Was Vergebung verändert – Meine Mutter versuchte, mich umzubringen

Als Demetrius Guyton ein Baby ist, versucht seine Mutter ihn umzubringen. Immer hat er deswegen mit Ablehnung und Minderwertigkeitsgefühlen zu kämpfen. Als er zum Glauben an Jesus findet, entdeckt er, welche Kraft in Vergebung liegt.

Als Demetrius Guyton ein Baby ist, versucht seine Mutter ihn umzubringen. Immer hat er deswegen mit Ablehnung und Minderwertigkeitsgefühlen zu kämpfen. Als er zum Glauben an Jesus findet, entdeckt er, welche Kraft in Vergebung liegt.

Ich war erst zwei Monate alt, als meine Mutter mich mit Säure überschüttete. Sie wollte mich umbringen, um an eine Lebensversicherung von 25'000 Dollar zu kommen. Sie kam deswegen ins Gefängnis und ich, nur knapp dem Tod entronnen, ins Heim.

Bis heute sieht man, was meine Mutter mir angetan hat. Ich hatte unzählige Operationen und Hauttransplantationen, ich habe keine Nasenscheidewand mehr und werde nie riechen können. Jedes Mal, wenn ich in den Spiegel schaue, bin ich mit der Tat meiner Mutter konfrontiert.

Eine Kindheit als Monster

Es war schlimm, abgeschoben, entstellt und verachtet aufzuwachsen. Ich wurde viel gehänselt und niemand wollte mit mir spielen. Immer fühlte ich mich abgelehnt und wertlos.

Dazu kam, dass mir Leute sagten, ich wäre ein Monster und sogar Gott hätte mich vergessen. Ich sei ein Niemand, verflucht von Gott.

Gewalt als Ventil

Wo ich auch hinkam, wurde ich entsetzt angestarrt. Der Hass auf meine Mutter und die Wut gegen alle anderen wuchs in mir. Als Teenager fing ich an, Drogen zu nehmen und schloss mich einer Gang an. Wahllos schlug ich Leute zusammen. Gewalt war mein Ventil um den tiefen Schmerz rauszulassen.

Immer wieder kam ich in den Jugendknast. Ich schmiss die Schule und lernte nie lesen und schreiben. 2004 erwischte ich meine damalige Freundin beim Fremdgehen. Dass ich derart betrogen und abgelehnt wurde, liess eine Sicherung bei mir durchbrennen. Ich schlug den Typen windelweich und wurde wegen versuchten Mordes zu lebenslänglich verurteilt.

Lebenslänglich

Als ich das Gefängnis betrat, überkam mich grenzenlose Angst. Ich wusste, dass ich auch hier wegen meines entstellten Gesichts auffallen würde und mein Kampf von vorne losgehen würde.

Aber ein Mitgefangener war anders mit mir. Er war Christ und erzählte mir von Jesus. Mit seiner Bibel lehrte er mich lesen und schreiben. Als ich anfing darin zu lesen, erkannte ich, wie sehr ich mich nach diesem liebenden Gott der Bibel sehnte. So fing ich im Gefängnis an zu beten.

Gott offenbart sich

Eines Abends, als ich wieder einmal betete, hörte ich Gott antworten. Noch nie zuvor hatte ich seine Stimme gehört, aber es war ganz deutlich. Voller Liebe und Wärme sagte er zu mir: «Ich liebe dich. Und ich habe einen Plan für dein Leben.»

Für mich war das eine Sensation. Die Lügen, die ich so lange geglaubt hatte, brachen mit diesen Worten in sich zusammen. Es gab Gott und er hasste mich nicht, nein, er liebte mich! Ich war begeistert.

Gott liebt mich wirklich

Eines Tages kam eine Frau in unser Gefängnis und erzählte uns, wie wichtig es ist, sich selbst zu vergeben. Dazu berichtete sie uns von einer Frau, die sie im Gefängnis kennengelernt hat, und die versucht hatte, ihren Sohn umzubringen. Während sie sprach, wurde mir bewusst, dass sie von meiner Mutter redete! All die Jahre hatten sie Schuldgefühle zerfressen, bis sie die Vergebung von Gott annehmen konnte und lernte, sich selbst zu verzeihen. Das hatte sie innerlich frei gemacht.

Zu erkennen, dass meine Mutter Gott gefunden hatte und er auch mir begegnet war, liess mich Gottes tiefe Liebe begreifen. Noch am selben Tag ging ich auf die Knie und unter Tränen weihte ich Jesus mein Leben: «Gott, danke, dass ich dir nicht egal bin. Danke, dass Du wahr bist und mir begegnet bist. Danke, dass Du für mich gestorben bist und mir all meine Schuld vergeben hast. Bitte hilf mir, dass ich für Dich leben kann.»

Freude und Frieden statt Hass und Bitterkeit

Nach dem Gebet kam ein unbeschreiblicher Frieden über mich. Freude machte sich in mir breit. Ich wusste, dass ich den Rest meines Lebens Jesus gehören und dienen wollte. Schritt für Schritt, lernte ich auch, meiner Mutter zu vergeben. Die Liebe Gottes veränderte mein Herz, machte es weich und sanft und fähig zu lieben.

Nach fünf Jahren wurde ich vorzeitig wegen guter Führung entlassen. Ich suchte meine Mutter und konnte ihr sagen, dass ich ihr vergeben habe.

Heute bin ich Autor und Prediger. Die Vergebung Gottes ist eine lebensverändernde Kraft, die wir alle brauchen. Und Jesus ist der Heiler, der alles, was wir schon längst aufgegeben haben zum Guten bringen kann. Er will uns wahres Leben schenken. Und das kann ich nicht für mich behalten.

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