Begeistert von Matthäus – New York Times-Kolumnist fand Gott in der U-Bahn

Das Leben von Autor und Kolumnist David Brooks war von Erfolg gezeichnet. Und dennoch fehlte ihm etwas. Nach einem persönlichen Absturz merkte er, dass ihm ein tieferer Sinn im Leben fehlt – und fand Gott am «hässlichsten Ort der Welt».

Das Leben von Autor und Kolumnist David Brooks war von Erfolg gezeichnet. Und dennoch fehlte ihm etwas. Nach einem persönlichen Absturz merkte er, dass ihm ein tieferer Sinn im Leben fehlt – und fand Gott am «hässlichsten Ort der Welt».Es schien als hätte David Brooks so ziemlich alles erreicht, was man sich wünschen kann: Journalist und erfolgreicher Kolumnist der New York Times, politischer Fernseh-Analytiker und Best-Seller-Autor. Doch etwas fehlte immer. Als 2013 nach 30 Jahren seine Ehe geschieden wurde, zerbrach seine scheinbar heile Welt. «Eines der Dinge, die ich lernte, ist, dass wenn man schwere Zeiten durchmacht, man entweder zerbricht oder aufbricht», so Brooks gegenüber CBN News. Und für ihn geschah definitiv letzteres.

Das Tal zwischen Erfolg und Nächstenliebe

Er schreibt darüber in seinem neuen Buch «The Second Mountain: The Quest for a Moral Life» (frei übersetzt: Der zweite Berg: Die Suche nach einem moralischen Leben). Der erste grosse Berg, den ein Mensch im Leben besteigen würde, sei der Berg der Karriere, «derjenige, von dem die Gesellschaft will, dass wir ihn besteigen, den aber die Menschen als unbefriedigend erleben», so Brooks. «Ich erreichte viel mehr Karriere-Erfolg als ich je gedacht hätte, aber fand ich darin einen wirklichen Sinn? Hatte ich eine tiefe Verbindung? Nein. Man geht tief ins Tal hinunter und dort findet man ein grösseres Ich und merkt, dass man bereit ist für einen stärkeren Anstieg.» Beim ersten Berg gehe es darum, Dinge für sich selbst zu erlangen, «beim zweiten Berg geht es um den Beitrag, wie ich andere lieben kann».

Schon als Kind hatte er immer wieder von Gottes Liebe gehört. Er selbst ist Jude, hatte aber auch in seiner Familie starke christliche Einflüsse. Er nennt dies die zwei Geschichten, die er im Kopf hatte: zum einen jüdische Traditionen, zum anderen besuchte er die Kirche und sang im Chor.

Jeder Mensch hat eine Seele

Das Tal zwischen den beiden Bergen, das er beschreibt, war für ihn die Scheidung. Nach diesem Einschnitt lernte er sich selbst ganz neu kennen – und er fand Gott, an einem der «hässtlichsten Orte der Erde», nämlich in der U-Bahn von New York. «Ich stand da in einem dieser U-Bahn-Tunnel und mir dämmerte mit einem Mal, dass jeder um mich herum eine Seele hat und dass diese Seele entweder geheiligt oder zerstört wird.» Und er verstand, dass diese Seele eben bei einigen Menschen weit von Gott entfernt ist, andere seien ganz nahe bei Gott. Er habe keine Vision oder besonders «geistlichen Moment» gehabt, sondern habe sich in einem Prozess immer mehr Gott genähert.

Begeistert vom Matthäusevangelium

Beim Bibellesen sprach ihn besonders das Matthäusevangelium an. «Ich fühle mich jüdischer denn je, denn früher war ich nur ein kultureller Jude, aber jetzt glaube ich, dass der Bund Gottes real ist.» Insbesondere die Seligpreisungen seien nicht bloss ein paar weise Sprüche, sondern ein «erstaunliches Wunder der Gegenwart Gottes».

Und im Matthäusevangelium beschreibt Jesus ja auch ganz deutlich, was es bedeutet, den zweiten Berg der Nächstenliebe zu besteigen. Vermutlich ist Brooks auch deshalb von dem biblischen Buch begeistert. Auf die Frage, wo er sich selbst denn im Aufstieg des zweiten Berges befindet, lacht er: «Vielleicht im Vorgebirge… Ich treffe immer wieder Menschen, die Freude ausstrahlen – ich bin noch nicht ganz so weit.»

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