer wieder reichte er mir die Hand und führte mich bis in die Freiheit.

Mein Weg in ein gutes Leben dauerte lange. Aber ich bin das lebende Beispiel dafür, dass Gott langen Atem hat und uns nie aufgibt. Unsere Schwächen sind für Gott kein Hindernis. Jesus hat mich innerlich geheilt und mir neuen Lebenssinn geschenkt. Dank ihm bin ich heute drogenfrei, verheiratet und sogar selbst ein Vater.

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