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Rapper Lal Daggy

Gehörloser Rapper Lal Daggy: «Mit Gott ist alles möglich»

Er ist gehörlos und kann nicht sprechen. Trotzdem feiert Lal Daggy als Rapper in Nairobis Musikszene erste Erfolge. Der Musiker hat sich eine Stimme gesucht und rappt selbst in Gebärdensprache. Er ist überzeugt: «Mit Gott ist alles möglich.»

Er ist gehörlos und kann nicht sprechen. Trotzdem feiert Lal Daggy als Rapper in Nairobis Musikszene erste Erfolge. Der Musiker hat sich eine Stimme gesucht und rappt selbst in Gebärdensprache. Er ist überzeugt: «Mit Gott ist alles möglich.»

Als Lal Daggy auf die Welt kommt, ist er gesund. Er kann hören und lernt ganz normal sprechen. Doch mit fünf Jahren verliert er durch eine Krankheit sein Gehör. «Anfangs konnte ich noch weitersprechen. Aber mit sieben Jahren verlor ich dann auch meine Stimme», erinnert sich der Musiker. Trotzdem stellt Lal Daggy gleich klar: «Gehörlos zu sein bedeutet nicht, unfähig zu sein. Gott hat mir Talent gegeben und das möchte ich nutzen.»

Von klein auf träumt Lal Daggy davon, Musiker zu sein und er bekommt seine Chance. Doch er möchte nicht nur Musik für Gehörlose machen. «Ich kann nur in Gebärdensprache rappen. Aber so versteht nicht jeder meine Lieder. Deswegen brauchte ich eine Stimme», erzählt der Kenianer. Er sucht sich einen Musiker, der seine Texte hörbar spricht, während er dazu in Gebärden rappt. «So können Gehörlose auf meine Gebärdensprache schauen und Hörende können meine Songs durch die Stimme des anderen verstehen.»

Gehörlos und musikalisch

Der Produzent Anthony Ng'Endo ist anfangs skeptisch: «Als er zu mir kam und sagte, er möchte gerne Rapper werden, war ich etwas besorgt. Ich fragte mich, wie das gehen soll.» Doch sie wagen das Projekt und es klappt. Lal Daggy kann die Musik zwar nicht hören, aber spüren. Und er weiss genau, was er will. «Normalerweise habe ich ein Konzept im Kopf, wie der Song sein soll. Dann treffe ich mich mit dem Rapper, der den Text spricht und dann feilen wir zusammen an dem Song, bis alles zusammenpasst.»

Wie das Lied dann am Schluss klingt, weiss Lal Daggy nicht. «Ich kann nur die Musik fühlen, die Worte verstehe ich nicht. Und ich weiss auch nicht, ob seine Stimme schön, rauh, oder wie die eines Huhns klingt», lacht er. Auf seiner Facebookseite schreibt der Rapper: «Ich danke Gott, dass er mir diesen Weg ermöglicht hat!» Und er macht anderen Mut: «Gib niemals auf, vertraue auf Gott!»

Der Glaube an Gott macht stark

Auch wenn Lal Daggy ohne Eltern aufgewachsen ist und es sicher nicht immer leicht hatte, sprüht er vor Lebenslust. Das kommt auch in seinen Liedern durch. Da rappt er zum Beispiel: «Ich schau auf mein Leben und bin glücklich. Ich lächle und danke Gott so sehr, aber ich arbeite auch hart.» An anderer Stelle gibt er zu, dass er nicht immer so selbstsicher war. Er rappt: «Wenn ich zurückschaue, habe ich mich oft gefragt, wie es weitergehen soll…»

Immer wieder kommt in seinen Songs durch, dass sein Glaube an Gott ihn trägt und Mut macht: «Doch jetzt habe ich einen Sinn (im Leben) und ich danke dem Allmächtigen dafür. (…) Mein Leben ist ein Kreislauf und ich bin mittendrin. Herr, gib mir ein Zeichen, denn ich weiss, du vergisst mich nicht.»

Durch seine Musik möchte er anderen Menschen Mut machen. «Es gibt sicher auch andere Kids, die sich unsicher fühlen. Ich möchte für sie ein Vorbild sein.» Dass er es in die nigerianischen Charts geschafft hat und seinen Traum lebt, reicht Lal Daggy nicht. Er hat eine grössere Vision: «Ich träume davon, zusammen mit anderen behinderten oder körperlich eingeschränkten Musikern zu arbeiten. Ich möchte ihnen die Möglichkeit geben, Musik zu machen, an Wettbewerben teilzunehmen und aufzutreten.»

Sehen Sie hier ein Musikvideo von Lal Daggy:

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