Ehemaliger Strassenkämpfer – «Mit meiner gewalttätigen Vergangenheit helfe ich heute anderen»

Früh lernte Luke Herdman Gewalt kennen. Er kämpfte auf der Strasse und war in Suchtmittel verstrickt. Um dem zu entfliehen, schlug er eine Laufbahn als Boxer ein – doch die Drogen waren stärker. Das Gefängnis wartete einmal mehr...

Früh lernte Luke Herdman Gewalt kennen. Er kämpfte auf der Strasse und war in Suchtmittel verstrickt. Um dem zu entfliehen, schlug er eine Laufbahn als Boxer ein – doch die Drogen waren stärker. Das Gefängnis wartete einmal mehr. Bis er etwas kennenlernte, von dem er anschliessend sagte: «Ich konnte kaum glauben, dass ich davon zuvor nie gehört hatte.»«Ich hatte keinen christlichen Hintergrund oder grössere Leitlinien, wie ich mein Leben gestalten sollte», erinnert sich Luke Herdman. Doch schon im frühen Alter habe er viel Gewalt miterlebt.

«Mit 14 wurde ich aus der Schule geschmissen, weil ich selbst gewalttätig und ein Raufbold war.» Zwei Jahre später hing er auf der Strasse rum, nahm Drogen, trank viel und ging in Nachtclubs. «Ich begann zu kämpfen und wurde regelmässig unter Arrest gestellt. Ich wurde bekannt bei den Behörden und bei der Polizei.»

«Mit 18 Jahren wurde ich sehr gewaltätig – ich befand mich auf der Einbahnstrasse ins Gefängnis.» Er begann nun auch mit dem Drogenhandel. «Mein Vater hatte einst für England geboxt. Er sagte zu mir: 'So geht das nicht weiter. Jetzt gehst du zum Kämpfen in den Ring.'» Sein Dad wollte nicht, dass er auf der Strasse kämpft.

Sieg nach 30 Sekunden

«Schnell wurde ich ein guter Boxer. In meinem ersten Kampf siegte ich nach weniger als 30 Sekunden.» Bald kämpfte er gegen Joe Joyce, der England an den Olympischen Spielen in Rio vertrat, und auch gegen Schwergewichts-Champ Anthony Joshua.

Durch seine Kontakte in den Untergrund begann er auch mit unlizenzierten Kämpfen, wo er Londons unlizenzierter Champion im Schwergewicht wurde. «Ich hatte viel Potenzial, doch ich war stark in den Drogen-Missbrauch und das Dealen verstrickt.»

Aus diesem dunklen Loch habe er während Jahren nicht ausbrechen können. «Niemand zeigte mir das Licht, ich war völlig ausser Kontrolle geraten.»

«Warum hat mir niemand davon erzählt?»

Nach einer weiteren Verhaftung traf er Gary Flynn, einen alten Freund, der die Einsätze von Strassen-Pastoren in Richmond koordiniert. «Ich erzählte ihm, was aus meinem Leben geworden ist. Er lud mich zu einem Männerfrühstück ein.»

Bei diesem Treffen wurde über den Umgang mit Wut gesprochen. «Ich sog die Worte auf!» Auch Gott, der Heilige Geist und die Bibel kamen zur Sprache, plötzlich machte alles Sinn. «Ich konnte kaum glauben, dass ich davon zuvor noch nie gehört hatte», sagt Luke Herdman rückblickend.

Eine Woche später besuchte er einen Gottesdienst, «da hatte ich eine unglaubliche, übernatürliche Begegnung mit dem Heiligen Geist. Ich verliess den Raum als ein anderer Mensch und war bereit, Gottes Werk zu tun. Regelmässig besuchte ich nun die 'Church of the Living God' in Twickenham und ihr Pastor Zac berichtete mir mehr von Jesus und seiner Gnade.»

Teenager erreichen

Bald war ihm klar, dass er jungen Menschen von dieser Hoffnung erzählen will. «Ich war schockiert, dass mir niemand davon gesagt hatte. Mir war klar, dass Gott will, dass ich das tue und dass ich mit meiner Geschichte die Herzen von Kindern erreichen kann, die in Schwierigkeiten sind.»

Dabei kam ihm der Gedanke, dass er einen eigenen Box-Club eröffnen könnte und er spürte, dass er die Methodisten-Gemeinde in Butts Farm anrufen sollte. «Und so setzte ich mich mit Pastorin Vicci Davidson in Verbindung.» Dort rannte er offene Türen ein, da gerade jemand für die Jugendarbeit gesucht wurde.

Eine Trainingsanlage wurde eingerichtet. Nun werden die Strassenkids abgeholt. «Zwischen 50 und 60 kommen. Die Gemeinde spendet Fruchtsäfte und ich lasse vor und nach den Sessionen christliche Musik laufen.»

Leben werden verändert

Ziel sei, sie von der Strasse zu holen. Mit manchen ergeben sich Gespräche über den Glauben. «Einige Teenager haben ihr Leben dem Herrn übergeben.» Ein Jugendlicher war der Meinung, dass die Kirche nicht sein Ding ist. Doch sein Freund hatte mit dem Box-Training begonnen und lud ihn auch in die Gemeinde ein. Deshalb kam er mit. Einmal vergass der Freund, ihn zum Gottesdienst abzuholen. «Er ging von selber hin und übergab Christus an diesem Tag sein Leben.»

Der «Butts Farm Amateur Boxing Club» existiert nun seit etwas mehr als einem halben Jahr. «Stellen wir uns vor, was in drei, vier Jahren sein wird!» Diejenigen, die wollen, werden mittlerweile mit einer Gideon-Bibel ausgerüstet und wer Gebet wünscht, erhält dieses auch.

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