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Mann streckt Arme zum Himmel

Hass abgelegt – Nordafrikaner findet durch Flucht Vergebung statt Racheplänen

Brutal war sein Vater angegriffen worden, er starb in den Armen seines Sohnes Ahmed (Name geändert). Er selbst wurde anschliessend gefoltert. Wütend flüchtete er. Seine Reise führte ihn nach Bulgarien. Dort vernahm er eine herausforderne Botschaft...

Brutal war sein Vater angegriffen worden, er starb in den Armen seines Sohnes Ahmed (Name geändert). Er selbst wurde anschliessend gefoltert. Wütend flüchtete er. Seine Reise führte ihn nach Bulgarien. Dort vernahm er eine äusserst herausforderne Botschaft: Nämlich dass man seine Feinde lieben soll.

Ahmed (Name geändert) stieg zur Kanzel auf. Als er sich den Zuhörern zuwendete, war zu sehen, dass eines seiner beiden Augen abgesackt war, was davon zeugte, dass er gefoltert worden war, berichtet «Baptist News».

In gebrochenem Englisch begrüsste er die Mitglieder der Baptisten-Gemeinde in Bulgarien, an jenem Tage in den späten 1990ern; weniger als eine Dekade nachdem die Sowjetunion zerbrochen war.

Die Zuhörer wussten, was es bedeutet, unter Druck zu leben: Unter dem Kommunismus war ihnen das während Jahrzehnten unliebsam vertraut. Sie kannten das Trauma, manche waren ihres Glaubens wegen eingekerkert gewesen.

Der Überfall

Ahmed beschrieb, wie Kämpfer in seine Ortschaft eindrangen und seinen Vater vor seinen Augen hinrichteten, er hielt seinen sterbenden Dad in den Armen. Dann wurde er ins Gefängnis geschleppt und gefoltert. Dabei verlor er auf einer Seite das Augenlicht. Mit Elektroschocks wurden die Nerven in einem seiner beiden Beine zerstört.

Ein Priester, der Insassen besuchte, verhalf ihm zur Flucht. Ahmed kämpfte sich durch einen Teil einer Wüste, bis er das Mittelmeer erreichte. Es war ein Wunder, dass er die Strapazen überstand.

Unbändiger Hass

Von Ägypten aus gelangte er nach Israel, wo er als Flüchtling registriert wurde. Er bat um Asyl in Europa. Bulgarien war bereit, ihn aufzunehmen. Als Afrikaner, der nie Schnee gesehen hatte, war er völlig unvorbereitet auf den Winter auf dem Balkan. Äusserlich war ihm stets kalt, doch sein Herz brannte vor Wut. Sein grosser Wunsch war, Rache zu üben an den Männern, die sein Leben zerstört hatten.

Weil es kostenlose Mahlzeiten gab, besuchten er und ein paar andere Flüchtlinge einen Gottesdienst einer Baptistengemeinde. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass Ahmed die Gemeinde besuchte.

Jesus und die Feindesliebe

Eines Sonntags sprach der Pastor über die Bergpredigt. Er erwähnte, dass Jesus aufträgt, die Feinde zu lieben. Diese Worte trafen Ahmed. Deshalb wollte er im Anschluss des Gottesdienstes über dieses Thema diskutieren. Denn er fühlte einzig Hass für seine Feinde. Und er wollte vergelten, nicht lieben.

Die beiden sprachen während Monaten immer wieder miteinander, der Pastor erklärte einfühlsam die Kraft des Evangeliums. Die Lehre von Jesus sowie sein Sterben und Auferstehen brachen mit der Zeit durch Ahmeds Bitterkeit hindurch, bis er sich entschied, Jesus nachzufolgen. Das bedeutete auch, jenen zu vergeben, die seinen Vater getötet hatten.

Vergebung

Nun erklärte er auf der Kanzel, dass er nach Nordafrika zurückgehen wolle. Vorher habe er hingehen wollen, um seine Feinde zu töten. Doch nun wolle er zurückreisen, um ihnen zu vergeben. Gottes Liebe würde auch sie retten können, so wie er dadurch verändert worden war.

Andrew verstand, dass die Nachfolge Jesu beinhaltet, was er selbst getan hatte: Seinen Feinden zu vergeben. Jesus vergab jenen, die ihn ans Kreuz genagelt und getötet haben. Und er liebte auch uns in der Zeit, als wir noch Gottes Feinde waren.

Mittlerweile ist Ahmed nach Nordafrika zurückgekehrt, um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen.

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