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Theo Wilmot

Zwischen Wut und Gnade – Multikulturelle Kirche verändert Rechtsradikalen

Theo Wilmot war einst ein überzeugter Aktivist der rechtsextremen Gruppe «Patriotic Alternative». Den Ausstieg fand er durch die überraschende Liebe und die Willkommenskultur in einer multikulturellen Kirche…

«Ich war ein wütender und entfremdeter junger Mann», beschreibt Theo Wilmot die Zeit, in der er in die Fänge rechtsextremer Ideologien geriet. Inmitten politischer Spannungen und einer persönlichen Krise begann er 2016, sich in die Literatur von Gruppen wie der «Patriotic Alternative» und extremistischen Persönlichkeiten wie Oswald Mosley zu vertiefen. «Ich war fasziniert von radikalen oder extremen Ideen, weil sie mir als starke und kraftvolle Lösungen erschienen.»

Diese Zeit war geprägt von einer tiefen inneren Zerrissenheit. Obwohl sich Theo Wilmot als Christ bezeichnete, war sein Glaubensleben nicht mehr als ein leerer Begriff. «Ich nannte mich Christ, weil das die traditionelle Religion der Engländer war, aber ich hatte mich nie dem Evangelium geöffnet, ich hatte nie gebetet und war nie in die Kirche gegangen.»

Unerwartete Wende

Die Wende im Leben von Theo Wilmots kam unerwartet und schmerzhaft. «Ich wurde von Linksextremisten zusammengeschlagen. Es gibt einen besonderen Moment der Klarheit, wenn man am Boden liegt und von Dutzenden Menschen getreten wird», erzählt er. Dieser Moment zwang ihn, seine Ideologie in Frage zu stellen. Warum war es so weit gekommen? Warum gab es so viel Hass und Feindseligkeit?

«Ich wurde von Depressionen und Angstzuständen geplagt, weil ich nicht mehr wusste, woran ich glaubte.» In dieser Dunkelheit riet ihm sein Vater, es mit dem Gebet zu versuchen, und gab ihm ein kleines Buch über das Beten. «Ich begann, jeden Tag zu beten, ohne grosse Erwartungen, aber ich wusste einfach nicht, was ich sonst tun sollte.»

Erste Schritte

Schritt für Schritt führte ihn diese Praxis auf einen neuen Weg. Ein Freund schenkte ihm eine alte Bibel, und Theo begann, die Evangelien zu lesen. «Ich begann zu verstehen, dass es wirklich gute Nachrichten gibt und nicht alles nur aus Schrecken und Sinnlosigkeit besteht, wie ich es in der weltlichen Politik erlebt hatte.»

Eine weitere entscheidende Erfahrung war der Kontakt mit Christen, die nicht in sein bisheriges Weltbild passten. «Viele der Menschen, die ich in den Kirchen traf, waren Einwanderer und Menschen anderer Rassen – genau die, gegen die ich vorher Vorbehalte hatte.»

Uneingeschränkt willkommen

Besonders prägend war die Begegnung mit einem asiatischen Immigranten. «Er war das absolute Gegenteil von dem, was ich früher akzeptiert hätte. Und doch war er wunderbar gastfreundlich, obwohl ich offen darüber sprach, wer ich war und was ich glaubte. Er verzieh mir sofort jede Feindseligkeit, die ich ihm gegenüber in der Vergangenheit empfunden haben mochte, und hiess mich willkommen.»

Diese Erfahrung öffnete Theo Wilmot die Augen für eine neue Art zu denken und zu fühlen. «Ich las über die Gottebenbildlichkeit und Heiligkeit des Menschen und darüber, Christus im Nächsten zu sehen, und ich begann, dies in den Menschen um mich herum zu sehen.»

Heilung statt Hass

Heute hat Theo Wilmot die extreme Position hinter sich gelassen. «Ich interessiere mich nicht mehr für politische Spiele. Ich interessiere mich für das Evangelium und für Jesus Christus.» Er betont jedoch, dass er den Begriff «Deradikalisierung» nicht mag. «Ich würde es eher Heilung nennen.»

Diese Heilung, so Theo Wilmot, finde er nicht in extremistischen Ideologien, sondern in der Liebe zu Christus und im Dienst am Nächsten. Für diejenigen, die sich von extremen Ideologien angezogen fühlen, hat er eine klare Botschaft: «Es ist verständlich, dass ihr Heilung sucht. Aber ihr werdet sie dort nicht finden. Ihr werdet nur ein Ventil für eure Verletzungen finden, aber keinen wirklichen Frieden.»

Am Ende seines Weges steht für Theo eine einfache, aber tiefe Erkenntnis: «Gib Christus die Chance, dich zu heilen, denn er will es tun. Er hat alles, was du brauchst.»

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